Netflix-Serie

„Tote Mädchen lügen nicht“ – Mehr Suizid-Anfragen bei Google

Darum ist Serie "Tote Mädchen lügen nicht" so umstritten

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Verleitet die Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ Jugendliche zum Suizid? Die Google-Anfragen dazu häuften sich jedenfalls nach dem Start.

Berlin.  Die Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ ist seit ihrem Erscheinen am 31. März hoch umstritten. Die Serie thematisiert den Selbstmord einer 17-Jährigen, die von Mitschülern gemobbt wird.

Kritiker fürchten, die Serie könnte suizidgefährdete Jugendliche zur Nachahmunganstiften. Nun berichten US-Forscher, dass die Suchanfragen bei Google rund um das Thema Suizid in den Tagen nach der Veröffentlichung der Serie stark angestiegen seien.

Bis zum 18. April registrierte Google demnach täglich zwischen 900.000 und 1,5 Millionen Nutzeranfragen mehr zum Thema Suizid als im Vergleichzeitraum vor dem Serienstart. Im Durchschnitt seien das 19 Prozent, schreiben die Forscher von der San Diego State University. Zugenommen hätten sowohl Anfragen wie „Selbstmord begehen“ oder „Wie bringt man sich selber um?“ als auch Anfragen nach Suizid-Hotlines und Suizid-Prävention.

Forscher empfehlen Präventions-Hotlines einzublenden

Ob es nach den vermehrten Google-Anfragen auch tatsächlich mehr Selbstmorde gegeben hat, können die Forscher nicht sagen. Studien würden das aber nahelegen. Die Forscher empfehlen den Produzenten daher, künftig in jeder Episode die Telefonnummern von Präventions-Hotlines einzublenden. In ihrer jetzigen Form habe die Serie zwar das Bewusstsein für das Thema Selbstmord befördert, zugleich aber auch dessen Idealisierung. (küp)

Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über das Thema Suizid, außer es erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.