ZDF

„Wetten, dass..?“: Schwarz angemalt und Spaß dabei

| Lesedauer: 18 Minuten
Alexander Josefowicz

Die aktuelle Ausgabe der großen Samstagabendshow des ZDF hätte eigentlich einen Erfolg verbuchen können: Wenn da nicht die Stadtwette in rassistischer Tradition gewesen wäre.

Hamburg. Seit sich das ZDF nach dem Mallorca-Debakel von der Privatfernseh-isierung der Show „Wetten, dass..?“ verabschiedet hatte, hatte die Sendung gewonnen. Nach wie vor fragte man sich zwar, wozu man einmal im Monat eine gebührenfinanzierte Monumentalschau braucht und ob eine solche noch ins 21. Jahrhundert passt. Aber immerhin waren die Fremdschäm-Momente langsam zurückgegangen, eine gutdeutsche Gemütlichkeit mit einigen internationalen und vielen lokalen Stars und Sternchen hatte Einzug gehalten.

Und dann kam Augsburg. Eine eigentlich wenig aufsehenerregende Show, in der die Wetten samt und sonders gewonnen, der Moderator moderat entspannt und die Sofagäste duldsam bis unterhalten daherkamen. Wäre da nicht die Stadtwette gewesen, man hätte von einer regelrecht guten Show sprechen können. Schließlich hatte selbst Boris Becker kaum Gelegenheit, sich zu blamieren, Fahri Yardim sorgte für norddeutsche Lässigkeit, Michelle Hunziker für einen Abglanz von Glamour und Michael Bublé für einen Hauch von Internationalität. Dazu ein souveräner Björn Ulvaeus.

Doch wie bitte konnte der Aufruf zum „Blackfacing“, der mit der Stadtwette einherging, durch sämtliche Checks & Balances der Redaktion laufen? Irgendjemand bei „Wetten, dass..?“ hätte doch merken können, dass es eine im besten Fall reichlich peinliche, im schlimmsten rassistisch wirkende Aktion ist, die Einwohner von Augsburg als samt und sonders weiß anzunehmen und für die Jim-Knopf-und-Lukas-der-Lokomotivführer-Verkleidung zu Schuhcreme oder ähnlichem zu raten. Wenn das das ZDF des 21. Jahrhunderts ist, kann einem schon ein wenig Angst und Bange werden.

Die Sendung im Minutenprotokoll:

20.00 Uhr Jetzt aufzuhören, wäre uncool, findet nicht nur Lanz im “Stern“-Interview, sondern auch der Liveticker.

20.05 Uhr Als besonderen Service für Sie und zur Erinnerung für mich, dass es immer schlimmer kommen kann, läuft das Finale von „Das Supertalent“ auf einem Zweit-TV - ohne Ton. So masochistisch, mir Bohlen und Becker gleichzeitig anzuhören, bin ich dann doch nicht.

20.08 Uhr Keine zehn Minuten mehr. Religiöse Gründe, aus denen ich die Sendung nicht verfolgen kann, anzuführen, dafür ist es jetzt zu spät, oder?

20.09 Uhr Das ZDF hat anscheinend verspätete Nikolaus-Geschenke auf den Sitzen in der Halle verteilt. Na hoffentlich sind da keine Broschüren für Autos oder Flugreisen drin.

20.15 Uhr Stillgestanden, das eurovisionäre „Te deum“ läuft. Wir begrüßen auch die Fernsehmuffel in Österreich, der Schweiz und anderen exotischen Orten wie Henstedt-Ulzburg, Achim und Horst.

20.17 Uhr Bei RTL tanzt ein dicker Mann mit Glitzerhemd, im ZDF singen Michael Bublé und Michelle Hunziker vom Winterwonderland. Zusammen: große Fernsehunterhaltung.

20.18 Uhr Die Anmoderation macht Frau Hunziker, Claudia Roth sitzt im Publikum und Markus Lanz ist doch dabei.

20.19 Uhr Die auf Mallorca als Wettschuld zur Begleitung dieser Sendung verdonnerte Frau Hunziker hat sich von der Garderobe in ein Kleid einschweißen lassen. So kann man auch beweisen, dass man die Schwangerschaft ohne Schaden für Leib und Leben überstanden hat.

