Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 1. Februar 2019

Artikel stimmt nachdenklich

31. Januar: Der Kampf gegen die Abrissbirne. Ein Stadtspaziergang mit Kristina Sassenscheidt und Lennart Hellberg vom Denkmalverein

Danke, dass Sie dem Denkmalverein Gelegenheit geben ihre Sichtweise zu verdeutlichen. Manche Nachricht von Abriss und Neubau, gerade bei Nachkriegsbauten, hat uns in der Vergangenheit begeistert. Der Artikel hat uns nun sehr nachdenklich gemacht und selbst bei der Hässlichkeit der City-Hochhäuser, gibt es gute Gründe über einen Erhalt nachzudenken. Ich kann mich erinnern, als die Häuser gebaut wurden, war ich stolz ob dieser modernen Hochhäuser, die damals deutlich schöner waren. Heute sind sie Zeugnis dieser Zeit.

Klaus Döcke

Allenfalls untere Mittelklasse

29. Januar: So funktioniert das Vier Jahreszeiten

Ein schöner Report über ein Hotel, das einst die unbestrittene Nummer eins in Hamburg war. Ich kenne es seit über 50 Jahren. Meine Eltern haben mich an Festtagen dorthin ausgeführt. Es war immer ein besonderes Erlebnis. Vorbei. Geblieben ist die schöne Lage an der Alster und die Erinnerung. Meine Erfahrungen der letzten Jahre sind nicht so toll. Der Kuchen in der Condi ist allenfalls untere Mittelklasse. Der Kaffee, serviert in einer Tasse mit Lippenstift, das Wasserglas war auch nicht sauber – kann ja mal passieren im Fünf-Sterne-Haus?

Elke Fischer

Ein großer Lolli aus der Condi

Meine liebe Tante Käthe war in den 50er-Jahren zwar nur Pralinenpackerin in der Condi, aber ihre Kunstfertigkeit hat ihr so manchen Extraauftrag eingebracht. Außerdem hat sie nach einiger Zeit die Dekoration der Fenster vor der Condi im Souterrain übernommen. Aus Hühner- und Gänsefedern fertigte sie kunstvolle Orchideen, die manch ein Gast mit in seine Heimat genommen hat. Mein großer Lolli in der Schultüte 1948 kam auch aus der Condi.

Silke Frakstein

Stiftungsprofessur einrichten

30. Januar: Dioxinfund in Boberg: Jahrelange Sanierung nötig

Meines Erachtens gehört das dioxinkontaminierte Areal ausgekoffert. Hier sollte man anders vorgehen, als seinerzeit bei der Deponie Georgswerder, wo man das ganze Schadstoffinventar in dem Müllberg belassen hat. Die dortige Ablagerung von dioxinhaltigen Abfällen wurde ebenfalls der Firma Boehringer zugeschrieben. Mit „Mustererkennungsmethoden“ konnte mit großer Wahrscheinlichkeit die Firma Boehringer als Verursacher der Dioxingehalte in den Sickerölen der Deponie festgemacht werden. Das geschätzte Dioxininventar auf Georgswerder beträgt ca. 15 bis 40 Kilogramm Seveso-Dioxin. Zum Vergleich: Bei dem Seveso-Unfall wurden ca. zwei Kilogramm Seveso-Dioxin freigesetzt. Während des Vietnamkrieges versprühte die U.S.-Luftwaffe das dioxinhaltige Entlaubungsmittel Agent Orange, wobei ca. 150 Kilogramm Seveso-Dioxin in die Umwelt entlassen wurden. Es wäre wünschenswert, wenn die Firma Boehringer als Good-will-Aktion in Hamburg eine Stiftungsprofessur einrichten würde, die sich mit der Dioxinproblematik befasst.

Dr. Rainer Götz

Standort schlecht zu erreichen

30. Januar: Protest mit Flashmobs gegen Behörden-Pläne

Beim Umzug des Emilie-Wüstenfeld-Gymnasiums (EWG) haben sich Schulleitung und Elternrat in einem Brief an die Schulbehörde auch gegen den neuen Standort in Altona gewandt, weil der weitere Schulweg völlig unnötig ist. Grund: Es gibt 150 Meter entfernt einen alternativen Standort G2 (Berufliche Schule William-Lindley). Die Schulbehörde ist auf die Einwände aber nicht eingegangen. Sie möchte sich die Option der Nachnutzung offenhalten, wie Senator Rabe Ende Oktober 2018 in einem Gespräch über Schulpolitik verkündete. Daher sollen ab Sommer mehr als 500 Schüler einen weiteren Schulweg haben (bis zu einer Stunde täglich) und die Lehrer werden wohl pendeln müssen, da die Klassen 5-7 in ein neues Gebäude beim alten EWG einziehen. Dabei kann es durchaus sein, dass das Gebäude G2 die nächsten Jahre leer steht. Behördenirrsinn nennt man so etwas wohl.

Michael Grelck

Korruption wird eingedämmt

30. Januar: Das Handy ist die neue EC-Karte

Es geht nicht in erster Linie um Zeitersparnis an der Supermarktkasse. Das Hauptargument für den Verzicht auf Bargeld ist die Eindämmung von Schwarzarbeit, Bestechung und Korruption. Und das wiegt schwer.

Uwe-Carsten Edeler, Hamburg

Gendersternchen stört Lesefluss

26./27. Januar: Nichts ist doofer als Hannover. Die Stadtverwaltung will nun ,gendern‘

Eine Kostprobe von Gendersprech findet man in der Ausstellung „Erste Dinge – Rückblick für Ausblick“ im ehemaligen Museum für Völkerkunde. So sehenswert man diese Ausstellung finden darf, ermüdet man ziemlich bald, nicht wegen des Umfangs, sondern wegen des durchgängig angewendeten Gendersternchens, das immer wieder den Lesefluss auf den Tafeln stört, nicht zu den anspruchsvollen Texten passt und dem Verständnis nicht dient. Welchen weiteren Erkenntnissgewinn bringt es, wenn Konvertit oder Missionar mit Genderstern erweitert wird? Eine öffentliche Institution, die der Bildung und Kultur dient, sollte auf derartige sprachliche Eskapaden verzichten und dem offiziell geltenden Regelwerk der deutschen Sprache verpflichtet sein. Beim Kapitän wurde nicht gegendert, aus sachlichem Grund, weil es keine Kapitäninnen gegeben hätte oder vergessen sind?

Ernst Zante, Hamburg