Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 30. April/1. Mai

Weltfremde Entscheidung

29. April: Hamburgs Justiz
versäumt Fristen: Kinderschänder
wird freigelassen

Man fragt sich, warum das OLG dem Wunsch des behandelnden Arztes gefolgt ist, „mit Hinweis auf die räumliche Situation“ die zunächst in der JVA begonnene psychotherapeutische Behandlung nunmehr extern in der Praxis des Arztes stattfinden zu lassen. Offenbar sind die wohlverstandenen Interessen der JVA, die Behandlung intern stattfinden zu lassen, nicht berücksichtigt worden. Eine weltfremde und nicht nachvollziehbare Entscheidung. Weigert sich ein Arzt, eine Behandlung nicht weiterführen zu wollen, so hat das Gericht einen anderen zu bestellen.

Dr. Claus Rabe, per E-Mail

Erheblicher Aufwand

Da kann einem schon das Herz übergehen vor Rührung, wenn man sieht, mit welchem erheblichen organisatorischen und personellen Aufwand und Steuergeld versucht wird, Pädophilen den Weg zurück in ein normales Leben zu ebnen. Es bleibt zu hoffen, dass nur ein Bruchteil dieser Mittel für die Kinder verwandt wird, die Thomas B. durch seine Taten aus ihrem normalen Leben herausgerissen hat.

Dr. Jochen Krämer, per E-Mail

Stoppt den Unsinn

28. April: 4000 Euro Prämie für Käufer von Elek­tro­au­tos

Das Elektroauto ist ein Irrweg. Dagegen sprechen: hoher Preis; schlechte Verfügbarkeit; erheblich mehr technische Einrichtungen für den Elektrobetrieb und damit höhere Ausfallwahrscheinlichkeit; schlechte Ökobilanz. Bei einem Fahrzeug mit Brennkraftantrieb stehen rund 30 Prozent der verwendeten Primärenergie für den Antrieb zur Verfügung. Bei einem Fahrzeug mit Elektroantrieb entstehen die Abgase auch, nur an einer anderen Stelle, im Kraftwerk. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass Elektroautos ausschließlich mit alternativer Energie aufgeladen werden. Weiterhin sind Verluste zu berücksichtigen: Wirkungsgrad des Kraftwerks, Trafover­luste, Leitungsverluste, Verluste der Ladegleichrichter, Wirkungsgrad der Batterien und Wirkungsgrad der Elek­tromotoren. Es gibt Berechnungen, nach denen von der eingesetzten Primärenergie nur ca. acht bis zehn Prozent für den Antrieb zur Verfügung stehen. Damit hat ein Elektroauto im System mit der Energieversorgung zwei Drittel mehr Verluste als ein Auto mit Brennkraftantrieb. Haben die Ökofreaks über diese Tatsachen jemals nachgedacht? Stoppt den Unsinn.

Dipl.-Ing. Hans J. Koch, VDI, Hamburg

Unverantwortlich

Unsere Berliner Politiker haben wieder einmal eine unverantwortliche Entscheidung getroffen. Eine unterentwickelte Antriebstechnologie mit Batterien, für die nur negative Kriterien feststellbar sind, wird mit Steuergeldern subventioniert. Die Technologie der Zukunft, die die fossilen Treibstoffe ersetzen kann, ist die Brennstoffzelle mit Wasserstoff. Die Versorgung wäre unproblematisch in das bestehende Tankstellennetz zu integrieren. Hier hätte man subventionieren sollen. Aber das hätte ja keine kurzfristige Auswirkung gehabt, die bis 2020 illusorischen eine Million Pkw weiter im Gespräch zu halten. Die deutschen Auto-Produzenten werden dem technologischen Fortschritt wieder einmal hinterherlaufen.

Gerd Friedrich, Rellingen