Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 23. November 2018

Bewerbung aus dem Heimatland

22. November: Hürden für ausländische Fachkräfte sinken. Regierung bringt Gesetz auf den Weg: Auch Handwerker und Pfleger können künftig zur Jobsuche kommen

Die Idee aus illegalen Zuwanderern legale Kollegen zu machen, finde ich großartig. Dann aber bitte auch auf einem legalen Weg. Üblicherweise bewerben sich Arbeitssuchende bei deutschen Konsulaten in deren Heimatländern für ein Visum. Unser Konsulat prüft dann die Voraussetzungen hinsichtlich Qualifikation und Bedarf. Und so sollte es auch hier sein. Wer hier arbeiten möchte, gehe doch bitte in sein Heimatland und bewerbe sich von dort aus. Ansonsten hätte er ja als Vordrängler einen Vorteil gegenüber denen, die sich an den legalen Weg halten. Gerecht wäre das nicht.

Wolfram Uehre, Seevetal

Falsches Signal für Verkehrswende

22. November: Hamburg erneuert alle StadtRäder, aber die Preise steigen. Nutzer müssen künftig fünf Euro Grundgebühr pro Jahr zahlen

Es ist gut, dass die Stadt am Ausbau des StadtRad-Angebots festhält. Die Erhöhung der Gebühren ist allerdings das falsche Signal. Angesichts der durch den Straßenverkehr verursachten erheblichen Emissionen müsste doch alles getan werden, um den Autoverkehr zu reduzieren und das alternative Angebot (ÖPNV und Radverkehr) zu stärken. Nicht nur Staus, Stickoxide und der Feinstaub, sondern auch Lärm und knapper Platz in der Stadt zeigen, dass der Pkw für die Stadt kein geeignetes Verkehrsmittel ist. Der Senat sollte sich endlich davon verabschieden, es allen Verkehrsteilnehmern recht zu machen und viel deutlichere Zeichen für eine Verkehrswende zu setzen. Dazu gehört neben einem attraktiven StadtRad auch eine unumstößliche Entscheidung für den schnellen Ausbau einer Schnellbahn nach Lurup.

Jürgen Beeck, Hamburg

Hohe Unterhaltskosten

21. November: Im Bundestag sind die Pferde los. Politiker verschiedener Parteien gründen neuen „Parlamentskreis Pferd“. Auch die Reiterinnen Ursula von Leyen und Andrea Nahles sind dabei

Gibt es für einige Bundestagsabgeordnete in Berlin nichts Wichtigeres als die Gründung des „Parlamentskreises Pferd“? Wenn Pascal Kober (FDP) meint, dass ein monatliches Einkommen bis 2000 Euro für die Lebenshaltungskosten sowie den Unterhalt für das eigene Pferd reichen, dem wird etwas vom „Pferd erzählt“. Wo bleibt mein Haus, mein Boot, mein Auto ...?

Rita Humpke, Hamburg

Was gehört zum Kinderglück?

21. November: Wo Kinder in Hamburg am besten leben können. Das „Weißbuch Kinderglück“ von SOS-Kinderdorf

Als Variable, die das Kinderglück (ich betone hierbei den Wortteil „Glück“) positiv beeinflussen, werden lediglich die Anzahl der Kitas und die Anzahl der Grundschulen genannt. Aber gehört zum Kinderglück nicht auch die Möglichkeit zum freien Spielen auf Spielplätzen und in der Natur, auf Grünflächen, Parks und im Wald? Und ein gutes Angebot von Sportvereinen und sonstigen Freizeiteinrichtungen? Ich habe das in meiner Kindheit gerne genutzt und dabei viele Erfahrungen für mein Leben gesammelt.

Aber heutzutage werden fast nur noch die Mainstreamthemen „Frühkindliche Bildung“ und „Bildungschancen“ und damit Einrichtungen wie Kitas und Grundschulen betrachtet und gefördert. Ich empfehle den Artikel „Kinder, raus an die Luft“ in der aktuellen Ausgabe des Magazins der Techniker Krankenkasse zu lesen. Darin wird die positive Wirkung von Wald und Natur auf die Konzentrationsfähigkeit, das kreative Potenzial und die sozialen Fähigkeiten der Kinder beschrieben.

Gerd Harnisch, Seevetal

Richtiger Umgang will gelernt sein

22. November: Hallo, ihr Hater, heute mal Klartext. Wer anonym im Internet pöbelt, ist ein Idiot. Ich vermisse die Zeit, als es das Wort ,Shitstorm‘ noch nicht gab

Die Kolumne macht deutlich, welch Irrsinn Anonymität im Internet hervorbringt. Als Lehrer sehe ich täglich, vor welchen Herausforderungen die Kinder von heute stehen. Da ist digitale Bildung enorm wichtig. Zugleich geht es mir dabei aber nicht weit genug. Vielerorts werden die Schülerinnen und Schüler befähigt im technischen Umgang mit den Medien. Der Bereich Prävention und verantwortungsbewusster Umgang damit muss mindestens eine gleich große Rolle spielen. Wie sollen unsere Kinder verstehen, wie man sich angemessen verhält und Kritik sachlich anbringt, wenn selbst Politiker, Sportler und andere Vorbilder zuweilen öffentlich pöbeln, hetzen oder beleidigen.

Thomas Köpke, Itzstedt

Die Schwächen der Planung

22. November: Der Plan für Hamburgs 105. Stadtteil. Oberbillwerder – autoarm, grün, sportlich. Die Stadt präsentiert die konkreten Züge des umstrittenen Projekts

Die Schwächen der bisherigen Planung sind offensichtlich: Da sollen 3500 Parkplätze in wohnnahen Parkhäusern verschwinden, auf den Straßen soll wenig bis gar nicht geparkt werden. Bei einem Stadtteil mit 7000 bis 7500 Wohnungen? Weiterhin soll das BahnQuartier mit „hoher Dichte“ gebaut werden. Wer in den bisherigen Veranstaltungen zum Stadtteil gut zugehört hat, weiß, dass damit Hochhäuser mit 12 bis 25 Etagen gemeint sind. Und drittens sollen 5000 Arbeitsplätze im Stadtteil entstehen. Mit Schulen, Kitas, Arztpraxen oder Nahversorgungsläden? Das ist „Management by Hoffnung“. Oder will Hamburg alle Senatsverwaltungen in den Stadtteil verlegen, oder die Hauptverwaltung eines internationalen Konzerns dort ansiedeln? Ein Allermöhe-StartUp-Valley? (Beachte, die für gewerbliche Nutzung vorgesehenen Flächen in Neuallermöhe Ost und West sind immer noch nicht genutzt) In der Schule gäbe es für solche Leistungen mit Recht eine sechs.

Mark Roach

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.