Meinung

Leserbriefe an die Redaktion

Unding

"Wirtschaft zufrieden mit Energiekonzept"

Die Bundesregierung verabschiedet ihren Plan und erntet Kritik.

Hamburger Abendblatt 29. September

Es kann niemanden verwundern, dass die Wirtschaft mit diesem Energiekonzept zufrieden ist, hat die konservative Regierung doch ausschließlich in ihrem Sinne gehandelt. Man muss sich fragen, weshalb diese Regierung fast immer dem Drängen der entsprechenden Lobby - meistens, wie auch in diesem Fall, gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung - nachgibt. Es ist ein Unding, dass der von der Vorgängerregierung beschlossene Ausstieg aus der Kernkraft jetzt praktisch auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben wird.

Helmut Jung, per E-Mail

Bionade-Bürgertum

"700 Jahre jung"

Ottensen feiert Geburtstag.

Hamburger Abendblatt 29. September

Das kunterbunte Multikulti-Dorf mit toleranten Bewohnern, alle lieben und akzeptieren sich: Mit der Wirklichkeit hat das nur bedingt zu tun, aber das muss man auch sehen wollen. Völlig daneben die Einschätzung, niemand werde verdrängt. Ottensen ist längst Schauplatz flächendeckender Spekulation mit Alt- und Neubauten, die der alteingesessenen Bevölkerung (bei allem Respekt: Dazu gehören weder Schauspieler Lohmeyer noch die Salesmanagerin Groening) keine Chance lässt. Ottensen ist fest in der Hand des Bionade-Bürgertums. Als Modell taugt es nicht.

Jörn Iken, per E-Mail

Wozu neue Bürokomplexe?

"Sichtbarer Erfolg für St. Katharinen"

Der Büro-Neubau gegenüber der Kirche wird um 3,30 Meter niedriger.

Hamburger Abendblatt 29. September

Gut, dass sich die Anwohner und die Kirchengemeinde mit ihren Forderungen durchgesetzt haben. Nur: Wozu brauchen wir in Hamburg bei 1,2 Millionen Quadratmetern leer stehenden Gewerbeflächen überhaupt noch neue Bürokomplexe?

Edith Aufdembrinke, per E-Mail

Klassiker klassisch

"Hamburg privat"

Die Kulturpolitik des Senats bricht mit den Traditionen der Stadt.

Hamburger Abendblatt 29. September

Das Schauspielhaus sollte endlich wieder Theater für das Publikum spielen - dann wird es wieder erfolgreich. Für experimentelle Kunst gibt es ja die Studio-Bühne. Die Theater- und Kunstinteressierten möchten die Klassiker auch gern als Klassiker in Sprache und Darbietung erkennen können, dies ist in den letzten Jahres kaum möglich. Solange die "Klassiker" derart verschandelt dargestellt werden und die leeren Ränge mit Studenten "gefüllt" werden, die für die Karte einen Euro bezahlen, wird das Schauspielhaus weiterhin rote Zahlen schreiben.

H. Krusch, per E-Mail

Nicht überrascht

"Vereine zahlen nicht für die Einsätze der Polizei"

Innenminister finden keinen Weg, die Hamburger Schutzgebühr umzusetzen.

Hamburger Abendblatt 28. September

Generell gilt in der Wirtschaft der Grundsatz, dass Unternehmen wie Siemens oder der HSV dafür zu sorgen haben, dass ihre "Produkte" nicht zu einer Gefährdung Dritter führen. Kann das Unternehmen die Aufgabe nicht selbst lösen, muss es entsprechende Expertisen kaufen oder das gefährdende Produkt vom Markt nehmen. Diese Alternative hat die Politik den Unternehmen aufzuzeigen. Dass einem Innenminister dazu nur einfällt zu schmunzeln, kann nicht überraschen. Es ist ja auch viel einfacher, Kita-Gebühren zu erhöhen.

Frank Schuhmacher, per E-Mail

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