Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 31. Mai 2013

| Lesedauer: 5 Minuten

Verrostet und schief

29. Mai: "Hamburgs Spitzen-Backstein. Speicherstadt und Kontorhausviertel sollen Weltkulturerbe werden"

Hamburg hat viele, sicher schöne Bauten, die es allemal wert wären, in die Welterbeliste aufgenommen zu werden. Das Chilehaus ist eines der schönsten, bei der Speicherstadt ist man sich angesichts der heutigen Nutzung nicht immer so sicher. Für die Zeit der Besichtigung durch das Komitee der Unesco kann man sich nur wünschen, dass auch das Umfeld der Gebäude den Ansprüchen des Komitees entspricht und nicht durch Vernachlässigung den Eindruck verschandelt. Der auf dem Foto vom Chilehaus gezeigte, total verrostete und schiefe Pfahl mit den Straßennamen trägt zum guten Eindruck jedenfalls nicht bei.

Bernd Sick

Heilsamer Druck

29. Mai: "Senatorin: Private Krankenkassen abschaffen. Wahlkampf um Gesundheit"

Frau Prüfer-Storcks wünscht sich ein Einheitsversicherungssystem. Das gab es schon einmal in Deutschland und hieß: Sozialversicherung der DDR. Sie beantwortet die wesentliche Frage nicht: Welche Leistungen würde diese Einheitsversicherung dem Patienten bringen und wer legt die Leistungen überhaupt fest. Die Politiker? Nach Kassenlage? Nur durch die Konkurrenz von Privater und Gesetzlicher können wir uns ärgern, dass die Wartezeit hier zwei und dort fünf Wochen beträgt. Dieser Ärger bringt heilsamen Druck in das System. In Ländern mit Einheitsversicherung, zum Beispiel England, beträgt diese dann vielleicht 20 Wochen. Sind wir dann besser dran, weil wir scheinbar alle gleich sind? Es wird dann erst recht Gleichere geben, nur merkt man es nicht so.

Dr. med. Steffen Wahler

Beitrag zur Integration

29. Mai: "Umgang mit Libyern unwürdig. Hamburg muss Flüchtlingen ein Dach überm Kopf bieten"

Die Sozialbehörde berät zusammen mit der Kirche, wie man den Libyern übergangsweise helfen kann. Zur Lösung könnten doch auch Moscheevereine beitragen. Bekanntlich befinden sich in größeren Moscheen sanitäre Anlagen, Gästezimmer, Lebensmittelläden, Reisebüros, der Friseur, Restaurants, Teestuben und anderes mehr. Der Verband der Islamischen Kulturzentren verfügt über Wohnheime für Schüler. So könnten die als Religionsgemeinschaften anerkannten Vertragspartner des Senats einen Beitrag zur Integration und zu gegenseitigem Verständnis leisten und sich als den gewünschten Gewinn für die gesamte Hamburger Gesellschaft darstellen.

Jutta Starke

Beschämend

Und wieder versteckt sich der Hamburger Senat, sein Innensenator Neumann und der Sozialsenator Scheele, hinter den Gesetzen. Sie vergessen, dass es hier doch um menschliche, unverschuldete Schicksale Einzelner geht. Der Krieg hat ihr Leben und ihre Perspektive zerstört. Menschlichkeit und Menschenwürde werden auf das Schlimmste missachtet. Diese Menschen können ihr Schicksal nicht lösen, das kann nur die Politik. Aber der SPD-Senat will das nicht. Italien, Griechenland, Ungarn werden als Außengrenze alleingelassen. Das reiche Deutschland und Hamburg können das aber nicht für diese Menschen regeln. Das ist beschämend und unerträglich. Vielleicht ist Italien sozialer als Deutschland und hat diesen armen Menschen 500 Euro gegeben, damit sie nicht verhungern. Die Kirche kann den Menschen Essen geben und ihnen Trost geben. Aber nur der Hamburger SPD-Senat kann das auf menschliche Art regeln. Ich empfehle dem Senat, einmal das Grundgesetz genau zu lesen. Dort steht: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Claus Engelhardt

Im wirklichen Leben

29. Mai: "Ungerecht? Beamte kritisieren höhere Diäten für Politiker"

Gerecht kann eine Diätenerhöhung doch nur sein, wenn Beamte und Politiker sich an der jährlichen Rentenerhöhung des Normalbürgers orientieren würden, dann stünden sie mit ihrer Einschätzung zum ersten Mal im wirklichen Leben.

Siegfried Meyn

Rentner sind sauer

Nicht nur Beamte sind sauer, sondern alle Rentner, die mit 0,25 Prozent abgespeist werden. Nach diesem Index des Statistikamts müssten alle Renten und Pensionen berechnet werden. Das wären bei den Durchschnittsrenten ungefähr 10 Euro mehr im Monat und nicht gleich 250 Euro wie bei diesen Selbstversorgern. Und da wundern sich die Politiker über die niedrige Wahlbeteiligung?

Horst Fischer

Bezüge senken

27. Mai: "Zwei große Verlierer. Niedrige Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl in Schleswig-Holstein"

Das ist das erschreckende Ergebnis einer ausgesprochen nachhaltigen Politikerstruktur, für die sich der Eindruck aufdrängt, dass sie sich nicht mehr als Volksvertretung, sondern als Berufsstand mit Einkommens- und Arbeitsplatzgarantie sieht. Das gilt bundesweit für alle Ebenen der Politik. Selbst bei zehn Prozent Wahlbeteiligung würden sich die Zahl der Abgeordneten nicht verringern und auch nicht deren Vergütungen und Entschädigungen. Die Mitglieder dieser Struktur haben wohl vergessen, dass sie sich um die Wähler bemühen müssen und nicht umgekehrt. Abhilfe kann man nur schaffen, wenn die Anzahl der zu vergebenden Mandate prozentual an die Wahlbeteiligung gekoppelt wird oder auf unterer Ebene, wo ein Abbau von Mandaten nicht vertretbar ist, durch Senkung der Bezüge.

Hans-Peter Hansen

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