Schüler machen Zeitung
Pflegekinder

Vom anstrengenden Alltag einer Bereitschaftspflegefamilie

Eine junge Familie

Eine junge Familie

Foto: picture alliance

Die Aufgabe, Kinder für Wochen oder Monate aufzunehmen, bringt alle Familienmitglieder an ihre Grenzen – weiß ein Hamburger Schüler.

Hamburg.  Bereitschaftspflege­familien sind Familien auf Zeit, die Kinder für Wochen, Monate, ein halbes Jahr oder manchmal für ein paar Tage bei sich aufnehmen.

Eine Aufgabe, die alle an ihre Grenzen bringt. Es wird sehr viel Flexibilität und ein hohes Anpassungsvermögen von Bereitschaftspflegefamilien verlangt. Es können Kinder drogensüchtiger oder sehr junger Eltern sein, aber auch Kinder, die missbraucht oder vernachlässigt wurden. Die Zeit, in der die Kinder in den Bereitschaftspflegefamilien leben, dient zur Klärung der Familiensituation. So gewinnt das Jugendamt Zeit, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Kann das Kind zurück zu seinen Eltern? Oder muss für das Kind eine Dauerpflegefamilie oder eine Wohngruppe gesucht werden? Oft wird den leiblichen Eltern auch die elterliche Sorge entzogen, und dann tritt der Vormund ein. Die Kinder kommen teilweise mit einer halben Stunde Vorankündigung in die Familien, meistens haben sie nur die Sachen dabei, die sie tragen. Bereitschaftspflegefamilien bekommen pro Monat einen Geldbetrag dafür, das ist aber für das Jugendamt weitaus billiger als eine Heimunterbringung. Die Bereitschaftspflegefamilien werden vom Jugendamt und einem freien sozialen Träger betreut.

Bereitschaftspflegefamilien sollen 260 Tage im Jahr zur Verfügung stehen. Für das Pflegekind muss ein eigenes Zimmer vorhanden sein, und eine erwachsene Person muss zu Hause bleiben. Der Alltag in einer Bereitschaftspflegefamilie kann anstrengend sein. Eine solche Familie kenne ich – meine Familie.