Berlin. In den USA und Lateinamerika ist Kali Uchis bereits ein Star - in Deutschland spielt ihre Musik bisher kaum eine Rolle. Mit ihrem neuen Album „Orquídeas“ könnte sich das ändern.

Sie ist jung, sie ist erfolgreich und sie ist selbstbewusst. „Möge Gott diesen Arsch segnen“, singt Kali Uchis auf ihrem neuen Album. Die 29-Jährige inszeniert sich auf ihrer vierten, spanischsprachigen Platte als Powerfrau, als Femme fatale. Die Veröffentlichung trägt den Titel „Orquídeas“, benannt nach der kolumbianischen Nationalblume: der Orchidee.

Weniger als ein Jahr nach Uchis letzter Platte erwartet den Hörer eine Reise zurück zu den Wurzeln der Grammy-Preisträgerin. Sie vermischt verschiedene lateinamerikanische Genres, darunter Reggaeton, Dembow, Bolero und Salsa. Kali Uchis, die mit bürgerlichem Namen Karly-Marina Loaiza heißt, wuchs in den USA und Kolumbien auf. Deshalb singt sie zweisprachig.

Sie tourte mit Lana Del Rey und stand schon mit Snoop Dogg und den Gorillaz im Studio. Heute spielt sie selbst vor ausverkauften Hallen und tritt auf angesagten Festivals wie dem Coachella auf.

Diese Songs kennt man schon

Im Vorfeld hat sie von ihrem neuen Album drei Songs veröffentlicht. Am häufigsten gehört wurde „Labios Mordidos“ (deutsch: beißende Lippen) mit der kolumbianischen Musikgröße Karol G - ein Lied mit Erfolgsgarantie. Die beiden Frauen singen lasziv über einen gewagten Flirt.

Für „Muñekita“ (deutsch: kleine Puppe) hat sich Uchis mit dem dominikanischen Rapper El Alfa und US-Rapperin JT zusammengetan. Es geht um eine starke Frau, die aufgrund ihres Aussehens als Puppe bezeichnet wird. Spannend ist auch der emotionale Song „Te Mata“, der verdeutlicht, was Kali Uchis ausmacht: ihre seidige Stimme.

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Uchis hat ein bestimmtes Ziel: „Ich möchte die Art und Weise, wie wir Latinas in der Musik sehen, neu definieren“, sagte sie laut einer Pressemitteilung.

Sie zelebriert ihre Weiblichkeit

Und das tut die 29-Jährige. Sie geht selbstbestimmt mit ihrem Körper um und spielt mit ihren Reizen. In ihren Videos schaut sie verführerisch und meist leicht bekleidet in die Kamera. Ihr Albumcover zeigt die Sängerin nackt, nur mit ein paar Blütenblättern bedeckt. Sie zelebriert ihre Weiblichkeit - und liegt damit voll im Trend.

Sie sagt, was sie will, und sie trägt, was sie will. Das kommt an. Die Zahl ihrer Anhänger wächst stetig, auf Instagram folgen ihr mehr als sechs Millionen Nutzer. Rund 36 Millionen Menschen hören monatlich ihre Musik beim Streamingdienst Spotify.

Wie werden diese 36 Millionen Hörer ihr neues Album finden? „Orquídeas“ ist ein Widerspruch im besten Sinne: Auf der einen Seite klingt es sanft, sinnlich und feminin, auf der anderen Seite klingt es hart, unruhig und etwas böse. Und dennoch versprühen alle 14 Songs einen Hauch von Sommer, das Gefühl einer lauen Nacht in den pulsierenden Straßen Bogotás. Vielleicht erscheint das Album gerade deshalb im Januar.