Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 17. August 2022

| Lesedauer: 8 Minuten

Warum nicht ein „Gas-Soli“?

16. August: „Gasumlage macht Heizen noch teurer – Scholz verspricht Entlastungen“

Die Gasumlage ist eine staatlich verordnete Umlage und damit quasi eine staatliche Steuer, auf die noch die Mehrwertsteuer erhoben wird und damit einen Teil der Bevölkerung erheblich treffen wird. Inwieweit ist die Gas verbrauchende Industrie betroffen, weil bisher nur über die sog. heizenden Endverbraucher gesprochen wird? Der hohe Gaspreis ist eine Folge der Sanktionen gegen Russland, Gasverteuerung durch die verminderte bzw. bald vielleicht ganz eingestellte Gaslieferung durch Russland. Die Bundesrepublik hat Sanktionen gegen Russland verhängt und die Folgen sind u.a. die Verminderung der Gaslieferung mit allen Folgen, welche die Bevölkerung insgesamt treffen, weil alle Energien sich verteuern. Warum wird jetzt nicht ein – vielleicht steuerähnliches – Programm aufgelegt, welches die gesamte Bevölkerung einschließlich der Industrie tragen müsste, so wie z.B. der „Soli“ oder früher das Notopfer Berlin, aus dessen Ergebnis dann alle Energiegeschädigten unterstützt werden könnten. Ein solches Steuerprogramm kann ab einer gewissen Einkommenshöhe erhoben und auch nach Einkommenshöhe nach oben gestaffelt werden, was natürlich umfangreiche staatliche oder gesetzliche Überlegungen erfordert, dadurch aber insgesamt „sozialer“ werden könnte.

Dr. Peter Calais

Eine „tolle“ Idee

Eine wahrhaft tolle Idee: Wir stützen jetzt die Gasversorger. Das ist vernünftig, aber wir dürfen diese Tatsache nicht vergessen, wenn wir dann im Börsenteil der Zeitungen in 2023/2024 von den Gewinnen und den daraus resultierenden hohen Dividenden hören und lesen. Dann allerdings wird Herr Lindner uns erklären, das sei eben Marktwirtschaft. „Übergewinn“ könne man das nicht nennen. Meint er, wir hätten die Stützung in 2022 bis dahin vergessen?

Klaus Schäfer

Kredit für Energieversorger

Warum werden die Kosten für die Ersatzbeschaffung der benötigten Gasmengen, den Energieversorgungsunternehmen nicht als Kredit durch die Gaskunden zur Verfügung gestellt. Selbstverständlich mit dem üblichen Zinssatz. Wenn es diesen Unternehmen wieder besser geht, kann der Kredit monatlich zurückgezahlt werden, bis dieser getilgt ist. Weiter frage ich mich, wie die damals verantwortlichen Politiker und die Unternehmensleiter, für eine totale Marktfehleinschätzung und Fehlplanung haften. Dass eine zusätzliche Speicherumlage ab dem 01.10.2022, laut § 35e des Energiewirtschaftsgesetzes erhoben werden kann, wird freundlicherweise auch nicht erwähnt.

Michael Lother

Katastrophale Fahrradwege

16. August: „Zahl der Autos in der Stadt steigt wieder“

Für die nach wie vor hohe Zahl zugelassener Privat-Pkw gibt es sicher einige Gründe. Wenn man z.B. in den nördlichen Walddörfern wohnt, verliert man sehr schnell die Lust daran, mit dem Fahrrad in Richtung Innenstadt zu fahren. Die Fahrradwege – soweit man diese z.B. an der „Alten Landstraße“ als solche bezeichnen kann – befinden sich in einem katastrophalen Zustand. Zudem sind diese häufig unterbrochen oder durch Hindernisse (abgestellte E-Scooter, Mülltonnen usw.) blockiert, da wird die Fahrradtour zum Wagnis. Möchte man stattdessen mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Poppenbüttel Richtung Ohlsdorf fahren, darf man nicht zu eng planen. Die S 1 fuhr in den letzten Tagen lediglich im Zehn-Minuten-Takt und in Ohlsdorf trifft man dann wochenlang auf Schienenersatzverkehr. Das ist als Alternative zum Auto wenig attraktiv. Und darüber hinaus gibt es offenbar auch einen Trend zum Dritt- oder Viertauto in den privaten Haushalten. Durch diese wird natürlich ohnehin knapper öffentlicher Parkraum unnötig dauerhaft blockiert. Dem könnte man begegnen, indem man die Höchstzahl der pro Haushalt zugelassenen privaten Pkw gesetzlich reglementiert. Das werden Autolobby und FDP aber sicher zu verhindern wissen.