20.20 Uhr Michael Bublé ist auch Vater geworden. Falls Sie das noch nicht wussten.

20.21 Uhr Der erste Tweet von Boris Becker zur Sendung. Ein Foto von ihm und Felix Sturm. Ich enthalte Ihnen das vor. Aus Gründen.

20.22 Uhr Der Lanz und die Hunziker versichern sich mehrfach, dass sie noch nie in einem Trabi gesessen hätten. Spannend.

20.23 Uhr Ach ja. Die Stadtwette. Bestimmt ein Schenkelklopfer.

20.25 Uhr Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer wollen 25 Paare auf die Bühne bringen, die als Knopf und Lokführer verkleidet sind. Und in einer erschreckend alltagsrassistischen Nebenbemerkung weist die Lukas-Figur darauf hin, dass Jim schwarz sein muss, empfiehlt „Schuhcreme oder Kohle“ als Schminke.

20.28 Uhr Wolfgang Stumph trägt schwarz und Schnurrbart. Bei der RTL-Konkurrenz trägt das blonde „Topmodel“, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe, ein Diadem mit Glas. Auch hier: Erst beides zusammen macht richtig Spaß.

20.29 Uhr Trabi-Witze. Zur Hochzeit dieser Sendung hätten die bestimmt gezündet.

20.30 Uhr „Go Trabi Go“ wurde über 50 Mal im Fernsehen gezeigt? Jetzt wundert mich gar nichts mehr.

20.31 Uhr 50 Folgen „Stubbe“. Und ich hab keine einzige gesehen.

20.34 Uhr Alles, was an Wiedervereinigung so in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten passiert ist, wird hier auf offener Bühne negiert. Ossis, Wessis, Bananen. Wann wird Erich Mielke exhumiert?

20.35 Uhr Friedrich Kühne studiert, macht Akrobatik und spielt gern Lego. Seine Wette: Irgendwas mit Slacklines.

20.36 Uhr Friedi, ein komischer Name. Ja, Herr Lanz. Ein so genannter Spitzname. Die Wette wurde übrigens vorgetragen, ich hab sie nicht verstanden.

20.38 Uhr Kerzen mit einer Slackline löschen. Ich beschreibe dann gleich. Vorstellen kann ich mir das nämlich immer noch nicht.

20.40 Uhr „Top, die Wette gilt“, das sind mehr als zwei Wörter, Frau Hunziker. Auch auf italienisch. Langsam dämmert mir, wie das mit den Kerzen klappt. Der Kandidat bringt die Slackline ins schwingen, bis sie dermaßen viel Wind macht, dass die Kerzen ausgepustet werden. Falls Sie das immer noch nicht visualisieren wollen/können: Macht nix.

20.42 Uhr Die Kerzen sind aus, der Friedi lacht, der Wolfgang lacht, der Markus lacht. Und jetzt hat auch Michelle angefangen zu lachen.

20.44 Uhr Kleiner Tipp unter Kollegen, liebe „Wetten, dass..?“ Twitter-Crew. Hunziker schreibt man nicht mit g.

20.46 Uhr Weil Wolfgang Stumph richtig getippt hat, bekommt er unter dem lauten Gebuhe des Studiopublikums Geschenke, ein BVB-Dortmund-Trikot und sowas...

20.48 Uhr Bully hat eine Tupper-Dose von seinem Sohn dabei: Das letzte Mal hätte es etwas länger gedauert, deswegen hätte er ein Pausenbrot mitgebracht. Brüller.

20.51 Uhr Bully hat übrigens „Buddy“ gedreht. Einen Film über Schutzengel.

20.52 Uhr Lanz hat einen Lieblingssatz von Howard Carpendale: „Früher war es nicht so wichtig, ob was falsch war oder richtig.“ Ach ja... früher.

20.53 Uhr Was ist eigentlich mit Boris Becker los? Der hat schon seit einer halben Stunde keine Nichtigkeiten mehr getwittert.

20.54 Uhr Währenddessen in der Großen Koalition: Ursula von der Leyen wettet, dass sie Verteidigungsministerin kann. Wenn sie verliert, wird Deutschland demnächst nicht mehr am Hindukusch, sondern an Heim und Herd verteidigt.

