Konzert

Mit den beiden Jans, Kettcar und noch mehr gegen Atomstrom

In der ausverkauften Fabrik stand der Montagabend unter dem Motto "Keine Macht für niemand". Lediglich Madsen mussten kurzfristig passen.

Hamburg. Man gibt sich solidarisch am Montagabend in der ausverkauften Fabrik. Schließlich ist es kein einfaches Konzert, sondern ein Solikonzert im Programm der "Lesen ohne Atomstrom"-Veranstaltungsreihe. Und das Lineup liest sich gut: Neben Local Heroes wie I-Fire und den Ohrbooten sind auch Kettcar und die beiden Jans anwesend. Der Plewka und - wichtiger noch - der Delay.

Und das überwiegend junge Publikum bekommt eine Menge Konzert fürs Geld. Zwar ist die Band Madsen erkältungsbedingt verhindert, aber alle anderen wiegen den Verlust gern auf.

Bis zumindest der eine Jan auf die Bühne kommt und Rio Reiser aus der wohl verdienten Totenruhe reißt, dauert es zwar bis 22.45 Uhr. Und der andere Jan lässt noch eine weitere halbe Stunde auf sich warten, bevor er mit Plewka "Für immer und dich" intoniert, "Vergiftet" aus dem eigenen und als Jan-Duett noch mehr aus dem Reiser-Repertoire raushaut. Aber über Langeweile muss sich trotzdem niemand beschweren. Alle sind mit Verve bei der Sache. Auf der Bühne und davor. Und wenn man mit einem bunten Konzertabend den einen oder anderen tatsächlich dazu bekommt, nach Ende, um kurz vor Mitternacht, über die energetische Zukunft Deutschlands und der Welt nachzusinnen, hat man tatsächlich nicht viel falsch gemacht.

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