Grimme-Preis

Private Sender haben kaum Chancen auf Auszeichnung

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Hunderte Vorschläge haben die „Grimme-Preis“-Kommissionen gesiebt. 62 Bewerbungen kamen in die engere Ausfall, unter ihnen nur vier Private. Zu den Favoriten gehört Bjarne Mädel mit der „Tatortreiniger“.

Marl. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender sind bei den Nominierungen für die 51. Grimme-Preise den privaten enteilt. Sie stellen 58 der 62 Anwärter für die begehrten Auszeichnungen für Qualitätsfernsehen. Auf die Privatkanäle entfallen vier Nominierungen in der Kategorie Unterhaltung und eine Koproduktion in der Kategorie „Information & Kultur“ beim Beitrag zum syrischen Bürgerkrieg „Die Kinder von Aleppo“. Dort war neben dem ZDF und Arte der britische Privatsender Channel 4 engagiert. Insgesamt wurden 700 Vorschläge eingereicht.

„Der Bürgerkrieg in Syrien und die Lage im Nahen Osten und der arabischen Welt haben vor allem die Informations- und Dokumentationsprogramme des Fernsehjahrs 2014 nachhaltig geprägt“, sagte die neue Grimme-Direktorin Frauke Gerlach am Dienstag laut einer Mitteilung in Marl. Sie hatte im vergangenen Jahr Uwe Kammann an der Spitze abgelöst.

In der Kategorie „Fiktion“ kann sich der Mehrteiler „Alles muss raus – eine Familie rechnet ab“ Hoffnung auf einen Grimme-Preis machen. Das ZDF hat dort die Schlecker-Pleite in fiktiver Form aufgearbeitet. Gleich drei Mal ist der ARD-„Tatort“ vertreten: mit der Folge „Im Schmerz geboren“ (HR), „Der irre Iwan“ (MDR) sowie Jürgen Werner für die Drehbücher der ersten vier Dortmunder Folgen (WDR) mit dem leicht psychopathisch wirkenden Kommissar Faber (Jörg Hartmann).

In der Unterhaltung kommen die Privaten zu vier Nennungen. Vox ist mit der Reihe „Die Höhle der Löwen“ und „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ gleich zwei Mal vertreten. Wieder dabei ist Stefan Raab, der für „die außergewöhnliche und emotionale Vorstellung der Kandidaten beim Bundesvision Song Contest in Form einer Jam-Session“ (ProSieben) von der Nominierungskommission ausgewählt wurde. Ein weiteres Mal ist auch Bjarne Mädel vertreten, der als „Schotty“ mit coolen Sprüchen den „Tatortreiniger“ (NDR) spielt.

Bekanntgeben werden die Preisträger im März. Kurz danach werden die Aufzeichnungen am 27. März öffentlich übergeben.