20.56 Uhr Kinderwette, Possierlichkeitsalarm!

20.57 Uhr Das mit der Possierlichkeit möchte ich zurückziehen. Es geht um Latein. Mens sana in campari soda.

20.59 Uhr Ave Marce pilum. Victuri te salutant. Ich kaufe ein e und möchte lösen: Wetten, dass.

21.00 Uhr Die Klasse 7a wettet, dass sie erkennen kann, welche Vokabel die Lehrerin an die Tafel schreibt. Nein, es geht nicht um besonders unleserliche Handschriften, sondern um das Kreidegeräusch. Gibt es das Wort „iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii“?

21.03 Uhr Die ersten beiden Begriffe sind angekreidet. Und erraten. Die Spannung ist kaum auszuhalten.

21.06 Uhr Bei RTL tanzen Menschen in weißen Overalls vor einer Leinwand. Und im ZDF wurde „iudicare“ nicht erraten. Wer will das verurteilen?

21.08 Uhr Lanz hat eine „pädagogische Pflicht“. Man muss ihm ja dankbar sein, dass er nicht Lehrer geworden ist.

21.09 Uhr Kinderwette gewonnen, in Erlangen ist die humanistische Bildungswelt noch in Ordnung.

21.13 Uhr Auch Bully wird beschenkt: Er bekommt einen beinahe echten Fußball-Weltmeisterschaftspokal.

21.14 Uhr Hamburghamburghamburg: Ina Müller tritt auf.

21.15 Uhr Die Sofarunde versichert sich gegenseitig ihrer größten Wertschätzung. Auch in Augsburg ist die Welt noch in Ordnung.

21.17 Uhr Auf RTL läuft Konsumenteninformation. Im ZDF verrät Ina Müller zum wiederholten Mal, wie Hausschlachtungen ablaufen. Wolfgang Stumph guckt hungrig.

21.19 Uhr +++ Blitzmeldung: Es ist warm auf dem Sofa +++

21.20 Uhr +++ Blitzmeldung: Es ist nasskalt in Hamburg +++

21.21 Uhr Die Ina allein ist Lanz nicht genug: Also holt man Abba-Björn dazu.

21.22 Uhr Das mit dem Dresscode Anzug hätte man mir vorher sagen sollen. Ich fühle mich underdressed.

21.23 Uhr Immer noch kein neuer Tweet von Boris Becker. Ich mache mir Sorgen. Hat jemand in der Besenkammer nachgesehen?

21.24 Uhr 380 Millionen verkaufte Abba-Alben. Ich hab auch welche. Und wer jetzt lacht, wird gehauen.

21.26 Uhr Die Wiedervereinigung von Abba wird nicht stattfinden. Eine gute Entscheidung. Abba, das ist 70er, das bleibt 70er.

21.27 Uhr Eine Wette mit Abba. Aus Oldendorf-Melle. Wenn ich das richtig verstanden habe. Und in Reginas Leben dreht sich alles um Abba. Und Ralfs größtes Hobby ist Gartenarbeit. Keine Pointe.

21.28 Uhr Knäckebrot und Abba-Musik, verpackt in eine Wette. Willkommen in Deutschland, Björn Ulvaeus.

21.30 Uhr Herr Grafunder kaut Knäckebrot in Abba-Melodie. Und Frau Grafunder erkennt den Song. Und ich hab schon wieder diese Kopfschmerzen.

21.34 Uhr Markus Lanz mahnt eine „gewisse Ernsthaftigkeit“ an, während Herr Grafunder Knäckebrot knabbert.

21.36 Uhr „Kau um dein Leben.“ Die Wetteinsätze werden auch immer härter.

21.38 Uhr An Björn Ulvaeus‘ Stelle würde mir dieses Ehepaar langsam unheimlich: Bislang drei Songs in Knäcke-Dur richtig.

21.39 Uhr Ich stelle mir gerade Smalltalk bei einer Party im Haus Grafunder vor: „Und, was macht ihr so in eurer Freizeit?“ „Wir spielen Abba-Songs neu ein. Bei Wasa.“ Und schon wieder ein Freund weniger.

