Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 22. Oktober 2013

| Lesedauer: 5 Minuten

Lupenreine Verfälschung

21. Oktober: „Große Koalition: SPD verschärft Bedingungen. Parteikonvent erstellt Katalog mit zehn Forderungen“

Natürlich darf die Handschrift der SPD bei der Konfiguration eines Koalitionsvertrages nicht bis zur Unkenntlichkeit verkommen. Pur CDU ohne SPD-Syntax wäre hanebüchen und bei einer doch zahlenmäßig linken Mehrheit im Bundestag sogar eine lupenreine Verfälschung des Wählerwillens.

Thomas Prohn

Dauerstau

21. Oktober: „Entschärfung der Verkehrslage. Streitpunkt Langenhorner Chaussee“

Dort, wo auf der Langenhorner Chaussee bereits der Radweg auf die Straße verlegt worden ist, kommt es seitdem zum Dauerstau der Kraftfahrzeuge. Das ist schlecht für die Anwohner, die erhöhter Lärm- und Abgasbelästigung ausgesetzt sind. Das ist schlecht für die Autofahrer, die mehr Zeit einplanen müssen und sinnlos Sprit verbrauchen. Das ist nur gut für die geschätzten zehn bis 20 Radfahrer, die diese reservierte Spur pro Stunde nutzen. In der Nacht und im Winter geht die Nutzung der Radspur gegen null. Sehr viele Rennradfahrer nutzen übrigens weiterhin die Straße.

Peter Schweer

Verhältnisse überdenken

19./20. Oktober: „Wasser predigen, Weinkeller füllen. Deutschland zahlt den Kirchen jährlich Millionen Euro“

Danke für den Artikel. Die Autorin hat mir aus dem Herzen gesprochen. Historisch gewachsene Verhältnisse kann man akzeptieren, aber man kann sie nach mehr als zwei Jahrhunderten auch mal überdenken.

Dr. Martin Kleinfeld

Mehr Offenheit

19./20. Oktober: „Phantom-Tor verhilft Leverkusen zum 2:1-Sieg in Hoffenheim“

70. Minute: Tor oder kein Tor? Entweder der vermeintliche „Torschütze“ selbst oder einer der besser postierten Mitspieler wird ohne jeden Zweifel sofort wahrgenommen haben, dass der Ball nicht ordnungsgemäß die Torlinie überschritten hat, und hätte dies umgehend dem Schiedsrichter erklären müssen. Diese Offenheit und Ehrlichkeit kann auch im harten Bundesligageschäft erwartet werden, ohne dass gleich ein Fairness-Orden verliehen wird.

Gerhard Ullrich

Unehrlichkeit bestrafen

Diese offensichtliche Unehrlichkeit der Spieler und Vereine müsste hart bestraft werden. Solch Verhalten gehört in dieselbe Schublade wie Wettbetrug. Ich finde, dass der Leverkusener Spieler Stefan Kießling mit seiner enttäuschten Geste zeigte, dass der Ball neben das Tor ging. Seine Mitspieler sahen es doch auch. Schiedsrichter Felix Brych war auf die Fairness des Spielers angewiesen. Stefan Kießling hätte es ihm sofort bestätigen müssen. Schiedsrichtern der Profiligen müssten mehr Hilfsmittel – zum Beispiel TV-Kameras vor Ort – an die Hand gegeben werden, die zeitnah und schnell Zweifelsfälle klären könnten.

Berndt Fischbeck

Schaffner einstellen

19./20. Oktober: „Busbeschleunigung. Freie Fahrt nur noch für Busse?“

Die Busse ließen sich auch ohne Einschränkungen anderer Verkehrsteilnehmer beschleunigen, indem man die Fahrer von Fahrkartenkontrollen und -verkauf befreit und beim Einsteigen wieder alle Türen nutzt. Dazu sollten an den Haltestellen Fahrkartenautomaten errichtet werden. Alternativ könnten Schaffner eingestellt werden. Ferner sollte überprüft werden, ob die Zahl der Haltestellen nicht verringert werden kann. Ich glaube kaum, dass diese Maßnahmen teurer werden als das jetzige Busbeschleunigungsprogramm.

Stefan Quack

Flickschusterei

Die ganze Busbeschleunigung ist nichts weiter als Flickschusterei. Da wird wieder Geld, das Hamburg nicht hat, verpulvert. Man kann es drehen, wie man will, die Stadtbahn ist für Hamburg unverzichtbar. Von den Fahrgastzahlen ist die Metrobuslinie ja sogar U-Bahn-würdig. Herr Scholz will ja allerdings den Verkehr mit Bussen bewältigen. Was in fast allen anderen Metropolen klappt, kriegt Hamburg nicht auf die Reihe. Gute Verkehrspolitik sieht anders aus.

Heinz Goecke

Offenes Einwanderungsland

15. Oktober: „Lampedusa-Flüchtlinge. Pro und Kontra“

Ich bin selbst ein „Wirtschaftsflüchtling“, allerdings vor mehr als 22 Jahren aus der DDR, davor bin ich vom Land in die Stadt gezogen. Immer mit der Idee, mir ein besseres Leben zu ermöglichen. Innerhalb Europas verlassen täglich Bürger ihr Heimatland für eine neue Perspektive. Mit welchem Recht sagen wir bei diesen Flüchtlingen: „Sorry, du nicht! Du bist im falschen Land geboren.“ Wie können wir uns hinstellen und anderen Menschen die gleichen Menschenrechte auf ein leichteres Leben verweigern? Es werden Fachkräfte in Spanien über Agenturen gesucht, Personal für die Altenpflege aus China, und neue Ausbildungsmodelle für europäische Jugendliche in Deutschland getestet. Gibt es diese Ansätze in Afrika? Ich wünsche mir Deutschland als ein offenes Einwanderungsland, indem staatlicherseits sofort Sprachkurse und Einstiegshilfen in die Berufswelt geboten werden.

Ulrike Dohr

Am Recht vorbeimogeln

Die Ursachen für den Ansturm der Asylanten auf Europa müssen beseitigt werden. Mit der katastrophalen EU-Landwirtschaftspolitik und der Zusammenarbeit mit Despoten nennt Matthias Iken zwei wesentliche Gründe. Die Probleme lassen sich nicht durch offene Grenzen lösen, sondern nur durch eine Entwicklungspolitik, die diese Bezeichnung auch verdient. Wenn der Autor das meint, wenn er schreibt, „es ist Aufgabe der Politik, hier ehrlich zu sein“, dann bin ich auf seiner Seite. Aber diese Ehrlichkeit darf keine Theorie bleiben, kein Lippenbekenntnis. Solange dies nicht der Fall ist, wird es immer wieder notwendig sein, sich am geltenden Recht „vorbeizumogeln“.

Peter Gudelius

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