Musik

Ja-Panik-Sänger Spechtl und der Schlaf des Gerechten

Foto: Stefan Pabst/STAATSAKT

Für Ja, Panik war das jüngste Werk "Libertatia" ein musikalischer Neuanfang. Nun geht Sänger Andreas Spechtl noch einen Schritt weiter: Auf seiner Solo-Platte wird es sphärisch-elektronisch. Und jazzig.

Hamburg. Nach mehr als einem Jahr auf "Libertatia"-Tour legt die österreichische Diskursband Ja, Panik den Sommer über erstmal eine kleine Pause ein. Zeit für Sänger Andreas Spechtl, seine erste Solo-Platte "Sleep" zu veröffentlichen.

"Anfangs habe ich gar nicht drüber nachgedacht, bring ich das jetzt raus oder nicht", sagt der Wahl-Berliner im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Doch dann habe ihn ein Freund ermutigt.

Spätabends, allein, "im Halbschlafzustand" sei die Musik entstanden. Daher der Titel "Sleep". Bei Ja-Panik-Alben gebe es immer zuerst ein Konzept, hier sei es eher umgekehrt gewesen: "Die Platte hat sich mir erklärt", sagt Spechtl. Die Themen Schlaf und Nacht kommen nicht von ungefähr: Der Neuköllner ist oft unterwegs, Hotel statt Wohnzimmer. Schlaf sei dann das, "wo man am ehesten bei sich ist". "Wenn ich so meinen Freundeskreis anschaue, bin ich der einzige, der wirklich überhaupt keine Schlafprobleme hat."

Beinah wäre "Sleep" eine Instrumentalplatte geworden. "Das hab ich dann nicht hingekriegt und musste trotzdem immer was drübersingen", scherzt der 31-Jährige. Dennoch bestehen die Songtexte bisweilen lediglich aus nur einem Satz. Wie etwa das schlafwandlerische Mantra "Each man's troubles are just the echo of another man's troubles" in "Hauntology" - einem Song auf der feinen Grenze zwischen Jazz und Dubstep. Oder im sphärischen "BHX Dub", das neben Saxophon und Bass nur aus Samples besteht, die in der britischen Industriestadt Birmingham aufgenommen wurden.

Nach Ja, Panik klingt auf "Sleep" nichts. Schlagzeug, Bass, Gitarre, Klavier - fast alles hat Spechtl selbst eingespielt und dann am Rechner gemischt. Ab Herbst soll es ein paar Konzerte geben. Zugleich gehen dann auch die Jungs von Ja, Panik an neue Stücke ran.

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