Meinung
Abendblatt-Autoren

Wer ist eigentlich ... Sabine Tesche?

Sabine Tesche
leitet das Ressort
„Von Mensch zu
Mensch/Kinder
helfen Kindern
e.V.“

Sabine Tesche leitet das Ressort „Von Mensch zu Mensch/Kinder helfen Kindern e.V.“

Foto: Andreas Laible

Immer montags: Der Fragebogen an die Abendblatt-Autoren, deren Namen Sie fast jeden Tag in der Zeitung lesen. Heute: Sabine Tesche

Ich bin Journalistin geworden, weil:

... ich sehr kommunikativ bin, gerne Menschen interviewe, das Schreiben und die Vielfalt der Themen liebe.

Meine großen Themen sind:

... bedürftige, kranke oder behinderte Menschen, sozial engagierte Hamburger, beeindruckende soziale Projekte, Glauben und Kirche.

Ich wollte immer zum Hamburger Abendblatt, weil:

... es für mich in dieser Stadt die spannendste und hochwertigste Tageszeitung mit tollen, engagierten Kollegen ist.

Ein Text über mich sollte mit folgendem Satz beginnen:

Sie ist sehr überzeugt von dem, was sie tut, und setzt sich mit viel Leidenschaft für ihre sozialen Themen und Projekte ein – das kann manchmal auch etwas anstrengend sein.

Drei Dinge, die ich an Hamburg und dem Norden am meisten schätze:

Das Großstädtische, Weltoffene der Stadt und den trockenen Humor der Norddeutschen.


Drei Dinge, die in Hamburg und im Norden besser werden müssen:

Das Wetter – ich wünsche mir als gebürtige Freiburgerin viel mehr Sonne im Sommer sowie pulvrigen Schnee im Winter. Etwas mehr Freundlichkeit und Herzlichkeit stände manchen Hamburgern auch ganz gut.


Der interessanteste Interviewpartner, den ich bisher hatte:

Tief beeindruckt war ich von Altkanzler Helmut Schmidt, mit dem ich u. a. über die unterschiedlichen Generationen und den Nationalstolz sprach, und von der Lebensgeschichte von Marion Gräfin Dönhoff, die ich zu ihrem 90. Geburtstag interviewen durfte. Das war eine großartige Frau und auch im hohen Alter noch sehr scharfsinnig.

Die schwierigste Geschichte, die ich recherchieren musste:

Das Porträt über eine schwer krebskranke Mutter Ende 2016, die ihre Kinder als Vollwaisen zurücklassen musste. Wir haben weinend bei ihr auf dem Sofa gesessen. Ein Trost war, dass die Abendblatt-Leser viel Geld gespendet haben und wir ihr und auch den Kindern zumindest die finanziellen Sorgen abnehmen konnten.

An diese Geschichte von mir denke ich gern zurück:

Ich habe eine Landwirtin mehrfach nach Kaliningrad (ehemals Königsberg) begleitet. Die alte, fast blinde Frau wollte in ihrem geliebten ehemaligen Ostpreußen unbedingt ihre letzten Jahre verbringen. Das war eine Geschichte voller Erinnerungen, Hoffnungen und zerplatzter Träume – und ich habe sehr viel über ein düsteres Kapitel unserer Geschichte gelernt.

Das spannendste Ereignis, bei dem ich als Journalistin dabei sein durfte:

Die erste Pressekonferenz des neu gewählten US-Präsidenten Bill Clinton mit Bundeskanzler Helmut Kohl im Weißen Haus in Washington, D.C.

Im letzten Leserbrief, den ich bekommen habe, ging es um:

... den Kirchenknigge zu Weihnachten. Ein Leser kritisierte, dass darin das Mitbringen von Hunden befürwortet wurde.

Im Hamburger Abendblatt lese ich am liebsten:

Die menschelnden Geschichten und den Politikteil.

Neben dem Hamburger Abendblatt lese ich:

„Die Zeit“, „Welt am Sonntag“ und „Spiegel/Spiegel online“.

Wenn das Hamburger Abendblatt ein Mensch wäre, dann wäre es:

... eine etwas konservative, sehr soziale, humorvolle, gebildete Frau um die 50.

Die sozialen Medien sind für mich:

... vor allem gute Unterhaltung und Meinungsaustausch.

Mein Lieblingsautor:

... ist Ken Follett. Ich liebe seine historischen Romane.

Im Moment lese ich das Buch:

„Zeiten des Aufbruchs“ von Carmen Korn. Mit viel Hamburger Lokalkolorit.

Mein Lieblingsrestaurant ist:

... der Portugiese Bairro Alto im Schanzenviertel.

Meine Lieblingsplätze in Hamburg und Umgebung sind:

... der Elbwanderweg unterhalb des Hotels Louis C. Jacob, der Klövensteen und das Arboretum in Ellerhoop.

Das mache ich, wenn ich nicht arbeite:

Dann verbringe ich jede freie Minute mit meinem Mann und meinen Söhnen.

Meine größte Leidenschaft ist:

... das Reisen, möglichst nach Asien.

Vita

Sabine Tesche wurde am 19. September 1969 in Freiburg im Breisgau geboren, kam zum Studium der Amerikanistik, Politikwissenschaft und Soziologie nach Hamburg. Sie studierte Journalismus in Washington, D.C., und volontierte von
1994–96 an der Axel-Springer-Journalistenschule. Seit 1996 ist Sabine Tesche Redakteurin beim Hamburger Abendblatt, erst im Ressort Politik, später im Wochenend-Journal und dann Lokales, bis sie 2012 das Ressort „Von Mensch zu Mensch/Kinder helfen Kindern e.V.“ als Leiterin übernahm.

Sie ist u. a. Jury-Mitglied beim HanseMerkur Preis für Kinderschutz, beim Budnianer Hilfe-Preis, beim Preis der Bürgerstiftung Hamburg und Haspa-
Bildungspreis sowie Mitglied im Kuratorium der Haspa Hamburg Stiftung.

Sabine Tesche ist verheiratet mit dem HNO-Arzt Stefan Tesche und hat mit ihm zwei Söhne (15 und 17 Jahre alt).