Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 27. Juli 2022

| Lesedauer: 8 Minuten

Schnell handeln, Panzer liefern

26. Juli: „Koalition ringt um direkte Waffenlieferungen an Kiew. Ringtausch sorgt für Ärger in Polen“

Um es kurz zu machen: Ich verstehe die Handlungsweise „Ringtausch“ der Regierung nicht mehr. Das Argument, moderne Panzer nicht an die Ukraine direkt zu liefern, weil moderne deutsche Rüstung die Gefahr erhöht, dass eine Eskalation des Krieges auf Nato-Staaten übergreifen könnte, ist nicht mehr nachvollziehbar. Der Panzer Leopard 1, der massenhaft bei der Industrie rumsteht, ist zudem nicht mehr modern. Die Artillerie-Haubitzen der Bundeswehr sind neueste Technologie, genauso wie die von den USA bereitgestellten Artillerie-Systeme. Das sind also moderne Waffen, der Leo 1 nicht. Wenn wir die Ukraine unterstützen wollen, dann bitte einfach mal schnell handeln und die zur Verfügung stehenden Leopard-1-Panzer liefern!

Lutz Jaffé

Wer soll das alles bezahlen?

26. Juli: „Mitten in den Ferien: Morgen Streik am Hamburger Flughafen“

Bereits die Streiks der Hafenarbeiter fand ich völlig unpassend und nun soll auch noch am Flughafen gestreikt werden, obwohl man da dieser Tage auch ohne Streik Nerven wie Stahlseile braucht. Von Inflation und galoppierenden Preisen sind wir alle betroffen. Wenn aber alle so absurde und unverantwortliche Forderungen stellen wie Ver.di, wer soll das eigentlich alles noch bezahlen? Auch eine Methode, unser Land weiter gegen die Wand zu fahren.

Birgit Peters

Wir fahren mit dem Auto los

Das Konstrukt um die Luftfahrt ist durch Streikmöglichkeit und Personalmangel viel zu anfällig geworden. Das System kollabiert und von der Regierung ist nichts zu erwarten. Besonders die einst so stolze Lufthansa mit ihren Schwestern ist nun für mich zur unzuverlässigsten Airline geworden, Bahn läuft auch nicht, also wieder wie in meiner Jugend: Wir fahren mit dem Auto los. Das ist teurer, aber wenigstens zuverlässig!

Gerald Staschke

Lösung finden statt Kritik üben

26. Juli: „Greenpeace warnt vor Errichtung von LNG-Terminals“

Nachdem der BUND sich gegen alle bisherigen Lösungen zur sicheren Energieversorgung ausgesprochen hat, meldet sich jetzt auch etwas verspätet Greenpeace zu Wort. Abgelehnt wird der Bau von LNG-Terminals und die Verwendung von fossilen Brennstoffen. Ich frage mich immer wieder, wenn ich die Bedenken der Umwelthüterorganisationen zur Energieversorgung unseres Landes höre und lese, in welcher Welt diese Menschen leben? Geht es dabei nur darum, auf sich aufmerksam zu machen, oder wirklich um praktikable Lösungen? Leider ist die Situation so wie sie ist und lässt sich nur mit den bisher diskutierten Möglichkeiten beherrschen. Die Umweltverbände sollten sich bewusst sein, dass auch sie mit Steuergeldern finanziert werden und somit auch eine Verantwortung zur Lösungsfindung haben und nicht nur Kritik üben.

Thomas Fetzberger, Bargteheide

Leider ein Bauchklatscher

26. Juli: „,Oben ohne‘ schwimmen – das gilt. Bäderland ist offen für neue Regelung, solange es keine Diskussionen gibt“

Das Bäderland als Vorreiter weiblicher Emanzipation? Leider ein Bauchklatscher. Da wurde nicht nachgedacht. Ich (Frau, 57) möchte keine nackten Tatsachen in unseren Schwimmbädern sehen. Nicht weil ich prüde wäre. Auch nicht, weil ich es den Männer missgönnen würde. Aber aus guten, nachvollziehbaren Gründen. Wer würde denn seine nackten Brüste präsentieren? Zum einen junge Frauen, die mit ihrer erotischen Wirkung spielen. Zum anderen aufdringliche Feministinnen jeglichen Alters, die eine vermeintliche Freiheit zur Schau tragen wollen. Muss sich die Mehrheit der weiblichen Badegäste am nackten Anblick dieser Minderheiten messen lassen? Weibliche Brüste als sekundäres Geschlechtsmerkmal werden in unserer Kultur nun einmal der Attraktivität der Frau zugeordnet. Deswegen bleiben sie in der Öffentlichkeit bedeckt. Und was ist mit all den Migranten und muslimischen Frauen, die das Bäderland besuchen möchten? Liebe „Bademeister“, denkt noch einmal nach – und vermeidet die offenen und unterschwelligen Konflikte, die Oben-ohne-Schwimmen fraglos heraufbeschwören würde.

