Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 29. Februar 2020

Das Verhältnis wahren

28. Februar: Wenn Corona die Kreuzfahrt verdirbt

Ich muss sagen, mein Verständnis für die Häfen, die derzeit Kreuzfahrtschiffe abweisen, ist deutlich höher, als für jeden, der sich darüber beschwert. Der wirtschaftliche Schaden für die Kreuzfahrtreedereien steht doch wohl nicht im Verhältnis zu den Folgen, die diese Krankheit für eine Region mit sich bringt, die u. U. nicht über die hohen medizinischen Standards verfügt, wie Deutschland. Kreuzfahrten boomen (was mir angesichts der Klimabilanz ohnehin ein Rätsel ist, aber das ist ja ein anderes Thema), da werden wohl mal solche „Unannehmlichkeiten“ zu verkraften sein. Oder möchte man unbedingt als Patient auf den Jungferninseln oder Jamaika gelten? Die amerikanischen Ureinwohner hatten leider noch nicht die Möglichkeit Hafeneinfahrten zu verweigern, dann wären ihnen eingeschleppte „europäische“ Krankheiten wie Masern, Cholera und Pest ebenfalls erspart geblieben.

Imke Eggera, Schenefeld

Mir fehlen Cafés, Boutiquen

28. Februar: Gänsemarkt-Passage: Warten auf den Abriss

Die Gänsemarkt-Passage war stets ein netter Anziehungspunkt, aber man hat in Hamburg gar kein Interesse, die Innenstadt wirklich attraktiv zu halten oder zu machen! Der ehemalige „Prachtboulevard“ Jungfernstieg verkümmert zu einer Ansammlung von nichtssagenden Läden, die lediglich begeisterte Apple- oder Vodafone-Anhänger anzieht. Keine schöne Boutique mehr, kein nettes, geschmackvolles Café, kein Delikatessladen mehr, alles ist aus der Innenstadt verschwunden. Stattdessen Baustellen ohne Ende, aber leider keineswegs hübschere oder ansprechendere Gebäude und Läden, die einen veranlassen, bummeln zu gehen.

Renate Hohnhold

Zum Vorteil für den Kunden:

26. Februar: Wichert-Insolvenz: So können sich Autokäufer absichern

Die Zahlung einige Tage vor Zulassung des Neufahrzeuges ist stets eine ungesicherte Anzahlung. Es gibt nur einen Weg das abzusichern: Der Käufer verlangt vorher vom Autohaus eine Bank-Anzahlungsgarantie. Sollte das Autohaus den Kaufvertrag (wegen Insolvenz) nicht erfüllen können, hat der Käufer dann einen Anspruch gegen die garantierende Bank auf volle Rückzahlung. Weiterer Vorteil für alle Kunden: Wenn dies alle Käufer so verlangen, würde sich eine drohende Insolvenz schon frühzeitig abzeichnen, nämlich sobald das Autohaus eine solche Bankgarantie nicht mehr beibringen kann oder nicht mehr bereit wäre, diese beizubringen. Eine andere kompliziertere Lösung war früher, dass sich der Käufer von seiner Bank gegen Entgelt einen bestätigten Bankscheck „kauft“, und diesen erst bei der Zulassungsstelle an das Autohaus, also Zug-um-Zug gegen Unterschrift auf dem Zulassungsantrag, übergibt. Ob dieses im heutigen Online-Banking-Zeitalter eine reaktivierbare Dienstleistung der Banken sein kann, wäre von den Banken zu prüfen.

Heino Küchelmann, Bankdirektor i. R., Hamburg

Kein Opfer der Quote, bitte!

27. Februar: Kulturszene: Carsten Brosda soll Senator bleiben

Ich erinnere mich noch gut, dass Olaf Scholz nach dem Tod von Barbara Kisseler über einen längeren Zeitraum eine Frau für das Amt suchte und keine fand. Auch wenn ich für die Quote bin, ist für mich in diesem Fall Carsten Brosda die bessere Frau! Sollte dieser kluge Mann ein Opfer der Quote werden, dann würde mich das in die Politikverdrossenheit stürzen.

Verena Ziegler

Unverantwortlich gehandelt

25. Februar: Brachte das Cum-Ex-Thema die AfD in die Bürgerschaft?

Wenn das so gewesen ist, dann hat das Hamburger Abendblatt als Leitmedium in Hamburg mit seiner Berichterstattung in den entscheidenden Wochen vor der Hamburg Wahl daran einen erheblichen Anteil. Die Verantwortung jetzt alleine auf die „Zeit“ und „Panorama“ zu schieben ist unredlich; denn wenn Sie diesen Medien „eine große Berichterstattung“ vorwerfen, so war diese im Abendblatt nicht weniger prominent und mit Schlagzeilen belegt. Wie in meinen Zuschriften zu diesem Thema zuvor beschrieben, ist hier journalistisch einfachschlecht recherchiert – und angesichts des möglichen Ergebnisses – unverantwortlich gehandelt worden. Von Einsicht und Richtigstellung im Abendblatt habe ich bis heute noch nichts gelesen. Leider!

Sönke Hansen