London. Ein paar Singles und spektakuläre Auftritte machten The Last Dinner Party zu einem Geheimtipp. Doch das ist die Londoner Band längst nicht mehr. Sie wird bereits als nächste Popsensation gehandelt.

Die renommierten Brit Awards werden erst Anfang März vergeben, aber längst steht fest, dass The Last Dinner Party bei der diesjährigen Preisverleihung die Auszeichnung in der Kategorie „Rising Star“, also als beste Nachwuchskünstlerinnen, erhalten.

Die Londoner Indie-Rockband trat bereits im Vorprogramm der Rolling Stones, von Lana Del Rey und bei großen Festivals wie dem berühmten Glastonbury auf. Im vergangenen Jahr war ihre Single „Nothing Matters“ eine Art Überraschungshit in Großbritannien. Nun erscheint das Debütalbum der fünf jungen Frauen: „Prelude To Ecstasy“.

Theatralischer Gitarrenrock

The Last Dinner Party, das sind Sängerin Abigail Morris, Leadgitarristin und Flötistin Emily Roberts, die auch Mandoline spielt, Gitarristin Lizzie Mayland, Keyboarderin Aurora Nishevci und Bassistin Georgia Davies. Schlagzeugerin Rebekah Rayner gehört bislang nur bei Konzerten zur Besetzung. Die Musik von The Last Dinner Party lässt sich am besten als theatralischer Gitarrenrock voller kräftiger Melodien und Harmonien beschreiben - mit einem Hauch von Nostalgie und Elementen des Barocks. Oder schlicht Artrock.

Das Album beginnt mit einem Präludium, einem orchestralen Instrumentalstück, das einen Ausblick auf die elf folgenden Songs gibt und einige der Melodien anklingen lässt. Es ist ein fast schon filmischer Auftakt für dieses schon vor der Veröffentlichung gehypte Debütalbum. Was The Last Dinner Party auf „Prelude To Ecstay“ musikalisch zu bieten haben, ist tatsächlich großes Kino.

Siouxsie und Shakespeare

„Nothing Matters“ erinnert ansatzweis an Abba. Bei vielschichtigen Pop- und Rocksongs wie „Caesar On A TV Screen“, „Sinner“ oder „Portrait“ kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Morris und Co. in ihrer frühen Jugend, die noch nicht allzu lange her sein kann, eine breite musikalische Palette von Kate Bush über David Bowie und Siouxsie And The Banshees bis zu Sparks, Roxy Music und Queen gehört und dabei die Dramen von Shakespeare gelesen haben. Auch optisch hat die Band ein Faible für das Theatralische, für spektakuläre Kostüme und lange Kleider aus einer anderen Zeit.

Das Quintett scheint momentan einfach alles richtig zu machen. Einige Konzerte ihrer kommenden Tournee, auf der The Last Dinner Party ausgiebig durch Nordamerika reisen und auch einige Auftritte in Deutschland haben, sind schon ausverkauft. In ihrer Heimatstadt London spielen sie gleich zweimal, zu Beginn und zum Ende der Tour, in unterschiedlichen Hallen.

Man muss kein Hellseher oder Musikexperte sein, um zu ahnen, dass die Band vor einer erfolgreichen Zukunft steht. Den Brit Award in der Rubrik „Rising Star“ bekamen in der Vergangenheit unter anderem Adele und Sam Smith.

Gut möglich, dass „Prelude To Ecstasy“ eines der gefeierten Alben des Jahres 2024 wird. Getragen von der facettenreichen Stimme von Abigail Morris, die in ihrem Stil mitunter an britische Kultgrößen wie Siouxsie Sioux und Kate Bush erinnert, und klassischem Poprocksound laden The Last Dinner Party zu einem festlichen musikalischen Bankett. Ihr Debüt ist ein starkes Popalbum ohne Ausfälle.