Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 16. Oktober 2017

| Lesedauer: 4 Minuten

Die passende Arbeitswelt finden

14./15. Oktober: Nenas Schule setzt auf Freiheit. Keine Klassen, kein Stundenplan, kaum Regeln: Ein pädagogisches Experiment

Sicher gibt es Vieles, dass man an öffentlichen Schulen kritisieren kann, was sich auch an dem hohen Prozentsatz der Schüler, die Nachhilfe in Anspruch nehmen, zeigt. Ich würde den Absolventen von Nenas Schule durchaus eine gute soziale Kompetenz zutrauen, frage mich jedoch, wo es die Arbeitswelt gibt, die zu dieser Schulform passt? Ich hätte, wenn ich Arbeitgeber wäre, große Bedenken, ob Schüler dieser Schule die nötige Disziplin, Lernwilligkeit und Verlässlichkeit aufbringen und ob sie zeitliche Vorgaben einhalten können.

Sonja Paap, Hamburg

Elitär und realitätsfern

Die Erfolge der Schule sind nicht objektiv. Kinder aus einkommensschwachen Familien haben keinen Zugang. Ein elitärer Kreis unter sich kommt sicher ohne feste Regeln und Strukturen durch den Alltag. Dies hat aber nichts mit der Realität zu tun. Von einer verantwortungsvollen Vorbereitung auf’s Leben kann an der NSH nicht die Rede sein.

Thomas Köpke, Itzstedt

Fahrradstadt bleibt ein Traum

13. Oktober: Fahr­rad­straße an der Alster – jetzt gibt es ein Problem

Dank des konsequenten Rückbaus von Fahrspuren zu Gunsten der nicht oder nur bei schönem Wetter vorhandenen Radler bescheren uns die verblendeten Politiker jeden Tag ein Problem auf der Straße. Wer glaubt eigentlich ernsthaft, dass bei unseren Wetterbedingungen eine namhafte Zahl von Fahrradfahrern sich täglich mit dem Fahrrad auf den Weg in die Stadt macht. Eigentlich nur die Herren in den Amtsstuben, die über ein Reißbrett gelehnt von einer schönen neuen Welt träumen… Wo bleibt der Sinn für die Realität?

Jens Noritz, per E-Mail

Idylle mit Café

Was wird aus Hamburgs schönstem Strand? Naturschützer beklagen Zustände in Wittenbergen. Wilde Partys, kein Café mehr und immer wieder Müll

Solange es das „Café Buchfink“ gab, war dieser Strandabschnitt eine Idylle, mit vielen Stammgästen, die jetzt ausbleiben. Es war und ist unbegreiflich, warum der Vertrag für die damaligen Pächter nicht verlängert werden konnte. Fünf Jahre wären ein komfortabler Zeitrahmen gewesen, für die Planung, wie es 2017 weitergehen soll. Den jetzigen unerträglichen Zustand, hätte Herr Bormann allen Beteiligten ersparen können.

Gisela Martin, per E-Mail

Hirnlose Raser

13. Oktober: Neue Soko stoppt PS-Prot­zer. ,Autoposer‘ rasen mit illegal aufgemotzten Wagen durch die Stadt

Endlich wird dieses Problem angegangen. Diese hirnlosen Raser gefährden Nacht für Nacht Menschenleben. Wünschenswert ist unbedingt eine Ausweitung des Ermittlungsgebiets auf die Strecken Kieler Straße, Eimsbüttler Marktplatz und Fruchtallee, die ab spätabends einen Geräuschpegel wie die Startbahn des Flughafens aufweisen.

Gabriele Ebert, per E-Mail

Freie Fahrt in Skandinavien

13. Oktober: Ös­ter­reich klagt gegen deutsche Pkw-Maut

In der Mitte Europas gelegen, sollte Deutschland (nicht nur aus historischen Gründen) den Menschen aus unseren Nachbarländern mit Gastfreundschaft begegnen und ihnen „freien Eintritt“ gewähren. Mit einem Maut-Inkasso hingegen signalisieren wir den Einreisenden, dass wir sie als Belastung empfinden und eigentlich gar nicht hier haben möchten – was für ein unsympathisches Signal. Persönlich bin ich häufig mit dem Auto in Skandinavien unterwegs und genieße das sehr gut ausgebaute Straßennetz, für dessen Benutzung ich keinen Cent bezahlen muss. Und ich schäme mich für mein Land, dass die dänischen und schwedischen Freunde demnächst zur Kasse gebeten werden sollen, wenn sie mit dem Auto hierher kommen.

Hans-Jörg Bieger, Hamburg

Servicewüste Deutsche Post

13. Oktober: Wenn der Brief­kas­ten leer bleibt

Eine werktägliche Zustellung schließt immer den Sonnabend ein. Bei mir in Hamburg-Schnelsen ist die Sonnabend-Zustellung eher die Ausnahme. Und am Montag kommt der Zusteller fast nie. Ich habe mir selbst an einem Freitag einen Brief geschickt – am Dienstag kam er an. Und das Argument Zustellabbruch ist eine Dreistigkeit. Jeder Arbeitnehmer in einem Betrieb mit Tagesaktualität weiß, dass Feierabend ist, wenn die Arbeit vollständig erledigt ist. Und die Entschuldigung durch Krankheitsfälle ist keine. VW kann auch nicht sagen, dass heute keine Golf gebaut wurden, weil es mehrere Krankheitsfälle gab. Aber die Deutsche Post ist eben im Mittelpunkt der Servicewüste. Vermutlich ist auch das den Verantwortlichen ziemlich egal.

Bernd Glodek, Hamburg-Schnelsen

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