Klaus Bergemann

Eine Giftpille für den HSV

16. August: „HSV lehnt 120-Millionen-Euro-Angebot von Kühne ab“

Als zugereister Münchner verfolge ich das Schicksal des HSV seit 20 Jahren nicht als Fan, aber mit Sympathie und zunehmendem Mitleid. In meiner Wahrnehmung begann die Malaise mit der von Kühne forcierten Rückkehr van der Vaarts zum HSV 2012. Das schien eine Win-Win-Situation zu sein: zusätzliches Geld für eine Vereinslegende von einem wohlmeinenden Fan. In Wirklichkeit war es eine Giftpille, denn damit begann der fachfremde Einfluss auf Verein und Vereinsführung. Jeden Euro ließ sich Kühne eisern mit Einflussnahme vergüten. Das Problem an „dummem Geld“ ist: Es richtet großen Schaden an, denn die Ansprüche erhöhen sich, die Selbstwahrnehmung ist gestört, die Professionalität leidet. Dummes Geld kann höchstens dann im intendierten Sinn wirken, wenn es sehr reichlich fließt. Das Problem an Kühne ist: Er ist reich wie ein Scheich, aber knauserig wie ein Mauserich. Wenn er, wie die echten Scheichs, mal eine Milliarde hingelegt hätte... Das wäre mal ein Wort. Dann wäre der HSV aber auch nicht mehr der HSV. So wie es ist, fehlt mir die Fantasie, wie der neue Kühne-Plan etwas verbessern kann.

Prof. Ludwig Paul, Hamburg

Das Beste am Abendblatt

16. August: „Die Vergesellschaftung der Unhöflichkeit“

Die Deutschstunde ist für mich das Beste am ganzen Hamburger Abendblatt! Ich glaube, Sie sprechen den meisten über 50-Jährigen aus der Seele! Vielen Dank, Herr Schmachthagen!

Christiane Möller

Die Gewalt war absehbar

16. August: „Streit um Polizeieinsatz bei Blockade“

Die massive Gewalt, die von den Mitgliedern des sogenannten Klimacamps gegen die Hamburger Bürger und die Polizei angewendet wurde, war absehbar. Der Verfassungsschutz benennt die teilnehmenden Organisationen als extremistisch und gewaltbereit. Dass die Veranstaltung am Ende genehmigt wurde, ist der unheiligen Allianz von rot-grüner Hamburger Landespolitik und einer Landesjustiz, die auf dem linken Auge blind zu sein scheint, zu verdanken. Ein rechtes Aktionscamp z.B. von radikalen Impfgegnern wäre (zu recht) niemals genehmigt worden. Dass für die massiven Angriffe dieser radikalen Staatsgegner gegen die Polizei nun durch die (immerhin in Hamburg regierenden) Grünen pauschal die Polizei verantwortlich gemacht wird, ist ein Skandal.

Dr. Philip Düwel, Hamburg-Duvenstedt

Praktisch, sauber und steril

15. August: „Die Harten sollen nicht mehr in den Garten“

Auch in Henstedt-Ulzburg Süd sind vermehrt ökologische Katastrophen zu verzeichnen: Schottergärten! Aber, es geht noch schlimmer: So hat einer meiner Nachbarn seinen gesamten Vorgarten mit hellen Platten gefliest. Man könnte meinen, dass hier eine Großküche eingerichtet werden sollte. Habe mich gefragt, in welcher Ecke die Einbauküche stehen soll? Es sieht nicht nur fürchterlich aus, es ist auch eine ökologische Katastrophe! Selbst gehe ich davon aus, dass die Fläche mindestens zwei Mal pro Jahr „gekärchert“ wird, damit die Hinterlassenschaften der umgebenden Natur beseitigt werden. Das nennt man dann wohl „Gartenpflege“! Praktisch, sauber und steril. Die Gemeinden, auch Henstedt-Ulzburg, sollten solche „Gartengestaltungen“ verbieten. Eine Unterstützung durch die Insekten wäre den Gemeinde sicher!

Andreas Srogosz-Osnabrügge

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