Susanne Tietgens

Sonderrechte für Privilegierte

25. Juli: „Weitere Bewohnerparkzonen geplant“

Es bleibt mir ein Rätsel, warum der Maßstab für die Einrichtung der Bewohnerparkzonen die Befragung der Anwohner*innen liefert. „Gehören“ die Stadtteile ihren Bewohner*innen? Oder sollte eine lebenswerte Stadt nicht im Blick haben, dass alle Bürger*innen sich überall frei bewegen können und soziale, wirtschaftliche oder kulturelle Angebote gleichermaßen nutzen und ihre Arbeitsstätten gut erreichen können? Ich befürworte die Verkehrswende und verzichte gerne auf das Auto, aber ohne ein besseres Angebot des HVV funktioniert das nicht immer. Versuchen Sie z.B. mal nach einem Theaterbesuch in der Gaußstraße nach Hummelsbüttel mit dem ÖPNV zu kommen. Die Bewohnerparkzonen finden sich meist in privilegierten Stadtteilen, in denen sich die meisten Hamburgerinnen und Hamburger das Wohnen nicht leisten können. Und nun verteilt die Stadt noch ein paar Sonderrechte obendrauf. Gibt es eigentlich auch Anreize, dass Bewohnerinnen und Bewohner dieser zentralen Stadtviertel, in denen man ja alles quasi vor der Tür hat, auf Autos verzichten? Wäre ja auch mal ein Ansatz.

Jutta Klatte

Bis an die Kante vollgeparkt

Als Bewohner der Straße „Am Langenzug“ habe ich mit Wohlwollen gelesen, dass nun endlich auch Uhlenhorst eine Anwohnerparkzone erhalten soll. Es ist erstaunlich wie andere Länder, so beispielsweise die Schweiz, seit Jahrzehnten solche Zonen problemlos bewältigen und wir uns wieder einmal so schwer tun. Allerdings, wer in diesen Quartieren wohnt, weiß nur zu gut, dass die Autofahrer schlichtweg keine Rücksicht mehr nehmen. Es wird kreuz und quer parkiert und so wundert es, dass der „Langenzug“ wohl nicht in die Anwohnerparkzone integriert werden soll. Abgesehen davon, dass diese Straße tagsüber und nachts bis an die Kante vollgeparkt wird und auch sonst als Dauer-Parkplatz für die gesamte Umgebung dient, ist sie mittlerweile mit abgefahrenen Randsteinen, tiefen Schlaglöchern und ungepflegten Bordsteinen mit eine der hässlichsten Straßen Hamburgs. Es bleibt zu hoffen, dass ganz Uhlenhorst endlich auch in den Genuss dieser – auch klimafreundlichen – Gesamtlösung kommt.

Hans-Joachim Hess

Es ging auch viel um Fußball

25. Juli: „Ein Dämpfer zum Abschied von Uwe“

„Es war ein besonderes Spiel. Eigentlich ging es wenig um Fußball, sondern darum, den großartigen Uwe zu würdigen“, so der Trainer des HSV zum Spiel gegen Hansa Rostock. Falsch, Herr Walter. Es ging nicht nur darum, den großartigen Fußballer und Menschen Uwe zu würdigen. Es ging auch viel um Fußball, nämlich darum, endlich im vierten Anlauf wieder in die Erste Bundesliga aufzusteigen. Auch um viel für den Verein und damit für den Vorstand und die Anteilseigner: Nämlich um Geld und Reputation. Man wird von Spiel zu Spiel sehen, wie Sie die Mannschaft führen und was sie ihr abverlangen. Sie selbst stehen m. E. nach ihrer Aussage mehr denn je auf dem Präsentierteller.

Anton Zimmermann

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