Briefe an die Reaktion

Briefe an die Reaktion: 31. März 2014

Die Menschen nicht vergessen

28. März: „Putin verstehen? Helmut Schmidt löst Debatte aus. CDU-Politiker Volker Rühe“

Was soll diese Diskussion über Verständnis für Putin oder nicht? Putin hat Fakten geschaffen: Die Krim ist russisch und sie wird es bleiben. Was darüber fast vergessen wird, sind die Menschen in der Ukraine, die durch ihren Willen zur Hinwendung zum Westen den Stein erst ins Rollen gebracht haben. Sie haben Angst vor Gewalt im Innern und von außen, ihr Staat ist bankrott, ihre Währung verfällt, die Preise steigen, Löhne, Gehälter und Pensionen werden nicht mehr voll ausgezahlt, die Arbeitslosigkeit wächst. Die Regierung ist schwach, unerfahren und belastet durch die Mitwirkung von Ministern der Swoboda-Partei. Vor den Ukrainern liegt eine ungewisse Zukunft. Die Menschen in der Westukraine, aber auch viele in der östlichen Ukraine, erhoffen sich Hilfe und Unterstützung von der EU und besonders von Deutschland. Wir sollten sie nicht enttäuschen.

Marion Weinreich

Geringe Kosten für Reeder

28. März: „Sinn und Unsinn großer Schiffe. Containerriesen zeigen Häfen wie Hamburg die Grenzen auf“

In der Tat sind die heutigen Transportkosten für viele Produkte günstig. Das gilt nicht nur für den Schiffstransport, aber für diesen insbesondere. Die Reeder halten ihre eigenen Kosten für den Transport eines Containers auf den Weltmeeren durch immer größere Schiffe gering. Die anfallenden Kosten für Infrastrukturmaßnahmen wie Straßen, Kaianlagen oder in Hamburg die mittlerweile zu niedrige Köhlbrandbrücke haben dann die Steuerzahler zu übernehmen. Genauso betroffen sind die Hafenbetriebe. Diese müssen in ihre jeweilige Suprastruktur wie Containerbrücken Unsummen investieren, um sich dann von diesen Reedern bei Verhandlungen die Preise diktieren zu lassen. Und das passiert weltweit.

Thomas Nahr

Tierschutz nur für Wildtiere?

28. März: „Nabu fordert Hausarrest für Katzen. In der Brutzeit im Frühjahr fallen viele Singvögel den frei laufenden Vierbeinern zum Opfer“

Jedes Jahr wieder fordern so genannte Tierschützer, dass Hauskatzen zur Brutzeit von Singvögeln über Monate eingesperrt werden. Gilt Tierschutz jetzt nur noch für Wildtiere? Eine Katze in ihrem natürlichen Bewegungsradius einzuschränken ist Tierquälerei. Im letzten Sommer musste ich hilflos beobachten, wie Krähen und Eichhörnchen immer wieder Vogelnester ausräumten. Im selben Zeitraum hat unser Kater nicht eine Maus oder einen Vogel erlegt.

Uta Gaßner

Konstruktiv streiten

27. März: „Turbo-Abi: Senat startet Umfrage an Schulen“

Es geht wieder nicht darum, wie Schule besser gelingen könnte, wie sich unsere Gesellschaft angesichts massiv voranschreitender Globalisierung und dem zeitgleich stattfindenden demografischen Wandel strategisch für die Zukunft Erfolg versprechend neu aufstellen kann. Wäre es so, dann würden Schulpolitiker, Initiativen, Behörden, Eltern, Schüler und Schulen leidenschaftlich, heftig und konstruktiv über Inhalte, Curricula, Methoden und die Ausgestaltung von Schulen als Lebens- und Lernräume streiten. Am Ende eines solchen Diskurses ließe sich dann ableiten, welche Zeit zur Erreichung dieser Ziele notwendig wäre. Aber wieder einmal verkämpft man sich lieber auf Kosten der Zukunft unserer Kinder.

Jörg Barandat

Zur Vernunft mahnen

Wenn es dem Schulsenator darum geht, Zeit für die richtigen Argumente zu gewinnen und einen parteiübergreifenden Konsens gegen die G9-Initiative zu befördern, dann ist das zu begrüßen. Sollte er jedoch einem etwaigen Votum für G9 folgen wollen, dann würde er seiner Pflicht, Schaden von den Hamburger Schulen fernzuhalten, nicht gerecht. Es ist zu wünschen, dass die Gymnasialschulleiter nun auch in den Schulkonferenzen zur Vernunft mahnen. Wir brauchen keine neue Unruhe an den Schulen.

Dieter Semprich, Schulleiter i. R.

Monotone Styroporkästen

27. März: „130 Bäume für Neubau neben Haus Rissen gefällt“

Bereits die Ostseite des Hauses Rissen, ein ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet, wurde nach Rodung einer Waldfläche ohne Bebauungsplan mit monotonen Styroporkästen verdichtet. Lässt hier der Bezirk Altona unter Federführung der SPD erneut einfach mal kurz 130 Bäume fällen, um die wirtschaftlichen Interessen eines Parteimitgliedes zu begünstigen?

Stefan Bick

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