21.41 Uhr Dafür haben die beiden ihre Wette gewonnen. Und wieder eine Ehekrise umschifft.

21.45 Uhr Was kann man wohl in einem Abba-Museum machen, Herr Lanz? Ist es a) Den 30-jährigen Krieg neu inszenieren, b) einen Kaffee trinken oder c) die Geschichte der erfolgreichsten Bands Schwedens nachvollziehen? Schreiben Sie Ihre Lösung an dummefragen@schlaueantworten.de

21.47 Uhr Ina Müller kriegt Heckenrosen- und Frittenduft. Weil Sylt. Mag Ina nämlich. Und so riecht das angeblich da.

21.48 Uhr Und jetzt noch einmal Michael Bublé. Kleine Anekdote am Rand: Als der 2010 oder so in Hamburg war, bin ich im Konzert kurz eingenickt. Zu seiner Verteidigung sei angemerkt, dass es ein sehr langer Tag war.

21.50 Uhr Aber den in die Stadt kommenden Weihnachtsmann macht er sehr hübsch Frankie-esk, wenn auch ein bisschen brav.

21.52 Uhr Im ZDF erfahre ich, dass Michael Bublé nicht so genau weiß, wie erfolgreich sein Weihnachtsalbum ist und wann genau er wieder auf Tour ist. Bei RTL wird mir ein „Volks.Erkältungsmittel“ angedient. So ist das im Fernsehleben.

21.53 Uhr Olivier Martinez und Fahri Yardim sind angekommen, das Sofa diskutiert über Leseerlebnisse mit „Der Medicus“.

21.55 Uhr Twitter petzt, wie es weitergeht. Eine Außenwette, bei der Jetskis zum Einsatz kommen. Mit dem jungen Mann hier:

21.56 Uhr Noch hamburgischer als Fahri Yardim spricht nur Jan Fedder.

21.59 Uhr Wenn noch mehr über Kinder gesprochen wird, erzähle ich hier aus Protest den exakten Hergang des Schülerkonzerts vom Musischen Forum Oststeinbek. Ich sage nur: Blockflöten.

22.01 Uhr Alexander Jarc fährt in jeder freien Minute Jetski. Bruce Darnell im Nachbarfernseher gestikuliert in jeder freien (und jeder anderen) Minute.

22.01 Uhr Wobei die weihnachtlich-musischen Ergüsse der stolzen Grundschüler tatsächlich spannender sind als die Nasendiskussion zwischen Martinez, Yardim und Lanz.

22.03 Uhr Rückwärtssalti mit dem Wasserfahrgerät und das Touchieren eines Zieles in drei Meter Höhe sind angesagt. Mit der klassischen Surferfrisur (schulterlange Locken) kann ja eigentlich nichts schiefgehen.

22.05 Uhr Warum reicht eigentlich niemand Fahri Yardim ein Astra?

22.07 Uhr Im Twitter nichts Neues: Boris Becker bleibt abseits einiger Jubel-Retweets immer noch stumm. Hat ihm seine Frau das Handy weggenommen?

22.09 Uhr Im Becken nichts Neues: Die Kapriolen des akrobatischen Jetski-Fahrers funktionieren leidlich. Drei von fünf Salti haben das Ziel getroffen.

22.10 Uhr Und jetzt hat auch Alexander Jarc seine Wette gewonnen. Es muss Weihnachten sein.

22.12 Uhr Felix Sturm überreicht Geschenke an Yardim und Martinez. Was will man auch sonst mit einem Weltklasseboxer anstellen?

22.14 Uhr Ah, die lang erwartete Promi-Zurschaustellung: Martinez soll gegen Sturm boxen. Der aber - oh Schreck - weigert sich. Lanz ist enttäuscht.

22.15 Uhr Heimspiel für Nina Kaimer: Die Literaturwissenschaftlerin kommt aus Augsburg.

22.19 Uhr Buchstaben sortieren. Wörter wie (offizielles Beispiel) Koalitionsvertrag fummelt Nina Kaimer innerhalb von 30 Sekunden auseinander und ordnet die Buchstaben nach dem Alphabet.

22.20 Uhr Ich hätte gerne die Wörter Urabstimmung, Parteifunktionär und Ministerposten ordentlich in Reih und Glied.

22.23 Uhr Auch bei dieser Wette haben wir es mit einer klassischen Kategorie der Show zu tun: der Inselbegabung (13 Buchstaben, abbeeggilnnsu - glaub ich)

22.24 Uhr Entwarnung: Boris Becker ist wohlauf: „Gleich gehts los... #Wettendass“.

22.26 Uhr Lanz hat einen Lauf. Alle Wetten bislang gewonnen. Alle sind glücklich. Alle? Nein, ein kleiner Kulturjournalist im hohen Norden der Republik hat mal wieder was zu meckern. Aber das wussten Sie ja schon.

