Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 17. Januar 2013

| Lesedauer: 5 Minuten

Nichts außer Autoverkehr

16. Januar: "Senat beschließt Ausbau der U 4 bis Elbbrücken - Baubeginn noch 2013"

Und schon wieder wird sehr viel Geld blödsinnig verbuddelt, anstatt endlich das Projekt Stadtbahn in Angriff zu nehmen. Die U 4 führt durch menschenleeres Gebiet, die Stadtbahn hätte hoch verdichtetes Wohngebiet erschlossen. Außerdem ist der Übergang an den Elbbrücken zur S-Bahn technisch quasi unmöglich, da Gleise überquert werden müssen. Es bleibt dabei, Hamburg kann im Verkehrsbereich nichts außer Autoverkehr.

Matthias Christen

Deutschland zu naiv?

14. Januar: "Riskantes Abenteuer. Der Mali-Konflikt ist kein Fall für Bundeswehr-Kampftruppen"

Den Afghanistan-Einsatz habe ich nie ganz verstanden. Der Einsatz in Mali leuchtet mir schon mehr ein. Wenn al-Qaida Mali unter Kontrolle bekommt, werden nicht nur die Nachbarstaaten in Nordafrika das zu spüren bekommen. Südeuropa wird stark gefährdet sein, und Anschläge zum Beispiel in Spanien werden folgen. Man sollte in Deutschland weniger naiv sein. Wirtschaftliche Interessen sollten nicht die einzigen Entscheidungskriterien sein. Die Bundeswehr ist in erster Linie für den Schutz unserer Gesellschaft da. In Frankreich sieht man es wohl so ähnlich und handelt.

Hartwig Nehls

Wie Tag und Nacht

14. Januar: "Die Mutter aller U-Bahnen. Die London Underground feiert ihren 150. Geburtstag"

Die Londoner U-Bahn ist zweifellos ein außergewöhnliches Verkehrssystem, so wie ich es in den vergangenen vier Jahrzehnten kennengelernt habe. Die "Verbindung" zur Hamburger U-Bahn ist in der Tat einzig die Farbe Gelb der Linie U 3, ansonsten ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Man könnte Dutzende von Geschichten erzählen ... Übrigens sind alle Londoner Bahnhöfe mit Eingangs- und Ausgangssperren versehen. Fantastisch, die vor etwa sechs Jahren eingeführte elektronische Karte, die sogenannte "Oyster-Card", die täglich von Millionen Fahrgästen genutzt wird. Es war ein ganz großer Fehler des HVV, vor Jahren auf Hamburger Bahnhöfen die Sperren zu deinstallieren, jetzt wird jedes Jahr über die Schwarzfahrer lamentiert.

Rainer Hinze

Den Einzelfall prüfen

14. Januar: "Mehr Fahrradhäuschen für Eimsbüttel? Bezirk gilt als Hochburg der Schrotträder"

Zur Wahrheit über den von der FDP vorgelegten Antrag gehört auch, dass er gefordert hatte, die Regionalausschüsse und den Ausschuss für Verkehr zu bitten, "zügig Vorschläge für Standorte zu erarbeiten". Zu einer solchen "Zentralplanung" haben sich die Fraktionen von SPD, CDU, Grüne und Linke kritisch geäußert, weil ein solches Vorgehen über die Köpfe der Bevölkerung hinweg nicht angeraten sei, sondern dass man besser bei der geübten und anerkannten Praxis bleiben soll, auf konkrete Anregungen der Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit der Aufstellung von Fahrradhäuschen auf den Einzelfall bezogen zu prüfen. Die FDP-Fraktion, die in dieser Sache keinen sattelfesten Eindruck machte, zog dann schließlich diese Forderung zurück. Damit war der übrig gebliebene Antrag derart substanzentleert, dass alle anderen Fraktionen der Meinung waren, dieses Thema nochmals aufzugreifen, um zu einem befriedigenderen Ergebnis zu kommen, möglicherweise auch mit Zustimmung der FDP.

Hartmut Obens, die Linke

Bei Kollegen informieren

14. Januar: "Acht oder neun Jahre bis zum Abitur? Widerstand gegen Turbo-Abi wächst"

In der Berichterstattung kommt deutlich zu kurz, dass das sogenannte "Turbo-Abi" in den neuen Bundesländern seit über 20 Jahren die Regel ist. In Ländervergleichen schneiden diese Bundesländer gut ab. Meiner Ansicht nach müsste der Schwerpunkt der Diskussion auf die Ausgestaltung von G8 gelegt werden. Dabei wäre es wünschenswert, dass die zuständigen Politiker nicht wieder versuchen würden, das Rad noch einmal neu zu erfinden. Sie sollten sich lieber bei ihren Kollegen in den neuen Bundesländern informieren und sich bei der Gestaltung von G8 an dem orientieren, was in der Schulpraxis bereits funktioniert. Was ist dagegen einzuwenden, dass junge Menschen mit 22 Jahren ins Berufsleben einsteigen? Zur Bildung eines Menschen gehören sowohl Erkenntnisse als auch Erfahrungen. Berufsrelevante Erfahrungen können Menschen doch nur in der Berufswelt erwerben und nicht an Schulen oder Universitäten.

Constantin Roick

Kein Geheimnis

12./13. Januar: "Medienmacher"

In seiner Kolumne "Medienmacher" wundert sich Kai-Hinrich Renner, warum der NDR nicht schon Ende Dezember bei der Erfurter Staatsanwaltschaft wegen eventueller Ermittlungen gegen Frank Beckmann nachgefragt habe. Dies, so schreibt Kai-Hinrich Renner, bliebe das "Geheimnis" des Senders. Dieses sogenannte Geheimnis können wir aufklären: Wie ich bereits am Tag vor Erscheinen erklärt habe, stand der NDR in dieser Sache in engem Kontakt mit dem für den KiKa federführenden MDR. Und weiter: Der MDR hat dem NDR schon im Dezember mitgeteilt, dass er seitens der Staatsanwaltschaft keine Auskünfte darüber bekommt, gegen welche Personen sie noch ermittelt. Zugleich hat der MDR zugesagt, den NDR über neue Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Deshalb erschien dem NDR eine eigenständige Anfrage weder als notwendig noch als zielführend. Wir haben unser Vorgehen transparent dargelegt. Ein Geheimnis gibt es nicht.

Martin Gartzke, NDR-Sprecher

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