Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 31. Juli 2017

Lichtblick im düsteren Umfeld

29./30. Juli: Schock in Hamburg

Dass die Öffnung der Grenzen im Herbst 2015 und die unkontrollierte Zuwanderung eines Großteils der rund 890.000 Flüchtlinge im ganzen Jahr ein katastrophaler Fehler war, dürfte mittlerweile nicht mehr bestritten werden. Ebenso wie die Tatsache, dass nicht nur wirkliche Flüchtlinge kamen, sondern darüber hinaus viele, auf deren Anwesenheit wir gerne verzichtet hätten. Leider hat die Politik die Bürger mit den Folgen dieser unbedachten Entscheidung weitgehend alleingelassen: Weder gibt es eine konsequente Regelung für Flüchtlinge, die ohne Papiere eingereist sind oder diese weggeworfen haben, um ihre Abschiebung zu verhindern bzw. zu verzögern, noch die kompromisslose Abschiebung bzw. Rückführung von abgelehnten bzw. straffällig gewordenen Asylbewerbern bzw. Asylanten. Ein Lichtblick in diesem düsteren Umfeld ist die Tatsache, dass das Bundesverfassungsgericht vor wenigen Tagen eine verstärkte Abschiebung islamistischer Gefährder für zulässig erklärt hat. Man kann nur hoffen, dass in allen Bundesländern davon auch wirklich Gebrauch gemacht wird, damit uns künftig solche Vorfälle wie jetzt in Barmbek erspart bleiben.

Thorsten Thiel, Ahrensburg

Blick in die Zukunft

Der Attentäter in Barmbek war zwar im Fokus des Verfassungsschutzes, und nun ist er in den Händen unserer Justiz, die dafür sorgen wird, dass ihm ja nichts Unrechtes passiert. Er wird psychologische Gutachten bekommen, hat sicher traumatische Erlebnisse gehabt und darf auf keinen Fall abgeschoben werden. Unsere Justiz ist ja geübt im Entscheiden realitätsferner Urteile, siehe G20.

Karl Georg Imke, Großhansdorf

Lockruf des Geldes

Trotz des nicht unbegründeten Verdachts, dass der Attentäter nicht harmlos ist, durfte er frei herumlaufen. Wann begreift der Staat endlich, dass die bisherige leichte Hand in der Einwandererpolitik verfehlt ist? Muss erst ein großer Anschlag wie in Afghanistan auch bei uns passieren, ehe man überhaupt darüber nachdenkt, eventuell die großzügige einladende finanzielle und medizinische Versorgung und sonstige Wohltaten zurückzufahren? Deswegen kommen doch die Leute nach Deutschland. Es ist nur das Geld, das lockt. Warum ändert man nicht endlich die gesetzlichen Grundlagen für diesen unmöglichen Zustand?

Wolf Tauscher, per E-Mail

Dank den mutigen Bürgern

Es reicht! Wie lange wollen Senat und Behörden noch tatenlos zusehen, wenn unschuldige Menschen willkürlich verletzt und "abgeschlachtet" werden? Die Bürger haben kein Verständnis mehr für die üblichen Betroffenheitsphrasen und Bekundungen der Anteilnahme von offizieller Seite, denn den betroffenen Angehörigen sind diese Statements keine Hilfe oder Erleichterung angesichts von Toten und Verletzten. Wie lange wollen die Regierung, die Sicherheitskreise und die Justiz in dieser Stadt die Augen vor der Realität noch verschließen? Großen Dank verdienen die mutigen Bürger, die diesen Täter mit Zivilcourage gestellt und an der Flucht gehindert haben.

Klaus Hellberg, Hamburg

Sekundierende Nachtwächterrolle

Wieso wurde dieser Verbrecher, der als islamistischer Gefährder längst behördenbekannt war, zum Schutze der Bevölkerung nicht bereits im Vorwege aus dem Verkehr gezogen und bis zur penibel korrekten Abschiebung in Haft genommen? Ist das jetzt vielleicht nur die Spitze eines Behördenskandals ungeheuren Ausmaßes? Für den trüge insbesondere der Innensenator die volle Verantwortung, vom Bürgermeister der Hansestadt ganz zu schweigen. Der Staat sollte wirklich ernsthaft besorgt sein, dass er sich bei der Terrorismusbekämpfung ideologisch nicht weiter in eine passiv sekundierende Nachtwächterrolle hineinmanövriert und den prophylaktischen Schutz seiner Bürger nicht ganz an den Nagel hängt.

Thomas Prohn, per E-Mail

Einreise ohne Papiere

Nach Aussage von Bürgermeister Scholz konnte der Attentäter bisher nicht abgeschoben werden, weil seine Papiere fehlten. Die Politik muss sich jedoch fragen lassen, warum man diese Person sowie auch viele andere ohne Papiere überhaupt hat einreisen lassen.

Joachim Dubke, per E-Mail

Viel Kraft und Beistand

Ich möchte mich beim Abendblatt für die schnellen und umfangreichen Informationen zu dem Anschlag bedanken. Ich bin sehr betroffen, dass ein Mensch getötet wurde und viele verletzt wurden.

Ich wünsche den Opfern und ihren Angehörigen viel Kraft und Beistand. Erschrocken bin ich über die "Reaktionen" in der Stadt Hamburg, pünktlich um 22.30 Uhr eröffnet der Dom mit seinem Feuerwerk – so als wenn nichts passiert wäre. Wir gönnen den Opfern nicht einmal wenige Stunden der Trauer – die Show muss weitergehen. Das trifft mich sehr. Sind wir Menschen wirklich schon so verroht?

Kerstin Paschen, per E-Mail

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