22.29 Uhr Boris und Lilly schauen angespannt. Gab es Streit über die Herrenmensch-Frisur des Tenniswunders? Oder doch nur darüber, dass sie ihn gezwungen hat, sein Telefon für eine Stunde aus der Hand zu legen?

22.30 Uhr Das zu lüftende Geheimnis, das Boris für die Show angekündigt hat, ist gar keines. Lanz kann alle Moderationskarten wegwerfen.

22.31 Uhr Er spult sie aber trotzdem ab: Man hätte ja gehört, dass Lilly schwanger sei.

22.33 Uhr Geschickter Schachzug. Becker auf seine Autobiografie anzusprechen, lenkt sämtliche Kritik von Lanz ab. Schließlich hat nicht „Hinz und Kunz“ das Recht, über Beckers Leben zu urteilen. Sondern nur „der Hauptdarsteller“. Nein, Becker redet nicht von Oliver Pocher.

22.34 Uhr Entsetzen: Becker weiß gar nicht alles. Dafür wohnt er in Wimbledon. Wo die Leute nicht fragen, was er da denn machen würde. Kann das daran liegen, dass ihn dort kaum noch jemand kennt?

22.35 Uhr Lilly Becker ist nervös. Wäre ich an ihrer Stelle auch, wenn der Göttergatte in einer Livesendung sitzt.

22.36 Uhr „Wir lieben dich genau so. Als der siebzehnjährigste Leimener.“ Lanz im ultimativen-Lobhudelei-Modus.

22.38 Uhr Hamburghamburghamburg, die dritte: Wettkandidat Danijel Peric fuchtelt gleich wohl mit einem Katana in der Gegend herum.

22.41 Uhr Tennisball-Zerteilen mit dem Samurai-Schwert. Becker kann sich das nicht vorstellen. Peric faselt von der Symbiose mit dem Schwert. Ich befinde mich in einem parasitären Verhältnis mit der deutschen Sonnabendabendunterhaltung und weiß jetzt, warum das Wort Parasit negativen Charakter hat.

22.43 Uhr Daniel schaut ernst aus der Wäsche. Wie sollte man auch sonst gucken, wenn man Filzkugeln mit einem Schwert totschlagen möchte?

22.44 Uhr Becker applaudiert frenetisch. Hilft dem Nachwuchs-Samurai aber nicht sooo viel.

22.45 Uhr Gewonnen? Nicht gewonnen? Ein Finale auf Messers Schneide.

22.46 Uhr Die Zeitlupe sagt nicht nur, dass jeder Mensch in Zeitlupe total dämlich aussieht. Sondern auch, dass Daniel seine Wette gewonnen hat.

22.47 Uhr Boris und Lilly bekommen Weihnachtskugeln geschenkt.

22.49 Uhr Jetzt ist das Publikum gefragt. Falls mehr als fünf Menschen zugeschaut haben, könnte die Abstimmung über den Wettkönig spannend werden.

22.50 Uhr Während die Zuschauer noch grübeln, welche Wette 50.000 Euro verdient hat, darf Frida Gold ein Liedchen trällern.

22.55 Uhr Neben dem Wettkönig steht uns ja auch noch die unsägliche Stadtwette ins Haus. Und wer nicht versteht, warum es zumindest grob unschön ist, sich das Gesicht schwarz anzupinseln, der googlet einfach mal den Begriff „Blackfacing“ oder „Blackface“.

22.56 Uhr „Frida Gold gibt es jetzt auch in leise.“ Das macht Alina Süggeler, die Frontfrau der Band, gleich viel sympathischer.

22.58 Uhr Jetski, Tennisbälle, Abba und die Slackline hat die Buchstabenjongleuse erfolgreich auf die Plätze verwiesen.

23.03 Uhr Augsburg, Stadt der Puppenkiste und der gewonnenen Wette. Mich gruselt etwas ob der vielen angepsinselten Jim Knopfs. Und ich höre schon die dazugehörigen Sätze: „Das ist doch nicht so gemeint. Nun hab dich doch nicht so. Das ist doch lustig.“ Sogar die Frau des parteilosen Bürgermeisters Kurt Gribl hat sich angemalt. Gute Nacht. Und ja, ich habe mich so und kann darüber nicht lachen.

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