Weihnachtssatire

Netflix: Warum der schwule Jesus doch gezeigt werden darf

Eine Szene aus der umstrittenen Weihnachtssatire auf Netflix in Brasilien.

Eine Szene aus der umstrittenen Weihnachtssatire auf Netflix in Brasilien.

Foto: Ho / AFP

Ein brasilianisches Gericht untersagte Netflix die Ausstrahlung eines Specials mit einem schwulen Jesus. Warum das nun kassiert wurde.

Rio de Janeiro. Eine bessere Werbung hätte es kaum geben können: Erst wird Netflix die Ausstrahlung in einer Weihnachtssatire Brasilien verboten – dann kassiert das Oberste Gericht des Landes die Entscheidung direkt wieder. Damit darf der Streaming-Dienst das Werk über einen schwulen Jesus doch weiter zeigen.

Eine christliche Gruppe hatte sich gegen die Parodie „A Primeira Tentação de Cristo“ (Die erste Versuchung Christi) von der brasilianischen Satire-Gruppe Porta dos Fundos gewehrt. Und zuerst auch Recht bekommen. Allerdings sah Gerichtspräsident José Antonio Dias Toffoli das dann doch etwas anders.

„Es ist nicht davon auszugehen, dass eine Satire die Macht hat, die Werte des christlichen Glaubens zu untergraben, die mehr als 2000 Jahre alt und in der Überzeugung der Mehrheit der Brasilianer verwurzelt sind“, schrieb Toffoli in seiner Begründung.

Netflix: Film über schwulen Jesus lief seit Anfang Dezember

Den Film hatte Netflix Anfang Dezember in sein Sortiment aufgenommen. Die Satire löste wütende Reaktionen unter konservativen Politikern und in katholischen wie evangelikalen Kreisen des südamerikanischen Landes aus.

Tausende Brasilianer hatten daraufhin eine Petition gegen den „schwulen Jesus von Netflix“ unterzeichnet. Am 24. Dezember wurde der Sitz von Porta dos Fundos in Rio de Janeiro von Unbekannten mit Molotowcocktails angegriffen. Verletzte gab es dabei nicht.

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Der Vorsitzende der brasilianischen Anwaltskammer hatte die erste Entscheidung bereits scharf kritisiert. „Die brasilianische Verfassung garantiert die freie künstlerische Entfaltung“, hatte Felipe Santa Cruz dem Nachrichtenportal G1 gesagt. „Jede Art der Zensur bedeutet einen Rückschritt und kann von der Gesellschaft nicht hingenommen werden.“

(jb/dpa/AFP)

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