Themen: Zerrissen in Nahost – Baerbocks gefährliche Gratwanderung +++ Genossenschaften verabschieden sich vom Wohnungsbau.

Ein beeindruckendes Foto

11. Januar : „Zerrissen in Nahost – Baerbocks gefährliche Gratwanderung. Solidarität mit Israel und Empörung über die Situation der Palästinenser: Die Außenministerin erlebt kaum aushaltbare Widersprüche“

Im Hamburger Abendblatt ein beeindruckendes Foto unserer Außenministerin! Darin ist so vieles zu entnehmen: Erstaunen, Sorge, Hilflosigkeit, Mitgefühl, Emotionen pur und Zeichen der politischen und seelischen Gratwanderung, die sie bei ihren Besuchen in Nahost durchleben muss. Wie nur lässt sich der Konflikt, besser Krieg, dort auflösen und beenden? Das Recht des israelischen Staates zur Selbstverteidigung ist unbestritten, die Hamas muss ausgelöscht werden, wie aber vermeidet man zivile Opfer zu Zehntausenden? Warum nur lehnen israelitische Regierungen vehement die Zweistaaten-Lösung ab, die vielleicht eine Chance für halbwegs stabile Verhältnisse böte. Übergriffe israelitischer Siedler gegen palästinensische Bewohner sind jedenfalls nicht akzeptabel, der damit einhergehende illegale Siedlungsbau auf dem Territorium der Westbank (Westjordanland) ebenso. Vergleichbar mit der Geburt des Staates Israel im Jahr 1948? Am 29. November 1947 beschloss die UN-Generalversammlung die Teilung des damaligen Palästinas in einen arabischen und einen jüdischen Staat; das war die Geburtsstunde Israels am 14. Mai 1948, wenn auch von arabischen Ländern nicht akzeptiert und sofort einen Krieg auslöste. Hat die UN heutzutage sowenig Autorität, dass sie nicht in der Lage ist, ein Machtwort zu sprechen und - auch gegen den Willen israelitischer Politiker - einen souveränen Staat Palästina auszurufen? Man versteht diesen Nahost-Konflikt nicht mehr - und wünscht Frau Baerbock das Schwert, um diesen gordischen Knoten zu zerschlagen.

Klaus Lang, Hamburg

Grundstücke sind knapp

12. Januar: „Genossenschaften verabschieden sich vom Wohnungsbau. Soziale Vermieter rechnen vor, warum sich Neubau nicht mehr lohnt“

Die Genossenschaften wollen schon, aber zum Bauen braucht es Grundstücke und die sind in Hamburg knapp und sehr teuer. Oder sie sind günstig, aber liegen in Gegenden, wo keiner hin will. Die Idee des Genossenschaftsbauens ist exzellent, aber das war’s dann wohl in Hamburg, schade.

Hans-Emil Schuster, Hamburg

Die Kosten sind unerheblich

12. Januar: „Hilfreiche Therapie oder Hokuspokus? Seit Jahren werden viele Studien über Homöopathie gemacht. Für deren Interpretation gibt es reichlich Spielraum“

Die immer wieder aufflammende Diskussion um alternative Heilmethoden reduziert ärztliche Kunst auf scheinbar rationale, messbare Parameter. In diesem System dürfte sich die Medizin bald hervorragend digitalisieren lassen, ein Arzt wird nicht mehr benötigt. Dahinter liegt eine grandiose Überschätzung einer sogenannten „evidence based medicine“, die zweifellos ihre Berechtigung hat, als alleinige Basis von Heilverfahren aber nicht taugt. Statistische Verfahren sagen niemals etwas Sicheres über den Einzelpatienten aus, der individuelle Behandlung erfordert, die oft auf Vertrauen, Verständnis und Erfahrung beruht. Die Leitlinien zugrundeliegender wissenschaftlichen Studien sind - trotz vielerlei Kontrollmechanismen - nicht immer so eindeutig, wie angenommen; auch dort finden sich immer wieder Fehlinterpretationen oder sogar Fälschungen. Andere Ergebnisse lassen sich wiederum nicht in die von der Wissenschaft vorgeschriebenen Schemata packen, da randomisierte Verfahren sich nicht darstellen lassen. Auch ein Placeboeffekt erzeugt eine nachgewiesene Wirkung, viele alternative Heilmethoden werden bei Patienten eingesetzt, für die die Schulmedizin keine ausreichenden Angebote hat. Die Kosten dafür sind im Vergleich zu anderen Ausgaben, weitgehend unerheblich.

Dr. Martin Schwager

Emotionalen Ball flachhalten

11. Januar: „Hassmails wegen Gratis-Aktion. Miniatur Wunderland gerät in den Fokus von Hetzern, die Frederik und Gerrit Braun naives Gutmenschentum vorwerfen“

Die Aktion der Brüder Braun, finanziell schwach gestellten Personen einen Gratis-Eintritt in das Miniaturwunderland zu gewähren, ist bemerkenswert. Ich freue mich darüber und bin mir sicher, dass dieses Angebot von vielen Menschen genutzt wird, die es sich sonst nicht leisten könnten. Das unter den Gratis-Besuchern ein paar Leute sind, die das Angebot ausnutzen ist nicht richtig, kann aber passieren. Das sind aber Wenige. Jetzt heißt es, den emotionalen Ball flachhalten. Vertrauen wir uns gegenseitig wieder etwas mehr: dass ist nicht naiv sondern wunderbar.

Thomas Köpke, Itzstedt

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