Wachstumsbeschleunigungsgesetz

Familen, Erben und Unternehmen werden entlastet

Ja - die neue Bundesregierung hat die ersten Steuerentlastungen auf den Weg gebracht. U. a. soll also die Hotelbranche davon profitieren... D. h. der Mehrwertsteuersatz soll statt 19 % nur noch 7 % betragen. In der Umfrage des "Dehoga" kündigten die Hoteliers jedoch an, nur einen kleinen Teil an die Gäste weiterzugeben. Da die MwSt. aber ein "durchlaufender Posten" ist, wird die Gesetzesänderung so missbraucht. Die MwSt. zahlt stets der Endverbraucher. Und die Hoteliers können von diesem Gesetz doch nur profitieren, wenn für die Kunden durch den neuen Steuersatz die Preise um 12 % niedriger sind und daher mehr Übernachtungen möglich werden. Die Regierung will damit die Wirtschaft ankurbeln. Für die Gruppe der gewerblichen Hotelgäste würden Hotels sogar teurer, weil die Vorsteuern sinken.

Hans-Egon Hein (Steuerberater), Nahe

Wahrlich kein Grund zum Jubeln, weil sich dahinter eine sachlich nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung verbirgt. Während sich die Erhöhung in den Hartz-IV-Familien überhaupt nicht auswirkt, weil das Kindergeld als Einkommen des Kindes berücksichtigt wird, profitieren von der gleichzeitigen Erhöhung der steuerlichen Kinderfreibeträge ausschließlich die besser bis sehr gut Verdienenden mit deutlich mehr als 20,- € monatlich. Die Hochverdienenden, die den Spitzensteuersatz zahlen, sparen durch die Erhöhung der Kinderfreibeträge ca. das Doppelte, nämlich etwa 40,- monatlich. Ein weiterer beängstigender Hinweis darauf, wem die Zuwendung von Schwarz-Gelb in erster Linie gilt!

Christel Bosau, per E-Mail

Liebe Rentner, die neue Regierung hat eine schlechte und eine gute Nachricht für Euch.Die Schlechte: leider müßt Ihr auf etliche Jahre hinaus mit Nullrunden bzw. nur leichten Rentenanhebungen rechnen; es muss ja im Interesse der Allgemeinheit gespart werden. Die "gute" Nachricht: Erbschaften über 13 Millionen Euro werden steuerlich entlastet. Dreister kann eine Regierung ihre Klientelpolitik nicht manifestieren: steuerliche Entlastung der Besserverdienenden und Vermögenden und u.a.künftig einseitige Belastung der krankenversicherten Arbeitnehmer. Welches Wachstum als das bereits vorhandener erheblicher Vermögen kann denn in Wahrheit das sog."Wachstumsbeschleunigungsgesetz" beschleunigen? Es wäre doch für das Wirtschaftswachstum viel sinnvoller, durch eine grundlegende Steuerreform denjenigen efektiv mehr Geld zu lassen, die es zum Leben brauchen und ausgeben wollen bzw. müssen und nicht denen ,die es zur Vermögensmehrung-womöglich im Ausland- anlegen werden. Es wäre schön, wenn der Gesetzgeber sich einmal wieder die Forderung des Grundgesetzes nach Berücksichtigung sozialer Belange und der Allgemeinverpflichtung des Eigentumes vor Augen halten würde.

Per von der Thüsen, Reinbek

Empfängern von Arbeitslosengeld II nützt die Kindergelderhöhung nichts, weil die Arge den Satz dementsprechend senkt.

Heidrun Ascheberg, per E-Mail

Das sogenannte Wachstumsgesetz ist eine unsystematische Sammlung von Einzelmaßnahmen. Der höhere Kinderfreibetrag, der Anstieg des Kindergeldes sowie die steuerlichen Erleichterungen für die Unternehmen. Besonders ärgerlich ist die Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes für die Hoteliers. Die Hotelbranche hat schon angekündigt die Steuersenkung nicht weiter zugeben. Nun werden die Übernachtungen und Speisen auch noch subventioniert. Mit der Erhöhung des Kindergeldes ist noch lange nicht garantiert, dass in sozial bedürftigen Familien das zusätzliche Geld ankommt. Die Millionen würden bundesweit reichen für eine kostenlose Kinderbetreuung und für ein kostenloses Mittagessen in allen Schulen. Die Steuererleichterungen bringt der Volkswirtschaft gar nichts, denn die Zeche zahlen die Städte und Kommunen durch weiniger Steuereinnahmen.. Auch hier herrscht Ebbe in den Kassen.

Mit freundlichem Gruß

Peter Groth, Ellerau

Die Kindergelderhöhung ist meines Erachtens ein Schritt in die falsche Richtung, weil bei vielen Familien das Geld eben nicht da ankommt wo es soll, bei den Kindern. Es sollte vielmehr dafür Sorge getragen werden, dass in den Schulen und Kitas jedes Kind etwas zu Essen und zu trinken bekommt, damit es satt wird. In vielen Familien ist es leider nicht selbstverständlich, dass die Kinder die tägliche Stulle und die Milch mit auf den Weg bekommen.

Oliver Bostedt, per E-Mail