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„Unser Land in den 80ern“: WDR gelingt kurzweilige Zeitreise

Aerobic gehörte zu den 1980er-Jahren dazu wie Discofieber: Der WDR blickt auf ein Jahrzehnt zurück, das sich nicht nur durch schräge Mode auszeichnete.

Aerobic gehörte zu den 1980er-Jahren dazu wie Discofieber: Der WDR blickt auf ein Jahrzehnt zurück, das sich nicht nur durch schräge Mode auszeichnete.

Foto: WDR/ picture alliance / dpa

Nach dem 70er-Rückblick folgen nun die 80er: In zehn Folgen erinnern Prominente wie Annette Frier oder Dietmar Bär an das Jahrzehnt.

Essen.  Natürlich taucht Nena irgendwann auf dem Bildschirm auf. Demonstriert wird auch gegen sauren Regen und Waldsterben – und natürlich gegen Atomraketen. Und auch das Geiseldrama in Gladbeck ist noch einmal Thema. Weil all das ja dazugehört, wenn das Fernsehen zurückblickt auf „Unser Land in den 80ern“. So wie der WDR das ab diesem Freitag (10. August) an den nächsten zehn Freitagen um 20.15 Uhr macht – chronologisch Jahr für Jahr.

Wer vor ziemlich genau einem Jahr schon mit dem Sender in die 70er zurückgereist ist, der fühlt sich schnell wieder zu Hause. Denn das Prinzip der Reihe ist unverändert. Erneut konnte der WDR für die Reihe zehn mehr oder weniger prominente Persönlichkeiten aus Nordrhein-Westfalen als Paten und Sprecher der Filme gewinnen. Unter anderem erinnern sich Annette Frier, Ann-Kathrin Kramer, Dietmar Bär, Frank Goosen, Mariele Millowitsch und Jörg Hartmann an das Jahrzehnt, in dem sie Teenager waren.

Filmemacher durchforsteten monatelang Archive

Jede und jeder von ihnen erzählt die Geschichte eines Jahres, zu dem er oder sie eine besondere Beziehung hat. Und wie beim Vorgänger haben die Filmemacher monatelang öffentliche und private Archive im ganzen Land nach Geschichten und Material aus den 1980ern durchforstet. Die Mühe hat sich einmal mehr gelohnt.

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Denn gestoßen sind sie dabei nicht nur auf zum Teil unveröffentlichte Filmaufnahmen, sondern auch auf Menschen aus der zweiten und dritten Reihe. Menschen, von denen viele längst in Vergessenheit geraten sind, obwohl sie die Geschichte des Ruhrgebietes, NRWs – manchmal sogar die Deutschlands – oft nicht nur hautnah miterlebt, sondern auch mitgeprägt haben und sich daran vor der Kamera erinnern.

Arbeitskampf und Zechenschließungen

Natürlich kann man streiten. Über das, was es am Ende in die Sendung geschafft hat. Und darüber, ob es zu wenig oder zu viel Zeit bekommen hat. Aber das kann man immer bei Rückblicken, die nie ganz objektiv sein können und wollen. Ein Jahr ist lang, 45 Minuten meist zu kurz, um es umfassend abzubilden. Im Großen und Ganzen aber gelingt es den Machern dieser Reihe recht gut.

Weil sie immer wieder wechseln zwischen großer Geschichte und kleinen Geschichten, zwischen harter und leichter Kost. Arbeitskampf und Zechenschließung folgten auf Sommertrends und Winterwetter. Viel aus dem Rheinland wird erzählt, noch mehr aus dem Ruhrgebiet, aber auch Sauer- und Münsterland kommen nicht zu kurz. Und dass der ein oder andere Bezug zu NRW ein wenig konstruiert wirkt, ist auch schon der einzige Tropfen Wasser in viel gutem Wein.

Gemeinsam in Erinnerungen schwelgen

Man sollte allerdings nicht allein zurückreisen in der Zeit. „Unser Land in den 80ern“ lädt förmlich dazu ein, gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen oder seinen Kindern zu zeigen, wie das damals war – als Telefone noch Schnüre hatten und man Fotos noch zum Entwickeln schicken musste.

Fazit: Kurzweilige Unterhaltung irgendwo zwischen „Weißt du noch“ und „Kinder, wie die Zeit vergeht“.

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