Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 1. Oktober 2018

Es gibt sehr viel zu tun!

28. September: EM 2024 – Hamburg will ein Halb­fi­nale

Auch ich freue mich darüber, wenn 2024 in Hamburg EM-Spiele ausgetragen werden. Ich hoffe jedoch sehr, dass die Zeit bis dahin genutzt wird, um unsere Stadt durch gezielte Reinigungs- und Aufräumaktionen in einen vorzeigbaren Zustand zu versetzen. Weite Teile Hamburgs sind inzwischen großflächig mit Graffiti verschmiert, selbst an touristischen Stellen wie an den Landungsbrücken oder der Lombardsbrücke. Entlang vieler Bahnstrecken ist kaum ein Meter frei. Wer das für Kunst hält, sollte auch sein Auto zur Verfügung stellen. Zahlreiche Verkehrs- und Hinweisschilder sind wegen dicker Schichten wilder Aufkleber kaum noch lesbar, die Fußwege vielerorts holperig und klebrig. Auch Dauerbaustellen sollten bis zur EM zu Ende gebracht werden. Die S-Bahn, einer der Hauptverkehrsträger zum Stadion, bedarf besonderer Aufmerksamkeit. Tägliche Störungen, beschmierte Züge und Bahnhöfe, dreckige und durchgesessene Sitze sind keine Empfehlung. Fast sechs Jahre sind noch Zeit. Es gibt sehr viel zu tun, fangt endlich an!

Richard Lutz, Hamburg

Grundlagen für die Arbeitswelt

27. September: Top-Hotels finden kaum Mitarbeiter: 5000 freie Gastro-Jobs in Hamburg

Dass es an der Bezahlung liegen soll, dass die Gastro-Branche Probleme bei der Gewinnung von Mitarbeitern hat, ist zu kurz gesprungen. Arbeitskräfte suchende Betriebe dürften sehr wohl auch tiefer in die Tasche greifen, um Mitarbeiter anzulocken. Bei der Ursachenforschung ist schon eher das Arbeitsumfeld heranzuziehen. Gefordert sind u. a. Einsatzbereitschaft, Standhaftigkeit und Durchhaltevermögen auch bei höheren Belastungen. Doch werden vor allem potenzielle Nachwuchskräfte auf diese Alltagstauglichkeit ausreichend vorbereitet? Ich habe da so meine Zweifel. Dauerhaft wird das Arbeitskräfteproblem daher nur zu lösen sein, wenn schon im Elternhaus und in der Schule entsprechende Grundlagen für die spätere Arbeitswelt geschaffen werden. Attraktiv ist die Gastro-Branche allemal, denn es geht dort vor allem um den Umgang mit Menschen. Was gibt es Schöneres!

Günter Dorigoni, Hamburg

Fehler bei der Aufsicht gemacht

27. September: Schwerer Kutschenunfall auf Ohlsdorfer Friedhof

Hier sind ja wohl eklatante Fehler in der Beaufsichtigung von Pferden gemacht worden. Wenn die Kutscherin den Fahrgästen beim Einsteigen hilft, muss eine geeignete Aufsichtsperson bei den Pferden stehen und dafür sorgen, dass sich niemand zu sehr nähert. Falsche Ansprache, Berühren oder sogar ein Necken kann schon dafür sorgen, dass ein Pferd durchgeht. Warum hat sich nicht die Kutscherin selbst um die Pferde gekümmert und jemand anderes hätte den Fahrgästen beim Ein- oder Aussteigen helfen können?

Hartmut Daniel, Klein Nordende

Nicht alles muss ein Event sein

27. September: Bür­ger­schaft berät über Ein­schu­lung am Sonnabend

Kinder werden seit ewigen Zeiten eingeschult. Warum müssen wir heute alles zu einem Event gestalten? Darf es nicht mehr sein, dass bestimmte Lebensabschnitte passieren, ohne das ein Event daraus wird? Einschulung ist mit Sicherheit ein Lebensabschnitt für Kinder, doch wenn wir diesem Hype folgen, wird demnächst auch der Kindergarten-Eintritt ein entsprechendes Event. Wollen wir das wirklich? Dass ein Kind eingeschult wird, ist schön, doch ist es nicht ausreichend, wenn Eltern und Großeltern dabei sind? Für ein gemeinsames anschließendes Essen innerhalb der Familie wären auch die Geschwister wieder anwesend. Und sollten Paten oder andere Familienangehörige teilnehmen wollen, wäre ein Urlaubstag ja wohl nicht zu viel „Einsatz“ oder?

Vera Haupt, per E-Mail

Behindertenparkplätze vergessen

27. September: Große Pläne für den Haupt­bahn­hof

Leider vermisse ich bei den Plänen die Behindertenparkplätze. Bisher gab es dort drei, neben den Polizeiparkplätzen. Ich bitte dringend darum, die Planung entsprechend nachträglich zu ändern.

Petra Seiffert, Hamburg

Wer plant und baut so etwas?

24. September: Wer will an der A23 wohnen? In Eidelstedt entsteht ein Quartier direkt an der Autobahn mit mehr als 850 Wohnungen

Vor fast 60 Jahren führte mein Schulweg durch dieses Gebiet. Ich habe gesehen, wie die A23 gebaut wurde. Nacheinander habe ich den Bau und die Entwicklung der Bereiche um den Reemstückenkamp, um den Graf-Ernst-Weg und zwischen Furchenacker und Hörgensweg miterlebt. Jetzt verfolge ich verblüfft die Entstehung dieses neuen Quartiers. Wer plant und baut so etwas? Sind es wirklich Menschen, die anderen Menschen so etwas zumuten? Ihre Frage, wer dort (freiwillig) wohnen will, kann ich nicht beantworten. Allerdings habe ich einen Vorschlag, wer dort wohnen muss: Die Leute, die dieses Quartier konzipiert, genehmigt und finanziert haben und die, die an dem Bau auch noch verdienen.

Reinhard Keil, Halstenbek

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