Meinung

Leserbriefe an die Redaktion

Zuckerpuppe

"Endzeit-Stimmung in der Koalition"

Massenproteste gegen das Sparpaket der Bundesregierung.

Hamburger Abendblatt 14. Juni

Zu Ihrem Lei(d)t-Artikel über Merkels Rolle fiel mir folgende Persiflage ein:

Ich bin die Zuckerpuppe von der

Gurkentruppe

Und dem Wildsaukabinett.

Ich bin die kesse Biene

Mit der Sorgenmiene

Denn ich fänd Schwarz-Gelb so nett.

Wir waren beim Sparen

Bei Kranken und Hartz vier.

Ist die Mehrwertsteuer

Den Hotels zu teuer,

Na, dann reduzieren wir.

Heinz-Georg Tillack, per E-Mail

Chance für Schüchterne

"Mit dem Latein am Ende"

Altsprachliche Gymnasien fürchten um ihr Profil.

Hamburger Abendblatt 14. Juni

In besonderer Gefahr ist durch die Einführung der Primarschule auch der Latein-Unterricht an neusprachlichen Gymnasien. Das Angebot, als zweite Fremdsprache auch Latein wählen zu können, ist nach meiner Erfahrung als Lateinlehrerin auch deshalb so wichtig, weil die analytisch begabten Schüler, speziell die klugen, aber zurückhaltenden Jungen, sich so einem sprachlichen Fach zuwenden können, in dem sie sich nicht regelmäßig spontan mündlich äußern müssen, wie es beim Erlernen einer modernen Fremdsprache erforderlich ist. Als vollen Erfolg erlebte ich die Einführung der zweiten Fremdsprache in Klasse 6, also vor der Pubertät. Die Sechstklässler, darunter auch Schüler mit Migrationshintergrund, wandten sich dem Latein so begeistert und lernbereit zu, dass sie fast durchweg gute bis sehr gute Noten erzielten.

Brigitte Fuchs-Bodde, per E-Mail

Nicht nerven lassen

"Vuvuzelas - die Tonstörung der WM"

An den Blasinstrumenten der Südafrikaner scheiden sich die Geister.

Hamburger Abendblatt 14. Juni

Vuvuzelas gehören zur Kultur, ob das in unser Weltbild passt oder nicht. Bei den Fernsehübertragungen höre ich selbst die Vuvuzelas gar nicht mehr, weil ich sie als Teil des südafrikanischen Fußballs akzeptiere. Es ist alles eine Sache der Gewöhnung. Wer sich nicht gewöhnen will, hat Pech gehabt und wird bei den Spielen nur Lärm hören. Wer die südafrikanische Kultur so akzeptiert, wie sie ist, wird ein stimmungsvolles und aufregendes Fest miterleben. Feiert mit, statt euch nerven zu lassen!

Marietta Neumann, Johannesburg

Howies neue Heuler

Wo bleibt eigentlich Deutschlands Lieblings-Südafrikaner, Howard Carpendale, mit seiner Greatest-Hits-Compilation zur WM? Vorschläge zur Titelauswahl: "Dann nahm er die Vuvuzela", "Steine, Uhren und Rand, die ich gestern noch fand" sowie das Lied der englischen und algerischen Torleute: "Du fängst den Jabulani niemals ein".

Niels Hentrich, per E-Mail

Besser bedient?

"Aus für Deutschlands Schwarzseher"

Die Rundfunkgebühren sollen demnächst pro Haushalt erhoben werden.

Hamburger Abendblatt 10. Juni

Es gibt sie ja noch, Menschen, die fernsehen. Es gibt auch Menschen, die müssen herumlärmen, wenn sie Fußball gucken. Vor dem Gesetz sind alle gleich - in Deutschland aber nur auf dem Papier. Jetzt sollen alle zahlen, weil einige fernsehen. Die Werbewirtschaft geht davon aus, dass zwischen 18 und 40 Jahren weit weniger als 50 Prozent je fernsieht. Ich selbst sehe nie fern und höre nie Radio, dafür lese ich gerne Bücher. Wären wir nicht kulturell besser bedient, wenn alle Büchereigebühr entrichten müssten, egal ob sie das Angebot nutzen?

Daniel Kannenberg, per E-Mail

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