Meinung

Leserbriefe an die Redaktion

Politik gegen die Eltern

"Ahlhaus stellt Sparplan für Hamburg vor"

Personalabbau in Behörden. Kultur auf dem Prüfstand. Kita-Gebühren erhöhung bleibt.

Hamburger Abendblatt 4./5. September

Jetzt ist die Katze also aus dem Sack! Wurde nicht immer wieder versichert, dass die erhöhten Kita-Gebühren ausschließlich der Verbesserung der Betreuungseinrichtungen zukommen? Nun aber würden, laut Bürgermeister Ahlhaus, bei einer Senkung der Beiträge die 30 Millionen Euro "woanders" fehlen. Man scheut sich also nicht, die Eltern von Kleinkindern mit Sonderabgaben, die für andere Bevölkerungsgruppen nicht anfallen, zur Finanzierung irgendwelcher Hamburger Projekte heranzuziehen. Ein schönes Beispiel für die Glaubwürdigkeit von Politikern und für eine familienfreundliche Politik.

Urte Lüders, per E-Mail

Unabhängiges Urteil

"Bundesbank setzt Sarrazin vor die Tür"

Merkel zeigt "großen Respekt". Die Entscheidung liegt bei Wulff.

Hamburger Abendblatt 3. September

Indem die Bundesbank dem Druck der Politik nachgegeben hat, hat sie ihre Unabhängigkeit eingebüßt. Ob der Beschluss des Vorstands, sein Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin abberufen zu lassen, juristisch Bestand haben wird, ist fraglich. Herr Sarrazin kann sich bei seiner Klage gleich auf mehrere Artikel des Grundgesetzes berufen, gegen die bei seinem Rausschmiss verstoßen worden ist. Bleibt zu hoffen, dass die Richter ihre Unabhängigkeit bewahren.

Margrit Ruppenstein, per E-Mail

Differenzierte Position

Wie wohltuend unterscheidet sich die differenzierte Position Giordanos zur allumfassenden Entrüstung der (selbst ernannten) Gutmenschen und Meinungsträger über die überspitzten Thesen eines Advocatus Diaboli namens Sarrazin. Ich kann Giordano, selbst Opfer von Rassenwahn und Terror, nur zustimmen und Respekt zollen. Grausen erfüllt mich dagegen, wenn die Kanzlerin, Frontfrau all der Selbstgerechten, die "unabhängige Entscheidung des Bundesbankvorstandes" lobpreist.

Ulrich Reppenhagen, per E-Mail

Fehlentscheidungen

"Politiker aller Parteien warfen ihm vor, mit seinen Thesen das Ansehen der Bundesbank beschädigt zu haben." Ja, bravo. In den letzten zwei Jahren hat mindestens ein Dutzend hochrangiger Banker durch fachliche Fehlentscheidungen und, wie sich in einem Fall jetzt herausstellt, durch charakterliche Unzulänglichkeit nicht nur das Ansehen ihrer Landes- oder privaten Großbank, sondern auch - auf Kosten des Staates - deren Bilanz massiv beschädigt. Personelle Konsequenzen sind in den seltensten Fällen und dann zulasten des am wenigsten Involvierten gezogen worden.

Hans-Otto Schulze, Buchholz

Warnung aus Stuttgart

"Zehn Bewerber für Hamburger Stadtbahn"

Reaktionen auf das europaweit ausgeschriebene Projekt.

Hamburger Abendblatt 2. September

Erst die finanziellen Altlasten abarbeiten, dann an neue Projekte rangehen. So denkt doch jeder vernünftige hanseatische Kaufmann. Wir Hamburger haben es einfach nur satt, immer wieder für die Schuldenmacher in der Politik den Kopf hinzuhalten und die Suppe dann auszulöffeln. Dauernd werden uns Projekte mit Kosten genannt, welche dann mindestens doppelt oder dreifach so teuer werden. Es reicht allmählich. Wir sind einfach nicht mehr bereit, den Ehrgeiz der Grünen oder anderer Politiker mit weiteren Schulden zu bezahlen. Stuttgart 21 sollte auch für unsere Politiker eine Warnung sein.

Klaus Tobaben, per E-Mail

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