Leserbriefe

Briefe an die Redaktion 28. Juli 2020

Selbstverständlichkeit

25./26. Juli: 16 neue Corona-Fälle: Hamburg will Urlauber jetzt am Flughafen testen. Erneut Reiserückkehrer infiziert. Senatorin kündigt Zentrum am Airport an. Auch kostenlose Tests für Lehrer geplant.

Es sollte selbstverständlich sein, dass Rückkehrer nach Auslandsreisen auf eigene Kosten bei Ankunft einen Soforttest machen müssen. Diese Kosten sollten sie in ihr Budget einkalkulieren. Schlimm genug, dass die Steuerzahler schon die erhöhten Polizeiaufkommen für die Massenversammlungen wie Cornern und Fußballveranstaltungen zahlen müssen.

Rita Stellmacher

Kosten einplanen

Warum muss die Allgemeinheit die Kosten für die Tests tragen? Ich protestiere dagegen und fordere, dass der Test Pflicht wird und jeder Urlauber die Kosten selber zu tragen hat. Wir Daheimgebliebenen verzichten auf Auslandsreisen, um uns und andere nicht zu gefährden. Wer das Geld hat um in die Türkei oder sonstwo hinfliegt, der muss eben diese Kosten mit einplanen. Und wer nach Mallorca fliegt um zu feiern, erst recht.

Uwe Klünder

Ansteckungswelle provozieren

25./.26 Juli: Leitartikel: Virenschutz geht anders. Die Politik verspielt in der Pandemie kostbare Zeit und das Vertrauen der Bürger

Ich möchte mich recht herzlich für ihren Beitrag bedanken. Ich kann auch nicht verstehen wie Reisende in gefährdete Gebiete, nachdem wir gemeinsam die Corona Gefahr einigermaßen in den Griff bekomm haben, die Arroganz besitzen, durch ihr Verhalten, eine erneute Ansteckungswelle zu provozieren. Und schon gar nicht verstehe ich, dass die Gesundheitstest freiwillig und auf meine Kosten gemacht werden sollen. Zur Gruppe der hochnäsig arroganten zähle ich auch die jungen Leute, die trotz Weltverbesserer Ambitionen, sich einen Teufel darum scheren die Verbreitung der Pandemie zu verhindern.

Friedrich Winkelmann

Für alle Folgen geradestehen

Das Freiwilligkeitsprinzip funktioniert ebenso wenig wie die freiwillige Selbstverpflichtung der Industrie: Entweder gar nicht oder nur mit nicht hinnehmbaren Lücken. Wenn die derzeitige Gesetzeslage tatsächlich einen Zwang zum Testen von aus Risikogebieten zurückkehrenden Urlaubern noch nicht hergeben sollte, dann bedarf es angesichts der drohenden Gefahr einer schnellstmöglichen Gesetzesanpassung. Und was die Kosten für den Test angeht: Wer trotz der ausdrücklichen Warnungen des RKI in Gebiete verreist, die vom Bundesministerium für Gesundheit, dem Auswärtige Amt und dem Bundesministerium des Innern zum Risikogebiet erklärt worden sind, der hat auch für alle Folgen geradezustehen. Es ist nicht hinnehmbar, dass diese Kosten der Solidargemeinschaft auferlegt werden. Beides – Testzwang und Kostenübernahme – müssen Hand in Hand gehen.

Horatius Hilbert, Ahrensburg

Ist es Unvermögen?

24. Juli: Senat hat Kontrolle über die HPA verloren. Gunther Bonz, Chef des Unternehmensverbands Hafen Hamburg, sieht in der Standortpolitik der städtischen Verwaltung eine Gefahr für Umschlagbetriebe, Werften und Reedereien.

Bei Lektüre des Interviews mit Herrn Günther Bonz haben sich bei mir die Nackenhaare gesträubt. Es bestätigt mir einmal mehr die Unfähigkeit bzw. fehlenden Kompetenz der agierenden Verantwortlichen der hochtrabend Hamburg Port Authority (Auf deutsch Hafenverwaltung Hamburg) genannt. Wie kann man eine Firma wie die Sietas Werft so im Stich lassen? Ist es schlicht Unvermögen der handelnden Verantwortlichen, oder steht eine Taktik dahinter? In einem Unternehmen der freien Wirtschaft hätte man diese Leute wohl gefeuert. Dieser Vorgang wirft ein bezeichnendes Licht auf unsere Rathausmannschaft. Hauptsache: Wir haben unsere Leute gut untergebracht und versorgt. Ich hoffe, die Einsicht und Vernunft wird sich in absehbarer Zeit durchsetzen.

