Meinung
Kommentar

Kammer: Kaufmannsgeist wieder stärken

Hohe Verantwortung bei Wahlen zur Handelskammer

Es gab in den vergangenen drei Jahren viel über die Handelskammer Hamburg zu berichten – aber nur selten Gutes. Nachdem die sogenannten Kammerrebellen bei den Wahlen 2017 das Plenum übernommen hatten, machte die einst stolze Wirtschaftsvertretung am Adolphsplatz vor allem durch Skandale und Querelen von sich reden. Erst düpierte die neue Führung die etablierte Wirtschaft durch eine Reihe von Entscheidungen, dann begann sie unter­einander zu streiten. Schließlich legte sich das Plenum noch mit einem Teil des Kammerpersonals an.

Da fällt kaum mehr ins Gewicht, dass das Ehrenamt durch das Aufbrechen verkrusteter Strukturen und mehr Transparenz in den Entscheidungen durchaus Positives bewirkt hat. Am Ende der Bilanz steht aber: Die einst hervorstechende Leitkammer der Nordwirtschaft hat ihre herausragende Bedeutung eingebüßt.

Das Gute daran ist: Man kann den Fehler korrigieren. Die mehr als 160.000 Mitgliedsunternehmen der Handelskammer Hamburg sind im Januar kommenden Jahres dazu aufgerufen, ein neues Plenum zu wählen. Dann ergibt sich für die Hamburger Wirtschaft die Chance, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren, und damit ist nicht nur das Wirken der Kammerrebellen gemeint. Denn schon vor 2017 lag in dem Haus einiges im Argen. Mit den neuen Plenumswahlen verbindet sich aber auch eine hohe Verantwortung. Wer dazu eingeladen wird, über die neue Zusammensetzung des Kammerparlaments abzustimmen, sollte genau überlegen, wem er seine Stimme gibt. Auch auf die Bewerber wartet eine hohe Verantwortung. Sie müssen die Trümmer der vergangenen drei Jahre zusammenkehren und der Gesellschaft zeigen, dass der alte hanseatische Kaufmannsgeist am Adolphsplatz noch lebt.