Meinung

Leserbriefe an die Redaktion

Architektonischer Einheitsbrei

"SAP verlässt die HafenCity"

Der Weltkonzern war Pionier im Vorzeigestadtteil und zieht nun in einen Neubau in Rotherbaum.

Hamburger Abendblatt Pfingsten

Jetzt werden auch noch der Stadtteil Rotherbaum und die altehrwürdige Tesdorpfstraße mit der austauschbaren Architektur des nüchternen Pragmatismus verunstaltet. Genügt es nicht, dass sich die gmp-Architekten in der HafenCity und in China austoben? Dieser moderne architektonische Einheitsbrei ist nicht mehr zu ertragen.

Etta Ehlers, Hamburg

Wundert mich nicht

"Kinder, nein danke. Deutsche wollen lieber ihre Freiheit behalten"

58 Prozent fürchten vor allem die Kosten, die mit einem Kind verbunden sind.

Hamburger Abendblatt 10. Juni

Ich bin stolzer Familienvater von zwei tollen Mädchen. Ich würde mich wieder für das Vaterdasein entscheiden. Wenn ich aber die damit verbundenen finanziellen Einschnitte sehe, wundert mich das Umfragergebnis nicht. Meine Frau ist in Teilzeit tätig. Von ihrem Lohn bleibt monatlich netto nur die Hälfte vom Brutto über. Diesen Monat gab es für sie Urlaubsgeld. Dabei blieben satte 40 Prozent für die Familie über. Schade nur, dass die Kinder am Tag der Gehaltsabrechnung die Schulbücherliste für das nächste Jahr mitbrachten.

Frank Offermann, per E-Mail

Übertrieben

"EHEC: Britische Ruderer sagen Hamburg-Start ab"

Nationalteam fürchtet Infektion.

Hamburger Abendblatt 10. Juni

Die Reaktionen auf den EHEC-Erreger nehmen langsam übertriebene Formen an. Die Absage der britischen Rudermannschaft ist etwas überzogen. Das Risiko, zu Schaden zu kommen, wäre auf dem Hin- und Rückreiseweg wahrscheinlich mindestens gleich einzuschätzen. Sicher, man darf die Gefahren durch EHEC nicht verniedlichen, aber ein gewisses Maß an Nüchternheit und Abstand ist bestimmt angebracht.

Peter Thöl, Uetersen

Suche nach dem Unsichtbaren

"Ich guck Bedienungsanleitung"

Von einem neuen Fernseher, der einfach alles kann - wenn ihn sein Besitzer jemals verstehen wird.

Hamburger Abendblatt 9. Juni

Herrlich. Ich kaufte mir einen Fotoapparat - mit 165 Seiten Bedienungsanleitung im Computer. Ich brauchte einen Fernseher. Engelsgeduld ist angesagt. Diese Abkürzungen, dieser Buchstabensalat. Macht man einen Fehlgriff, muss man von vorne anfangen. Suchst du einen Schalter, gibt es nur eine unsichtbare Touchfunktion. Nach vielem Hintouchen ist auch diese im Eimer.

Dorothea Hagena, per E-Mail

Wutanfall des Vaters

",Stern': Krüss und Fetscher waren NSDAP-Mitglieder"

Alle traten als 17- bzw. 18-Jährige in die Hitlerpartei ein.

Hamburger Abendblatt 9. Juni

Ich gehöre dem Jahrgang 1926 an und wurde mit meinem 18. Geburtstag automatisch Parteimitglied. Ich bekam eine "Einladung" von einer BDM-Führerin und musste mir einen heroischen Vortrag über Hitler anhören, der darin gipfelte, dass jedes BDM-Mädchen nach seinem 18. Geburtstag Mitglied der NSDAP würde. Natürlich unterschrieb ich, hatte mich doch mein Schulleiter anzeigen wollen, weil ich während der Ferien die Hamburger Bombenangriffe miterlebt und - wieder zu Hause in Dresden - davon erzählt hatte. Zu Hause bekam mein Vater allerdings einen Wutanfall. Wer weiß schon, unter welchen Bedingungen und Nöten damals viele in die Partei eintraten?

Lore Zelck, per E-Mail

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