Witzige Britpopper

Punk-Pop von Feet: So englisch wie Fish 'n' Chips

Manchmal wüst, manchmal schräg, manchmal verrückt: Feet aus Coventry.

Manchmal wüst, manchmal schräg, manchmal verrückt: Feet aus Coventry.

Foto: dpa

Sonderbarer Bandname, bizarrer Albumtitel - die Erwartungen an das Debüt von Feet aus Coventry sind erstmal niedrig. Doch dann wird man vom witzigen Punk-Pop der fünf Engländer sehr positiv überrascht.

Berlin. Sowohl Bandname als auch Albumtitel und CD-Artwork holen nicht gerade die Sterne vom Pop-Himmel: "What's Inside Is More Than Just Ham" von einer fünfköpfigen Truppe aus Coventry namens Feet. Aber wie heißt das Sprichwort so schön: Don't judge the book by the cover - die Platte ist nämlich toll.

"Viel besser als der schreckliche Titel erwarten lässt", urteilten kürzlich auch die gefürchteten Britpop-Scharfrichter vom "New Musical Express" (NME) - und vergaben vier von fünf Sternen. Und tatsächlich hat das über Clapped Records/ADA erschienene Feet-Debüt einiges zu bieten, das Fans von munterem englischem Punk-Pop viel Freude machen kann.

Als da wären: knackige, teils schräge Melodien, pumpende Bässe, wüste, aber treffsichere Harmony-Vocals, ein leicht verrückter Leadsänger irgendwo zwischen Damon Albarn und Ian Dury. Und natürlich Songs, die so herrlich britisch sind wie das merkwürdige Pub-Menü auf dem potthässlichen Albumcover.

Ein Stück heißt passenderweise "English Weather"; der zwischen Blur und Beatles, Happy Mondays und Super Furry Animals oszillierende Opener trägt den skurrilen Titel "Good Richard's Crash Landing"; "Petty Thieving" und "Dog Walking" sind offenbar weitere Freizeitaktivitäten von George, Callum, Oli, Harry und Ben.

Spätestens mit dem Closer "Wiggy Pop" haben die witzigen Britpopper Feet den Hörer an der Repeat-Taste. Sie nehmen sich nicht allzu ernst und begeistern mit melodischer Frische und Selbstironie. Oder, um noch einmal den oft so strengen "NME" loben zu lassen: "Eines der eindrucksvollsten britischen Indie-Alben des Jahres". Well done, lads!