Meinung
Glosse

Online-Banking? Lieber zurück zum Zettel!

Abendblatt-Redakteuer Axel Tiedemann

Abendblatt-Redakteuer Axel Tiedemann

Foto: Klaus Bodig

Fast immer, wenn ich nur einmal kurz reinschaue, kommen die verlockenden Angebote: „Wollen Sie nicht auch?“ „Ist doch ganz einfach, kein Risiko und so bequem!“ Ich blieb aber standhaft bisher. Dabei macht es sogar mein Vater, seit Jahren schon. Nur ich nicht. „Online Banking“ – das ist mir irgendwie zu unsicher – selbst wenn die Bankmitarbeiter mich bei jedem Filialbesuch immer wieder ansprechen. Komisch, wie hartnäckig dort die Lust ist, die eigenen Arbeitsplätze abzuschaffen.

Aber Bezahlen übers Netz: Das ist mir unheimlich. Meine Kontodaten – und auch alle andere – mag ich nicht durch dieses leicht angreifbare Wirrwarr schicken. Selbst wenn ich einer der letzten bin, die noch im früheren Banken-Jahrhundert verhaftet sind. Altmodisch, störrisch, unwissend.

Aber nicht allein. Eine Kollegin füllt sogar die Überweisungsträger noch mit der Hand aus, gab sie in kleiner Runde zu. Und statt sich über sie zu amüsieren, guckten die meisten überrascht, ja, sogar mit einiger Bewunderung. Warnen Computerexperten nicht auch davor, vertrauliche Daten diesem Internet anzuvertrauen? Lauern da nicht überall Hacker – und schwups – ist das Konto geräumt?

Man war sich bald einig: Es wird Zeit für eine Gegenbewegung zu dieser alles umfassenden Onlineisierung: Wir wollen sie „Triple-Z“ nennen: „Zurück zum Zettel“. Es gibt keinen Weg zurück mehr? Oh doch, man hört ja auch wieder Schallplatte. Dann kann man doch auch Überweisungsträger wieder mit dem Kuli ausfüllen.