Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 31. Januar 2019

Ich finde Bargeld gut

30. Januar: Das Handy ist die neue EC-Karte. Vor allem an der Supermarktkasse kommt das Smartphone zum Einsatz

Ich finde Bargeld gut, weil auf diese Weise meine Einkäufe nicht ausspioniert werden können und weil man das Bargeld den Banken wegnehmen kann, wenn sie Negativzinsen einführen sollten. Und ich fühle mich dabei nicht rückschrittlich. Sekundenlanger „Zeitverlust“ durch Warten auf Rückgeld an der Kasse interessiert mich nicht.

Bernhard Koch

Mit Schaum vor dem Mund...

29. Januar: Zitat des Tages: Man sollte in Deutschland wieder dahin kommen, wie es in Italien oder England gang und gäbe ist: Dort gibt es den Mister und den Boss

Thomas Doll fordert also mehr Respekt im Umgang mit Bundesliga-Trainern. Wie wäre es denn, wenn die Trainer erst einmal damit beginnen den Schiedsrichtern mehr Respekt entgegen zu bringen? Und aufhören mit Schaum vor dem Mund und verzerrtem Gesicht den Schiedsrichter anzubrüllen. Wie das geht? Anschauungsunterricht gibt es gratis im Fernsehen: Einfach mal Handball gucken.

Heinz N. Fischer

Pflege braucht Wertschätzung

29. Januar: Rezepte gegen den Pflegenotstand. Um den Personalmangel in Kliniken und Altenheimen zu lindern, will die Regierung die Zahl der Azubis um zehn Prozent steigern

Eine fast nie genannte, da politisch gewollte Ursache des Personalmangels, speziell in Kliniken, ist doch die weiterhin fortschreitende Privatisierung. Während kommunale oder kirchliche Träger der Daseinsvorsorge und Sozialethik verpflichtet sind, zählt bei den großen Krankenhauskonzernen nur der Profit. Dafür ist es gängig die Personalkosten zu senken, konkret durch Stellenabbau und Arbeitsverdichtung. Viele Pflegekräfte arbeiten in Teilzeit, weil die mentale und körperliche Belastung ihres Jobs sie sonst kaputt macht. Es braucht nicht nur mehr Gehalt, sondern einfach viel mehr Wertschätzung. Und keine Qualitätssenkung durch eine generalistische Ausbildung.

Peter Baasch

Wo bleibt die Gerechtigkeit?

Ich bin seit einem Jahr in Rente, nach 44 Jahren in der Pflege. Ich kann es langsam nicht mehr ertragen, wie über Pflegende geschrieben und gesprochen wird, ohne mit ihnen zu reden. Fangen wir doch mal mit der Bezahlung an. Ich habe ein dreijähriges Fachschulstudium zu DDR-Zeiten gemacht und anschließend eine Fachschwesterausbildung mit „Auszeichnung“ beendet. Ich habe niemals so viel verdient wie jetzt die Sicherheitsbediensteten am Flughafen, die innerhalb weniger Wochen angelernt wurden. Warum bekommt man als Krankenschwester nicht annähernd so viel, wie ein Facharbeiter nach dreijähriger Ausbildung? Deshalb gibt es auch relativ wenige Männer in unserem Beruf. Die Arbeitszeiten sind sehr schwierig, speziell für die vielen Frauen mit Kindern. Wir müssen immer flexibel sein und einspringen können. Die Arbeitszeiten gehen auch häufig über die acht Stunden hinaus. Danach wartet die Familie – auch mit viel Arbeit. Viele Arbeitgeber sind nicht an Tarifverträge gebunden. Die Politik kann doch für Krankenschwestern/Altenpfleger Mindestlöhne festsetzen, vielleicht oberhalb von 19 Euro (Sicherheitsbedienstete am Flughafen). Durch unseren schlechten Verdienst sind wir später nicht einmal in der Lage, einen Pflegeheimplatz zu bezahlen, obwohl wir mit unserer Arbeit viel für das Gemeinwohl der Gesellschaft geleistet haben.

Sonja Starke

Der Verkauf schmerzt sehr

28. Januar: Ein Grundstück für 40 Millionen Euro. Wenn die Stadt Boden verkauft, soll vor allem das beste Konzept den Ausschlag geben, um für bezahlbare Wohnungen zu sorgen

„Geld regiert die Welt“, da haben wir es mal wieder! Als alte Stellingerin schmerzte der Bericht über den Verkauf der ehemaligen Sportplätze sehr. Leider wurden Konzepte über den Haufen geworden und Bürgerwünsche ignoriert um dann ein so erinnerungsträchtiges Areal für viel Geld zu verscherbeln. Da bleibt nur zu hoffen, dass viele Bürger dort bald ein freundliches und bezahlbares Zuhause finden werden – schließlich lässt sich mit Erinnerungen nun mal kein Geld verdienen.

Erika von Leesen

Sehr gutes Personal macht Freude

26./27. Januar: Macht die Kammer ohne einen Präses weiter? Nach der gescheiterten Wahl suchen die Vizepräsides der Hamburger Wirtschaftsvertretung nach Lösungen. Eine wäre, nichts zu tun

Seit der Wahl des Plenums im Februar 2017 lese ich regelmäßig in unterschiedlichen Ausprägungen Neuigkeiten der Handelskammer Hamburg. Erstaunt hat mich schon damals das Vorhaben zur Abschaffung der Pflichtbeiträge, da dies ja im IHK-Gesetz anders geregelt ist. Danach folgten u. a. Ankündigungen zur angeblich dringend benötigten Umorganisation, zum Personalabbau und es wurde der Austritt aus dem Kammerverband Nord geprüft. Häufig hörte ich auch, dass Leistungsträger die Kammer verlassen. Der Rücktritt des gewählten Präses überraschte mich, da er sich doch viel vorgenommen hatte. (...) Ob ich nun mit dem Gründungszentrum, der Kommerzbibliothek, dem Empfang (nur eine kleine Auswahl) zu tun hatte, immer half, beriet man mich und gab mir durchweg positive Rückmeldungen. Ja, es ist eine große Freude, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kammer umzugehen. Darüber hinaus sollen hier auch die guten Informationen aus frei wählbaren Newslettern, die Wirtschaftsjunioren und die kostenfreie Besichtigung des schönen Hauses nicht unerwähnt bleiben. Mein Rat an die Kammerrebellen: Nehmen Sie sich ein Beispiel an dem sehr guten Personal und leben Sie wertschätzendes Verhalten!

Susanne Wind