Hamburg. Anfang der 80er wurde er mit „Fred vom Jupiter“ ein Star der Neuen Deutschen Welle. Mehr als 40 Jahre später legt Andreas Dorau nun sein 13. Studioalbum vor: „Im Gebüsch“.

Runder Geburtstag, neues Album: Musiker Andreas Dorau feiert am 19. Januar mit einem Konzert in Hamburg zugleich seinen 60. Geburtstag und die Veröffentlichung seiner neuen Platte „Im Gebüsch“. 13 Stücke, mit denen Dorau ein breites Spektrum elektronischer Musik streift. Der gebürtige Hamburger blickt auf eine lange Musikkarriere zurück: Bereits mit 16 Jahren schrieb er den Hit „Fred vom Jupiter“, der ihn 1981 zu einem der Stars der Neuen Deutschen Welle machte. Dorau schaffte es, über Jahrzehnte im Musikgeschäft zu bleiben und veröffentlicht mit „Im Gebüsch“ nun sein 13. Studioalbum.

Wie ihm das gelang? „Es klingt jetzt etwas pathetisch: Ich habe Musik nicht gemacht, um Geld zu verdienen“, sagte Dorau der Deutschen Presse-Agentur. „Mein Ansatz war: Ich wollte meine eigene Musik machen und mich nicht an populären Themen abarbeiten, um Popstar zu sein.“ Deshalb legte Dorau, der auch Absolvent der Münchner Filmhochschule ist, teils lange Pausen zwischen seinen Musikprojekten ein. Zuletzt erschien 2019 ein Album. „Ich warte, bis ich mich musikalisch äußern möchte“, betonte der Musiker, der nach eigenen Worten „nicht der größte Sänger“ ist. Mit „Girls in Love“ kam er 1997 in die Top 10 der französischen Charts.

Das neue Album „Im Gebüsch“ ist geprägt vom für Dorau so typischen Sound. Wiederkehrende Harmonien. Kurze Lieder, die mit wenig Text auskommen - im Zentrum steht der Refrain. Eingängige Rhythmen begleitet von Zeilen wie „Auf der Weidenallee, mit einem Becher Kaffee“ werden so zu Ohrwürmern. Auch wenn manches auf den ersten Blick simpel wirken könnte, so verbirgt sich dahinter eine für Dorau charakteristische fröhliche Traurigkeit - so wie in „Die Welt ist ein seltsamer Planet“, „Ich sein“ oder „Die Vergangenheit war gestern wieder da“.

Das Album ist eine bunte Stücke-Sammlung

Es sollte keine klassische Dance-Platte werden, das war Dorau von Anfang an klar. Und keinesfalls wollte der Musiker die Themen Liebe oder Beziehung aufgreifen. „Das haben genug andere gemacht“, so sein Kommentar. Ungewöhnlich für ihn: In „Mein englischer Winter“ gibt es ein paar Passagen auf „Touristen-Englisch“, wie der große Winterfan es mit Blick auf seine Sprachkenntnisse nennt. Als Album-Titel für seine bunt gemischte Stücke-Sammlung hat Dorau eine Metapher gewählt. „Das Gebüsch ist ein geheimnisvoller Ort, eine Art Schmuck-Schatulle der Natur“, erklärte der Künstler. „Da verbergen sich interessante Sachen hinter.“

Die Idee, die Veröffentlichung des Albums und seinen 60. Geburtstag an einem Tag im Hamburger „Knust“ zu feiern, hat für Dorau einen besonderen Reiz. „An runden Geburtstagen kommt man immer komisch ins Grübeln“, sagte er. Das bereits ausverkaufte Konzert mit vielen Gästen sei da eine gute Ablenkung von dunklen Gedanken. Im Mai will Dorau auf Tour gehen. Auch ein neues Album ist in Arbeit.