Meinung
Abendblatt-Autoren

Wer ist eigentlich ...Alexander Berthold?

Alexander Berthold ist Sportreporter beim Abendblatt

Alexander Berthold ist Sportreporter beim Abendblatt

Foto: Klaus Bodig / HA

Der Fragebogen an die Abendblatt-Autoren, deren Namen man beinahe jeden Tag in der Zeitung liest. Heute: Alexander Berthold.

Ich bin Journalist geworden, weil:
es trotz eines guten linken Fußes nicht zum Fußballprofi gereicht hat. Auch mit der Eishockey-Karriere hat es nicht geklappt. Was ich auf Schlittschuhen mache, nennt man leider nicht laufen. Also habe ich mir durch den Beruf des Reporters Zugang zu einer Branche verschafft, die mich seit jungen Jahren fasziniert.


Meine großen Themen sind:
Ich bin der Allrounder des Sportressorts. Ich kümmere mich um den FC St. Pauli, hin und wieder den HSV, die Hamburg Towers und die Crocodiles Hamburg. Darüber hinaus betreue ich seit vier Jahren das Galopp-Derby in Horn. Zudem arbeite ich für die Onlineredaktion.


Ich wollte immer zum Hamburger Abendblatt, weil:
es nach meiner Zeit beim Fernsehen Zeit für einen neuen beruflichen Impuls war. Als das Abendblatt mich als Eishockey-Experten wollte, musste ich nicht lange überlegen. Als waschechter Hamburger Jung ist es ein Privileg, diese traditionsreiche Zeitung als Reporter repräsentieren zu dürfen und die Hamburgerinnen und Hamburger mit coolen Geschichten aus meinen Themenbereichen versorgen zu können.


Drei Dinge, die ich an Hamburg und dem Norden am meisten schätze:
die Elbe, unseren Lokalpatriotismus und den unerschütterlichen Optimismus der Fans des HSV und des FC St. Pauli, die den Clubs trotz der überschaubaren Darbietung die Bude einrennen.


Die schwierigste Geschichte, die ich recherchieren musste:

das Aus der Hamburg Freezers im Sommer 2016. Zu versuchen, die undurchsichtigen Hintergründe aufzudecken, war eine extrem große Herausforderung, die zudem mit vielen Emotionen verbunden war. Schließlich musste die Sportart, die mich 2010 zum Abendblatt gebracht hatte, über Nacht journalistisch beerdigt werden.

An diese Geschichte von mir denke ich gern zurück:
meine Geschichte über die Britin Maria Petri, die mit 80 Jahren bis heute jede Partie von Arsenal London, egal ob Heimspiel oder Roadtrip, begleitet. Sie hat mir erzählt, wie sie als junge Frau von den Männern geächtet wurde und wie sie auf der Insel Pionierarbeit für weibliche Fußballfans geleistet hat. Vor allem die deutschen Arsenal-Spieler vergötterte sie, was sie in einen Fangesang über Per Mertesacker, Jens Lehmann und Mesut Özil zum Besten gab.


Das spannendste Ereignis, bei dem ich als Journalist dabei sein durfte:
die Partie des HSV gegen Mönchengladbach im Mai 2018, als der „Bundesliga-Dino“ in den Ruhestand eingetreten ist. Es war spannend zu sehen, wie die Fans auf dieses historisch einschneidende Ereignis wohl reagieren würden. Als gut 53.000 Menschen kurz vor Schluss „Mein Hamburg lieb ich sehr“ anstimmten, war Ganzkörpergänsehaut angesagt.


Im Hamburger Abendblatt lese ich am liebsten:
die Meinungsseite, „Menschlich gesehen“ und den Lokalteil.

Wenn das Hamburger Abendblatt ein Mensch wäre, dann wäre es:

ein verlässlicher, gut angezogener, zugänglicher Typ, der keine Scheu hat, sich die Hände schmutzig zu machen und dahin zu gehen, wo es wehtut.


Die sozialen Medien sind für mich:

in erster Linie ein nützliches Recherchetool und eine Möglichkeit, mit meinen Freunden, die überall auf der Welt verstreut sind, in Kontakt zu bleiben.


Meine größte Leidenschaft ist:
die Stadt New York mit all ihren Facetten. Zudem bin ich ein leidenschaftlicher Fan des NHL-Clubs New York Rangers, für deren Spiele ich mir schon mal die Nächte um die Ohren haue.


Mein Lieblingsrestaurant ist:
Luigis Pizzeria im Portugiesenviertel. Cooles Ambiente, überragende Pizzen, die so groß sind, dass man mit der Begleitung mathematische Berechnungen anstellen muss, damit beide Pizzen auf die Tische passen. Anschließend ein Spaziergang durch den Alten Elbtunnel, auf den Hafen schauen und ein Kaltgetränk zu sich nehmen. Herrlich!


Das mache ich, wenn ich nicht arbeite:

Squash spielen, Freunde treffen und bekochen, fotografieren, verreisen.

Vita: Alexander Berthold (35) heißt mit zweitem Vornamen John, weil sein Vater Fan des Western-Schauspielers John Wayne ist. Über Praktika bei Hamburg1 und Sport1 (ehemals DSF) kam der Niendorfer, der eine Schwäche für Caps und Sneaker hat, als freier Mitarbeiter zu Sat.1 Norddeutschland. Seit dem 30. Januar 2009 ist der gebürtige Hamburger Teil des Sportressorts beim Abendblatt.