Horst Ruppert

Unkontrolliertes Eigenleben

Herr Bonz polarisiert zwar gern und übertreibt ein wenig, in der Sache hat er aber leider Recht. Die HPA führt schon seit Jahren ein unkontrolliertes Eigenleben unter Herrn Maier und das liegt nicht zuletzt daran, dass wir einen sehr schwachen Wirtschaftssenator haben, der keine Rückendeckung oder Hausmacht hat und zudem durch den gerade erfolgten neuen Behördenzuschnitt noch einmal weiter verzwergt wurde. Das hat Herr Maier schon lange erkannt, bereits unter den Vorgängern des Wirtschaftssenators. Die HPA ist nach wie vor mehr die Behörde für Strom und Hafenbau und agiert auch so, es dauert eben alles etwas länger und Hafenbetriebe sind mehr Bittsteller als Kunden, leider.

Gerhard Maack, Hamburg

Das war doch klar!

24. Juli: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Senatorin ein. Bezirksabgeordnete hatten Anna Gallina und weitere Grüne angezeigt – offenbar zu spät.

Das war doch klar! Es ist schon grotesk, eine Justizsenatorin aus dem linksgrünen Spektrum, ohne qualifizierte Ausbildung und Berufserfahrung. Und zur Begrüßung ermittelt die Staatsanwaltschaft nicht weiter gegen ihre neue Chefin, es gab zum Glück einen Formfehler. Mit dieser Fehlbesetzung an der Spitze erscheinen jetzt auch die milden Fehlurteile gegen die G-20 Randalierer in einem anderen Licht.

Klaus D. Köncke

Wichtige Neuigkeiten

24. Juli: Sportspaß-Hausverbot „unwirksam“ Richterin: Beschluss gegen Vorstand Friz nicht satzungsgemäß. Entscheidung am 30. Juli.

Ich möchte mich bei Ihnen für Ihren Artikel über den Rechtsstreit bei Sportspaß bedanken. Ich glaube, damit haben Sie sehr wichtige Neuigkeiten verbreitet, die man sonst nicht mitbekommen würde. Ich bin selbst seit knapp fünf Jahren Mitglied bei Sportspaß und hatte noch vor dem Artikel das Gefühl, dass der Verein durch coronabedingte Schließungen und auch durch eigenes Verhalten und Kommunikation in die Krise gerutscht ist. Ich habe zweimal mit Michael Weidman am Telefon gesprochen. Er war mir gegenüber aggressiv, unhöflich, beleidigte mich, warf mir egoistisches, vereinfeindliches Verhalten vor und drohte sogar indirekt mit dem Rauswurf aus dem Verein, wenn ich nicht aufhöre, meine Fragen zu stellen. Und Ihr Artikel zeigt, dass er das durchaus machen kann. Ich stimme Ihnen zu, dass der Verein in der Krise steckt. Streit unter Vorständen (bis zu gerichtlicher Auseinandersetzung), Abgang der Mitglieder, bis auf weiteres geschlossene Studios in Harburg und Altona – das sind keine gute Zeichen und definitiv nicht das, war wir alle in diesen Zeiten benötigen. Uns bleibt nur Hoffnung, dass Verein nicht daran zerfällt.

Andrey Grigorev

Tradition würdigen

25./26. Juli: Die schönsten Radtouren – raus aus der City Abstand halten – kein Problem. Sechs Tipps von Abendblatt-Redakteuren, um neue Blickwinkel auf Hamburg zu entdecken. Zur Wasserkunst Kaltehofe

Nicht zum ersten Mal, hoffentlich nicht auch zum letzten Mal, berichten Sie über Entenwerder/Kaltehofe. Was sich mir nicht erschließt und es wiederholt sich, dass Sie bei Ihren Hinweisen zur Einkehr beständig die Institution, seit 1872, das Entenwerder Fährhaus unterschlagen bzw. beflissentlich übergehen. Dabei ist gerade der etwas spröde Charme ein besonderes Angebot. Nicht zu vergessen, die dem Trend der Verkleinerung entgegenstehende, eher reichhaltig praktizierte Portionierung. Eine Leistung! Wenn es gelingt dem Wirt seinen Charme zu entlocken, dann ist dort auch Geschichtswerkstatt gratis zu bekommen und das lohnt sich allemal. Also nicht nur was in ist, sondern auch Tradition sollte gewürdigt werden, denn noch vor wenigen Jahren erschien es dort als verlorener Ort.

Andreas Scholz, Hamburg