Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 17. März 2020

Gehälter zurückstufen

16. März: Bundesliga braucht einen Notfallplan. In Frankfurt diskutieren heute die Vertreter der 36 deutschen Proficlubs auch über die finanziellen Folgen von Corona

Vielleicht ist das eine Gelegenheit für die großen Clubs zu etwas normaleren Summen bei Gehältern und Ablösen zurückzukommen. Was sich da in den letzten Jahren abgespielt hat, ist unmoralisch.

Dr. Joachim Flügel

Entschleunigt das Klima retten

16. März: Bleibt alle zu Hause! Je eher wir Empfehlungen und Verbote beachten, desto schneller werden sie entbehrlich

Nun werden wir alle einmal „resettet“. Sehen wir das doch positiv, es birgt Chancen im Miteinander und im Zusammenleben. Und vielleicht können wir uns etwas von dieser verordneten Entschleunigung bewahren – für das Leben nach Corona. Unser Klima profitiert schon jetzt davon.

Cornelia Behnke

Es trifft die Schwächsten

14./15. März: Corona lehrt, auf wen Verlass ist. Alle Menschen begegnen plötzlich gemeinsam dem Unvorhersehbaren – und müssen sich einem Charaktertest stellen

Mit Ihrem Beitrag zur Eigenschaft der Corona-Epidemie als Charaktertest haben Sie aus meiner Sicht mal wieder voll ins „Schwarze“ getroffen. Leider gibt es in meinem Bekanntenkreis tatsächlich Personen, die ihre nicht abgesagte Geburtstagsfeier mit sogenannten Mumps-Partys vergleichen. Vielleicht kennen sie im nächsten Krankenhaus arbeitende Pflegekräfte oder Ärzte, denen sie schon immer mal einen Denkzettel verpassen wollten. Anders ist so ein Verhalten kaum noch zu erklären. Treffen wird es dort, neben dem Personal, natürlich vor allem die Schwächsten.

Heiner Strunck-Haase,

Hamburg-Rahlstedt

Keine App – keine Busfahrt?

14./15. März: HVV schützt Busfahrer – Vordere Tür bleibt geschlossen

Es ist sehr zu begrüßen, dass der HVV seine Busfahrer zu schützen versucht. Man soll sich seine Fahrkarte am Automaten, auf seiner App oder im Internet kaufen. Wo, außer an Schnellbahnstationen, einigen Plätzen in der Innenstadt und sonstigen Punkten im Stadtgebiet gibt es Automaten? Hier rächt sich, dass man selbst an stark frequentierten Haltestellen einiger Linien in den letzten Jahrzehnten keine Automaten aufgestellt hat, was außerdem zur Beschleunigung des Busverkehrs beigetragen und keine 250 Millionen Euro gekostet hätte. Und Apps oder Internet hat auch nicht jeder. Wie sollen sich die tausenden und abertausenden Kunden verhalten, die keinen Fahrschein auf die angebotene Art erwerben können? Müssen diese nun ihre Besorgungen zu Fuß erledigen? Oder sind sie im Fall einer Kontrolle gar Schwarzfahrer, weil sie keine Möglichkeit hatten, einen Fahrschein ordnungsgemäß zu erwerben?

Gerhard Schultz

Beschämendes Verhalten

14./15. März: Polizist getötet – Hamburger Verleger startet Benefizaktion

Ich finde es beschämend, dass eine reiche Stadt wie Hamburg nicht für ihre Beamten geradesteht, die für die Gesellschaft dieser Stadt ihr Leben riskieren und – wie in diesem Fall – verlieren, sondern die Lebensgefährtin und seine Söhne im Regen stehen lässt. Ich bin über solch ein Verhalten zutiefst enttäuscht und finde es hoch anzurechnen, dass Spenden aus der Bevölkerung eingehen, um der Familie zu helfen. Auch ich werde spenden.

Fred Mordhorst

Tut nicht weh und hilft...

16. März: Keine Karten zurückgeben!

Vielen Dank, Frau Schiller, für Ihren Solidaritätsaufruf! Damit haben Sie in Worte gefasst, was jedem Kartenkäufer sofort ein schlechtes Gefühl verursacht, wenn die Veranstaltung jetzt nicht stattfinden darf. Tut nicht weh und hilft ein bisschen.

