Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 07. November 2014

Der Bogen ist überspannt

5. November: „GDL auf Amokfahrt. Die Lokführer streiken sich ins Abseits – und schaden so allen Gewerkschaften“

Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass Herr Weselsky mit dem 100-stündigen Streik bei der Bundesbahn den Bogen überspannt. Den Schaden, der hier der Volkswirtschaft und Deutschland zugefügt wird, ist durch nichts zu rechtfertigen. Das Streikrecht sollte nach wie vor den Gewerkschaften als Mittel der Auseinandersetzung vorbehalten bleiben und wird auch von jedem akzeptiert. Nur was die GDL veranstaltet, um ihre Macht zu demonstrieren, schwächt die Eisenbahn und Verkehrsgesellschaft, die das weitere Eisenbahnpersonal vertritt. Herr Weselsky möchte die Macht über das ganze Schienenpersonal und nimmt dabei in Kauf, dass das Image der Gewerkschaften insgesamt einen negativen Beigeschmack erfährt.

Fritz Timm

Streik trifft Unbeteiligte

Herr Iken hat mit seinem Beitrag völlig Recht. Wenn andere Gewerkschaften, etwa Chemie oder Metall, streiken, trifft es allein die Arbeitgeber. Wenn aber Dienstleister wie Lokführer oder Piloten streiken, trifft es in erster Linie völlig Unbeteiligte. Das aber ziehen die Vorstände der beiden Gewerkschaften ganz bewusst ins Kalkül. Die Reisenden werden als Geiseln genommen, weil sicher ist, dass man auf diese Weise seinen Zielen derart Nachdruck verleihen kann, dass die Arbeitgeberseite zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zum Nachgeben gezwungen ist. Das ist ein Verhalten, das im Zivilrecht als Erpressung strafbar ist.

Dr. Gunter Alfke

Neue Führungsperson suchen

In der Vergangenheit hatte die Bundesrepublik immer Gewerkschaftsführer, die zwar hart in der Sache, aber zum Kompromiss fähig waren. Sie haben auch immer das große Ganze im Fokus gehabt. Davon ist der „Heizer“ aus Sachsen meilenweit entfernt. Er stilisiert sich jetzt schon zum Verfolgten und Märtyrer hoch. Man kann der Lokführergewerkschaft nur empfehlen, sich schnellstens eine andere Führungsperson zu suchen. Eine Lösung der Streikproblematik ist bei dieser personellen Besetzung kaum denkbar.

Werner Berndt

Budget besser anlegen

5. November: „Trotz Protests: Vorfahrt für Räder an der Alster. Behörden starten Umbau des Harvestehuder Wegs. Anwohner sind dagegen, Händler befürchten Einbußen“

Und wieder einmal wiehert der Amtsschimmel: Weil ein Programm vom Senat zur Beglückung von Radfahrern beschlossen wurde, werden jetzt auf Teufel komm raus Radfahrstraßen gebaut, egal, ob es dafür Bedarf oder Befürwortung aus der Bevölkerung gibt. Ich selbst bin Radfahrerin, fahre täglich um die Alster und benötige die Radfahrstraße nicht. Vor allem dort, am Harvestehuder Weg, gibt es bereits breite Radwege. Dafür können ab jetzt gehbehinderte Mitbürger nicht mehr an die Alster gebracht werden, um dort Erholung zu genießen. Und das hierfür eingesetzte Budget wäre besser angelegt, die wirklich maroden Radwege abseits der Alster zu renovieren.

Elisabeth Treve

Asphaltierung ist ein Witz

Der größte Witz am Bau der Fahrradstraße Harvestehuder Weg ist, dass unser Bürgermeister Olaf Scholz es mitträgt, dass die Straße auch noch neu asphaltiert wird! Während gleichzeitig anderswo Hamburger Fahrradwege und Straßen zunehmend verrotten und am Harvestehuder Weg bereits ein Eins-A-Radweg vorhanden ist. Unser Bürgermeister wollte „gut regieren“. Davon ist er bei dieser Maßnahme weit entfernt.

Martin Arnold

Pompöses Foto

5. November: „Der Wahlkampf hat begonnen. Schulsenator stellt Erfolge bei Lehrerstellen und Unterricht heraus“

Der Chef einer größeren Behörde sollte in seiner Außendarstellung nicht selbstherrlich erscheinen. Ties Rabes Foto im Hamburger Abendblatt ähnelt sehr an die pompösen Bilder „Putin im Kreml“. Gewinnt man auf diese Weise Wählerstimmen? Wohl kaum.

Otmar Ringel

Weiter so!

5. November: „Tweet des Tages“

Ich möchte Ihnen an dieser Stelle ganz herzliches Lob aussprechen. Rob Vegas beobachte ich bereits seit einigen Jahren im Netz und habe mich außerordentlich gefreut, ihn nun bei meiner Lektüre des Abendblatts wieder zu finden. Unbedingt weiter so!

Julia Panzer

Überhaupt nicht lustig

Die bisherigen Witze waren lustig oder zumindest ein Schmunzeln wert. Der heutige Tweet war nicht einmal ansatzweise lustig. Meine Frau und ich wünschen uns den Witz des Tages in der ursprünglichen Form zurück.

Werner Mißfeldt

Nachvollziehbarer Schritt

4. November: „Großbritannien auf dem Weg aus der EU“

Armutsmigration innerhalb der EU ist ein großes Thema, auch wenn einige Entscheidungsträger immer noch versuchen, dies schön reden zu wollen. Mit der Aufnahme von Ländern, die weder wirtschaftlich stabil genug noch politisch reif waren für den Eintritt, ist die EU überdehnt worden. Diverse Vereinigungskommissare wollten sich wohl so ein Denkmal setzen. So bedauerlich der Austritt Großbritanniens aus der EU wäre, so nachvollziehbar ist er doch, da sich Herr Cameron nicht länger der Stimmung im Volke entziehen kann.

Thomas Zimmermann

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten. Briefe auch auf www.abendblatt.de. Schreiben Sie an briefe@abendblatt.de oder per Post an das Brieffach 2110, 20350 Hamburg