Berlin. New Model Army machen seit über 40 Jahren Gitarrenmusik mit Attitüde und unverwechselbarem Sound. „Unbroken“, das 16. Album der Engländer, kann locker mit Klassiker-Alben aus den Achtzigern mithalten.

New Model Army ist eine Band, die nie nach Erfolg im Mainstream strebte und damit bis heute erfolgreich ist. Der Band haften viele Label wie Post-Punk, Alternative, Indie- und Folkrock an, ihre Musik klingt dennoch nicht beliebig.

Die Besetzung der 1980 im nordenglischen Bradford gegründeten Band wechselte häufig, nur Sänger Justin Sullivan war immer dabei. Trotz vieler Personalwechsel blieb der Sound der NMA unverwechselbar - auch dank der Stimme des 67-jährigen Sullivans.

Verschwörerisch und verwegen

Das am 26. Januar erscheinende 16. Studioalbum „Unbroken“ ist von dem typischen spannungsgeladenen Sound geprägt, die Grundstimmung hat immer etwas Verschwörerisches und Verwegenes. Der Eröffnungstitel „First Summer After“ ist ein ziemlicher Kracher.

An deutlichen inhaltlichen Standpunkten mangelt es nicht. In der ersten Zeile des Titels „Reload“ heißt es ins Deutsche übersetzt: „Wenn ich noch einen beschissenen Union Jack sehe, der auf Anordnung der Regierung gehisst wird, wird mir schlecht“.

Song mit aktuellem Bezug

Einen hochaktuellen Song haben NMA mit „I Did Nothing Wrong“ eingespielt. Er handelt von dem gravierenden Justizirrtum in der britischen Nachkriegsgeschichte, bei dem Hunderte Angestellte der Post zu Unrecht wegen falscher Buchführung und Betrugs verurteilt wurden. Der eigentliche Übeltäter war ein fehlerhaftes Softwaresystem. Das Leben vieler Beschuldigter und ihrer Familien wurde durch die falschen Bezichtigungen zerstört. Erst im Januar dieses Jahres kündigte Premier Rishi Sunak an, alle Verurteilungen würden aufgehoben.

„Coming or Going“ hat dank einer energischen Bassline den meisten Druck und damit einen hohen Spaßfaktor. Er legt NMAs punkige Wurzeln frei und handelt von den Freuden eines unsteten, aber freien Lebens.

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Einen Preis für Innovation bekommen New Model Army für „Unbroken“ nicht. Das Album klingt dennoch kein bisschen angestaubt und bestimmt nicht langweilig. Pluspunkte bekommt zudem die Produktion: Bemerkenswert rund abgemischt, ohne ansatzweise glatt zu klingen.