Gabriele Ebert

Kunden wünschen Zuckerguss

14./15. März: Ärger über Zucker und verdeckte Preiserhöhungen

Es ist schon recht merkwürdig. Da regen sich Verbraucher und Verbraucherschützer darüber auf, dass in vielen Produkten ein erhöhter Zuckeranteil zu verzeichnen ist. Kaum jemand regt sich darüber auf, dass man in den Bäckereien nur noch Kleinbackwaren wie Berliner, Kopenhagener oder Butterkuchen dick mit Zuckerguss überzogen bekommt. Auf meine Anfragen erhielt ich die Antworten, dies sei ausdrücklicher Kundenwunsch, den ich auch selbst erleben durfte.

Wolf-D. Burghardt, Ammersbek

Plünderung der Rentner

13. März: Doppelte Beiträge – Rentner klagt beim Bundessozialgericht. Herbert Heins aus Hollenstedt kämpft gegen ein Gesetz und für Millionen Betroffene – vor der höchsten juristischen Instanz

Da wünsche ich Herrn Heins viel Erfolg. Allein, mir fehlt der Glaube an Gerechtigkeit. Wenn ich mich richtig erinnere, wurde schon vor vielen Jahren versucht, diesen Raubzug durch die Rente, der 2004 von der damals rot-grünen Regierung beschlossen wurde, vor dem Bundesverfassungsgericht zu kippen. Begründung war die Ungleichbehandlung mit den Beamtenpensionären, die seinerzeit von dem „Gesundheitsmodernisierungsgesetz“ schlichtweg „vergessen“ wurden. Konsequenterweise hätte man bei den Beamtenpensionären die Beihilfen, die als Zuschuss zu den Gesundheitskosten gezahlt werden, streichen oder zumindest reduzieren müssen. So aber wurden nur die Betriebsrentner einseitig mit dem doppelten Beitrag bzw. der Abzockerei Lebensversicherungen zur betrieblichen Altersversorgung bestraft. Die Richter am Bundesverfassungsgericht nahmen damals die Klage gar nicht erst an. Ab diesem Jahr wird es einen Freibetrag für die Krankenversicherungsbeiträge der Betriebsrentner geben. Dieser Freibetrag ist allerdings so lächerlich gering, dass es schon einer Verhöhnung gleichkommt und die Politikverdrossenheit weiter fördern wird. Ingo Bade

Lichtblick für die Betroffenen

13. März: Leerstand: Bezirk verhängt Rekord-Bußgeld. Investor lässt 94 Wohnungen in Eppendorf und Winterhude unvermietet – Amtsleiter kündigt ,Zangenangriff auf Spekulanten‘ an

Kompliment für das mutige Engagement des Bezirksamtsleiters. Für die Menschen in den betroffenen Wohnungen ein Lichtblick. Um aus dem Dilemma eine Chance zu machen, hier eine große Idee: Ein Ankauf der HRP-Gebäude durch die Stadt Hamburg, der Aufbau einer solidarischen Jarrestadt-Genossenschaft, mit energetischer Quartierssanierung. Das wäre zugleich ein potenzielles Modell für eine Smart-City im Altbau-Bestand.

Georg Pohl

Die Gier der Politiker

12. März: Stoppt die Aufblähung des Bundestages! Nach der nächsten Wahl könnte es mehr als 800 Abgeordnete geben. Da hilft nur eines: die Reduzierung der Wahlkreise um ein Viertel

Frau Sonntag-Wolgast spricht mir und wahrscheinlich hunderttausenden Deutschen aus der Seele, es kann nicht so weitergehen, dass das kleine Deutschland das zweitgrößte Parlament der Welt hat. Nach der nächsten Wahl kann es noch größer werden! Und warum? Die Gier nach Parlamentssitzen ist nicht zu stoppen. Es ist leider so, dass wir unfähige oder eher noch unwillige Politiker in der Regierung haben, die das gar nicht ändern wollen. Die gigantischen Kosten, die dabei entstehen, sind ihnen egal, man kann ja dafür wichtige Verbesserungen in anderen Bereichen klein halten. Und wirklich etwas bewegen, tun sie auch nicht, wenn man sieht, wie viele Dinge in den Koalitionsverträgen seit Jahren, teilweise Jahrzehnten versteckt sind und nicht gelöst werden. Ein Blick in Nachbarländer zeigt, wie es besser geht.

Hellmut Bein