Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 15. Juni 2020

Ausgaben sinnvoller steuern

13./14. Juni: Braucht Deutschland schon das nächste Konjunkturpaket?

Man bekommt den Eindruck, dass es in Deutschland nur noch marode Schulen, Kitas und Behörden gibt. Hier stellt sich die Frage, warum die Leitungskräfte dieser Stellen nicht nachhaltig dem Verschleiß entgegengearbeitet haben. Und das jetzt das im Vorhinein durch Steuern und weitere Abgaben sowie durch übertriebene Sparmaßnahmen (Polizei, Bundeswehr) eingenommene Geld der Bevölkerung als „Bazooka“-Lösung zurückgegeben wird, sollte aufzeigen, dass der Staat zukünftig Einnahmen und Ausgaben sinnvoller steuern sollte. Auch der Bürger kann nicht sparen, wenn die Waschmaschine defekt ist.

Norbert Herzberg, Pronstorf

Veraltetes Projekt

13./14. Juni: Warum Hamburgs Hafen an Bedeutung verliert. Statt nur auf Warenumschlag zu setzen, fordern Experten Ideen rund um Wasserstoff und Windkraft

Damit ist die Elbvertiefung doch ein Dinosaurier-Projekt von gestern und muss auch von Politik und Wirtschaft wegen Unsinnigkeit gecancelt werden. Es ist auch ein Zeichen von Weisheit, Meinungen zu ändern und nicht auf sein zugesprochenes Recht zu pochen.

Martin Kleinert

Kleinbusse sind nicht besser

12. Juni: Reform ohne Wumms. Scholz erhöht Steuern für SUV – springt dabei aber zu kurz

In Ihrem Kommentar schreiben Sie leider nur über die SUV, die viel CO 2 ausstoßen. Warum erwähnen Sie nicht auch die großvolumigen Motoren in Limousinen, Kombis und vor allem in Kleinbussen. Diese produzieren bestimmt genau so viel Kohlendioxid wie die SUV, vor allem wenn letztere nur kleinvolumige Motoren haben. Und vergessen Sie nicht, dass viele ältere Menschen einen SUV fahren, weil die Innenhöhe einen großen Komfort bietet. Und nur zu Ihrer Beruhigung: Ich fahre keinen SUV.

Wolf Kurtz

Sinnvolles für Kinder

12. Juni: Sendeschluss für das NDR-Kinderradio? ,Mikado‘ und ,Ohrenbär‘ auf NDR Info sollen eingespart werden

Ihr Bericht über die Pläne des NDR seine Kindersendungen „Mikado“ und „Ohrenbär“ aus finanziellen Gründen einzustellen, entsetzen mich. Nicht nur sollte uns für Kinder nichts Sinnvolles zu teuer sein, war es nicht auch schon immer ein Nachweis von äußerster Dummheit, den Ast abzusägen, auf dem man sitzt? Wie sollen Kinder lernen, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk ein wichtiges Medium ist, wenn sie keine Beziehung zu ihm aufbauen können? Der Rundfunkrat, der im Spätsommer darüber abstimmen wird, soll eigentlich „die Interessen aller Bürgerinnen und Bürger im Sendegebiet des NDR“ vertreten. Aber (frei nach Niemöller): Als der NDR die Kindersendungen abschaffte, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kind oder hatte keine Kinder oder Enkelkinder. Als er „Morgenandacht“, „Blickpunkt:Diesseits“, Gottesdienste, „Shabbat Shalom“ strich, habe ich geschwiegen, ich war ja nicht religiös oder mir reichte meine Ortsgemeinde. Als sie die Sportsendungen abschafften, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Sportler oder zog sowieso das Fernsehen vor. Als sie auch noch die politischen Informationen einstellten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte, es hörte ja sowieso keiner mehr Radio. Danke für Ihren Bericht.

Prof. Wilfried Hartmann, Hamburg

Schnell rückgängig machen!

Die Streichung der Sendungen „Ohrenbär“ und „Mikado“ zeigt wieder einmal deutlich, dass die Interessen der Kinder vernachlässigt werden. Wo bleibt da der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zur Bildung? Hörspiele, Kindernachrichten, Buchbesprechungen werden eingestellt, viele Kinder werden auch die „Kindernacht“ vermissen. Möge der Rundfunkrat diese Entscheidung ganz schnell rückgängig machen.

Gisela Lindloh

Der „Ohrenbär“ bleibt

Es gibt Sendeformate, die gehören einfach zum NDR. Und dazu gehört seit Jahren der „Ohrenbär“. Und nun wird vielleicht dieser originäre Sendeplatz besetzt werden mit einer weiteren beliebigen Reportage, um zum xten Mal zu berichten, wie groß und bedeutend die Hamburger Kulturszene ist. Zur Kulturszene gehören aber auch einfühlsame und schöne Erzählungen für Kinder. Und deshalb: Der Ohrenbär bleibt!

Dr. Herbert Richter-Peill, Hamburg

Sonderaktion Begrüßungsgeld

12. Juni: Startschuss für den Kinderbonus

Eigentlich hat der Staat ja nichts zu verschenken, aber so ein Hilfspaket ist beachtlich. Die Bundesregierung hat den Kinderbonus von 300 Euro brutto je Kind beschlossen, der im September und Oktober jeweils mit 150 Euro überwiesen wird. Da kann eigentlich niemand meckern, immerhin besser als gar nichts. Ich glaube, dass unser Staat solche Wohltaten verkraften wird. Vor 31 Jahren gab es an einem Tag ein Begrüßungsgeld von 100 D-Mark für jeden Besucher aus der damaligen DDR. Das war eine Sonderaktion der Bundesregierung unter Bundeskanzler Helmut Kohl. Für damalige Zeiten, auch ein einmaliger Vorgang.

Rita Humpke