Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 31. Januar 2014

Fehlender Realitätssinn

30. Januar: „Der Renten-Irrsinn. Wider jede Vernunft winkt die Große Koalition milliardenschwere Reformen durch“

Wie recht hat der Autor. Bis zur letzten Bundestagswahl galt die Anhebung des Rentenalters als quasi alternativlos. So ist es erstaunlich und erschreckend, dass besonders auch Frau Merkel jetzt die Wichtigkeit und Notwendigkeit der abschlagsfreien Rente mit 63 herausstellt. So ist das mit der Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit unserer Politiker. Jetzt bleibt nur noch die Hoffnung, dass die Bürger den fehlenden Realitätssinn der Politiker ausgleichen und keinen Rentenantrag stellen, wenn sie mit 63 einen Arbeitsplatz haben und die Unternehmer sich jetzt nicht von ihren Mitarbeitern mit 61 mit dem Umweg über die Arbeitsagentur trennen.

Horst Möhlmann

Für vieles ist genug Geld da

Die meisten Inhalte des Leitartikels machen mich wütend. Die Beschäftigten, die 45 Jahre Arbeit auf dem Buckel haben, sollten doch wohl mit 63 Jahren ohne Abschlag in Rente gehen können. Über wie viele Arbeitnehmer reden wir denn, die 45 Jahre nachweisen können, sie werden doch von Jahr zu Jahr weniger. Und Erwerbsminderungsrentnern, die aus Krankheitsgründen nun wirklich nicht mehr können, sei doch eine kleine Verbesserung der meist kargen Rente zu gönnen. Auch diejenigen, die nicht in den Genuss von Kitas und Tagesmüttern gekommen sind, verdienen eine Anerkennung. Sicher ist das finanzielle Paket nicht klein, aber für so viele Dinge ist in Deutschland genug Geld da: überteuerte Bauvorhaben, Kriegseinsätze im Ausland und EU-Abgeordnete, die nur zwölf Prozent Einkommenssteuer zahlen. Hier hört man wenig über die Größenordnung der finanziellen Mittel. Die Sorge, dass dann gut ausgebildete Fachleute ab 60 Jahren fehlen werden, bleibt abzuwarten. Schon heute stellt doch kaum ein Unternehmen Mitarbeiter ein, die über 60 sind.

Matthias Müller

Fahrgäste zu unkonzentriert

29. Januar: „Bahn will Hamburgs Hauptbahnhof vergrößern. Mehr Platz für täglich 450.000 Besucher“

Hier gilt es tatsächlich, für schnelle Abhilfe zu sorgen. Eine erhebliche Entzerrung der Fahrgastströme wäre mit der Wiederöffnung des Tunnels unter dem Südsteg zu erreichen, da hier der größte Teil des Umsteigeverkehrs von und zur U-Bahn geleitet werden könnte. Eine wirkliche Hilfe könnten aber auch die Fahrgäste selbst sein, wenn sie es denn fertigbrächten, sich auf das zu konzentrieren, was sie gerade vorhaben, nämlich umzusteigen oder den Weg zu einem der Ausgänge zu finden. Mich „nervt“ tagtäglich die wachsende Menge der Leute, die schon beim Verlassen des Zuges, mit dem Smartphone in der Hand oder dem Handy am Kopf, den Betrieb aufhalten.

Holger Flach

Verkehrsströme entzerren

Der Berliner Hauptbahnhof, natürlich ganz neu und teuer gebaut, könnte vermutlich die doppelte Passagiermenge verkraften, ohne dass man eine zu große Fülle verspürte. Dazu wird es vermutlich so schnell nicht kommen, weil die Verkehrsströme in Berlin entzerrter verlaufen. Hamburg fehlt nicht nur ein Autobahnring, sondern auch ein weiträumiger Schnellbahnring. Ich rege an, zu prüfen, ob man in der Bahnhofsmitte eine zusätzliche Verbindungsbrücke bauen sollte, die im Osten des Bahnhofs in die Nähe des U-Bahn-Abgangs führen sollte.

Bernd Wenzel

Die Gesundheit geht vor

29. Januar: „Fluglärmbeschwerden verdoppelt. 628 Hamburger klagten über späte Starts und Landungen“

Es stimmt, dass wir Bewohner an der Lande- und Startbahn 23 uns besonders ärgern über die Flüge nach 22 Uhr, denn um 22 Uhr beginnt die Nachtzeit. Es gäbe hierfür jedoch eine Regelung für eine bessere Aufteilung der Flüge, die allerdings nie angewendet wird. Aus diesem Grund und noch anderen Unzumutbarkeiten gibt es hier besonders viele Beschwerden vom äußersten Norden Hamburgs, das sind die Walddörfer und Alstertaler über Hummelsbüttel, Langenhorn bis Fuhlsbüttel. Über 50 Prozent aller Landungen gehen allein über diese Gebiete. Hier ist die Politik gefordert, den Stadtflughafen in den Grenzen zu halten, die für die Gesundheit der Bewohner ausschlaggebend sind. Gesundheit muss vor Wirtschaftlichkeit rangieren. Ansonsten werden die Kosten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiter deutlich steigen.

Karin Wagner

Druck ausüben

29. Januar: „Indiens Frauen leiden stumm. Das Geschlechterverhältnis auf dem Subkontinent wird allzu oft von Gewalt und Habgier bestimmt“

Bei diesen dramatischen Menschenrechtsverletzungen muss das gesamte Ausland Druck auf Indien ausüben, politisch und wirtschaftlich. Indiens Frauen sollten sich massenhaft zusammenschließen und sich den gleichberechtigten Platz erkämpfen, der ihnen gebührt.

Peter Wigandt

Alles daddeldu?

28. Januar: „Ein Trainer im Fokus. HSV-Coach van Marwijk besteht auf seinen freien Tag. Ein Fehler?“

Das Verhalten dieses Trainers war den Verantwortlichen von Anfang an bekannt. Sie haben ihn trotzdem verpflichtet und damit keine Wende herbeigeführt, sondern nur das Unvermögen des Vorgängers verlängert und damit dem Verein schwer geschadet. Mit dem Abstieg löst sich das Problem von Marwijk von allein. Nur geht es mir gegen den Strich, jetzt schon tatenlos aufzugeben. Der letzte Strohhalm muss ergriffen werden. Größtes Manko ist jedoch, dass dem Verein bei 41 Gegentoren zwei überdurchschnittliche Abwehrspieler fehlen. Wenn das nicht noch klappt, ist sowieso alles daddeldu.

Alfred Wodtke