Interview

Rebecca Immanuel tanzt für Rosamunde-Pilcher-Film Tango

Brachte sich mit Tanzunterricht für ihre jüngste Rolle in Form: Rebecca Immanuel spielt im neuen Rosamunde-Pilcher-Film eine Tangolehrerin.

Brachte sich mit Tanzunterricht für ihre jüngste Rolle in Form: Rebecca Immanuel spielt im neuen Rosamunde-Pilcher-Film eine Tangolehrerin.

Foto: Copyright ©Vanessa Cowling

Für den Pilcher-Film am Sonntag hat Rebecca Immanuel hart trainiert. Das sagt sie über Romantik, Cornwall und die heile Fernsehwelt.

Berlin.  Für den neuen Rosamunde-Pilcher-Film „Argentinischer Tango“, in dem sie eine Tangolehrerin spielt, hat Rebecca Immanuel extra Tanzunterricht genommen. Seit 2012 steht die 45-jährige Schauspielerin außerdem regelmäßig für „Der Bergdoktor“ vor der Kamera und ist Mutter eines Sohnes. Karoline Beyer sprach mit Rebecca Immanuel über ihre Rolle als Mutter, Überraschungen am Drehort Cornwall und die heile Welt in Fernsehromanzen.

Frage: Sind Sie nach Training und Dreharbeiten zum Film ein Tangoprofi geworden?

Rebecca Immanuel: Nein, um Gottes Willen. Ich kann ihn schon ganz gut, habe mich aber mit einer speziellen Choreografie wirklich nur auf die Rolle vorbereitet. Immerhin sechsmal pro Woche und so, dass sich fast meine Achillessehne entzündet hat. Ich habe vier Wochen in Berlin trainiert, mit den Lehrern Mimi Hirsch und Nikita Gerdt.

Viele schwärmen von der Landschaft in Cornwall. Wie hat es Ihnen gefallen?

Immanuel: Die Landschaft ist traumschön. Der Kameramann hat gesagt: „Unser erster Hauptdarsteller ist diese Natur.“ Und ich finde, er hat recht. Kein Wunder, dass Cornwall bei Reisenden so beliebt ist. Viele Engländer scheinen offenbar einen großen Teil ihres Sommers dort zu verbringen. Lustigerweise war manche Familie von der Oma bis zum Enkel tätowiert, das hätte ich im Pilcher-Land nicht erwartet.

Und hatte das berüchtigte Wetter Erbarmen?

Immanuel: Nein. Man kann an einem Tag fast alle vier Jahreszeiten erleben. Wir haben den ganzen Juli dort gedreht, und es waren meist zwischen 14 und 17 Grad. Ein bisschen frisch, wenn man im Sommerkleid dreht. In Deutschland war Hitzewelle. Meine Familie wollte mich deswegen beinahe gar nicht besuchen kommen.

Die Pilcher-Filmleute sind ja sicher schon eingespielte Teams. Trifft man sich manchmal außerhalb der Arbeitszeit?

Immanuel: Klar, es ist eine wirklich nette Atmosphäre. Die Teams, die für die einzelnen Produktionsbereiche zuständig sind, bestehen zur Hälfte aus Engländern. Viele deutsche Kollegen mussten auch während der Drehpausen dort bleiben, lernten Angeln oder Surfen. Manche von uns hatten kleine Appartements mit kleinen Küchen. Mein Kollege Michael von Au, der im Film den verwitweten Autor Jack Rukin spielt, hatte immer für alle ein offenes Haus. Er ist so ein hilfsbereiter Mensch und ein charmanter, herzlicher Gastgeber. Außerdem kann er wahnsinnig gut kochen.

Warum, meinen Sie, sind romantische Produktionen wie die Pilcher-Filme solche Dauerbrenner?

Immanuel: Es gibt so viele Krimis, Gameshows und Talkshows . Manchmal wollen sich die Zuschauer auch gerne in eine andere Welt entführen lassen. Rosamunde-Pilcher-Filme sind wie Nachhausekommen. Die Menschen wissen, was auf sie zukommt und genießen es – die Schönheit der Bilder, die nette Geschichte, und am Ende wird alles gut.

Nicht ein bisschen zu viel heile Welt?

Immanuel: Im Moment haben wir definitiv keine heile Welt da draußen. Und es ist schön, wenn man von diesem Zustand, der sich einem bietet, mal eine kurze Pause machen kann. Das heißt ja nicht, dass es nicht auch mal spannend sein darf.

Wie bringen Sie Arbeit und Familie unter einen Hut?

Immanuel: Das gelingt nur durch Einfallsreichtum und clevere Organisation. Ich glaube, wie bei jedem anderem Beruf auch, hat Familie immer Priorität. Mein Sohn ist nur einmal und jetzt so klein. Ich will ihm so viel wie möglich mitgeben, von dem er zehren kann. Er soll ein glücklicher Mensch werden.

Seit Kurzem sind Sie auch in sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram präsent.

Immanuel: Ja. Nicht regelmäßig, aber gerne. Ich finde den direkten Kontakt und den Austausch mit den Fans sehr bereichernd.

Sonntag, 10. Januar 2016 20.15 Uhr, ZDF