TV-Tipp

Suburbicon

Margaret (Julianne Moore) und Gardner (Matt Damon) in einer Szene des Films "Suburbicon - Der Tod wohnt in der Vorstadt".

Margaret (Julianne Moore) und Gardner (Matt Damon) in einer Szene des Films "Suburbicon - Der Tod wohnt in der Vorstadt".

Foto: dpa

Auch für seine sechste Regiearbeit bekam George Clooney große Stars vor die Kamera. Der Vorstadt-Thriller "Suburbicon" läuft nun erstmals im Free-TV. Doch waren die Vorschusslorbeeren überhaupt gerecht?

Berlin. Bei einem solchen Staraufgebot konnte doch eigentlich nichts schief gehen: George Clooney als Regisseur. Matt Damon und Julianne Moore vor der Kamera. Das Drehbuch von den Coen-Brüdern ("No Country for Old Men"). Und trotzdem ist eine Menge schiefgegangen beim Drama "Suburbicon", das am Montag um 22.15 Uhr im ZDF läuft.

Die Handlung spielt in der vermeintlichen Vorstadtidylle in den USA der 1950er Jahre. Als die schwarze Familie Mayers in die bis dahin ausschließlich weiße, namensgebende Siedlung zieht, reagieren die Bewohner zunächst mit "Ich habe ja nichts gegen Schwarze, aber..."-Argumenten und später mit rassistischen Angriffen.

Im Hause Lodge hat man derweil ganz andere Probleme: Nach einem Einbruch von zwei Verbrechern stirbt Rose (Julianne Moore). Sie hinterlässt ihren Ehemann Gardner (Matt Damon), Sohn Nicky (Noah Jupe) und ihre Zwillingsschwester Margaret (ebenfalls Moore). Doch nicht nur Nicky wird bald klar, dass die Geschichte, die ihm sein Vater und seine Tante erzählen, zum Himmel stinkt.

Was 2017 auf dem Papier nach einem garantierten Erfolg klang, wurde zumindest im Kino zu einem kolossalen Flop - bei Kritikern und Zuschauern. Der Film bescherte dem Studio Paramount Pictures einen der schlechtesten Kinostarts in seiner Geschichte. Das Budget lag laut der Kinoplattform IMDb bei rund 25 Millionen US-Dollar, eingespielt wurde davon weltweit nur etwa die Hälfte. Der Film sei "ein Morast widersprüchlicher, fehlgeleiteter Absichten", schrieb K. Austin Collins für das Internet-Portal "The Ringer".

Dabei waren Clooney vorherige Ausflüge ins Regiefach von Erfolg geprägt. So wurden beispielsweise die Politdramen "Good Night, and Good Luck" und "The Ides of March - Tage des Verrats" für Oscars nominiert.

Das Problem von "Suburbicon" ist vor allem das Script. Wie Clooney dem Magazin "The Atlantic" 2017 erzählte, hatten die Coen-Bruder bereits vor langer Zeit eine Version des Films geschrieben. Er und sein Schreibpartner Grant Heslov ergänzten das Drehbuch später.

So hat man das Gefühl, zwei Filme zu sehen: Die Geschichte der Familie Lodge ist eine klassische Coen-Groteske - ohne den Humor ihrer besten Werke zu erreichen. Es dürfte einen Grund haben, dass sie "Suburbicon" nicht selbst verfilmten. Der Erzählstrang der schwarzen Familie Mayers zeigt dagegen den hässlichen und alltäglichen Rassismus in den USA der 1950er Jahre. Beide Teile werden zwar durch die Freundschaft der beiden Söhne verbunden, wirken aber trotzdem seltsam unabhängig voneinander.

Familie Mayers widerfahren schreckliche Diskriminierungen, doch Clooney lässt die Zuschauer fast nichts über die Figuren erfahren. Die beiläufige Schilderung der Übergriffe soll womöglich ihre Alltäglichkeit unterstreichen. Trotzdem wirkt der Strang fehl am Platz. Die Motive der Charaktere von Damon und Moore werden immerhin angerissen, bleiben aber ebenso schablonenhaft. Lediglich Oscar Isaac liefert als gewiefter Ermittler einer Versicherungsgesellschaft einen starken Auftritt ab. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass auch die Zusammenarbeit vieler Filmgrößen keinen Erfolg garantiert.