Dancefloor

Bye-bye Mojo!

"A Love Supreme" - der Club an der Reeperbahn 1 feiert am 30. April Abschied

A Love Supreme" heißt eines der wichtigsten Werke des Jazz-Saxofonisten John Coltrane. Die Aufnahme aus dem Jahr 1964 ist Coltranes Bekenntnis zur Religion und ein Werk von geradezu hymnischer Spiritualität. Unter dem Titel "A Love Supreme" beendet der Mojo Club am 30. April endgültig seine Ära in der ehemaligen Bowlingbahn an der Ecke Reeperbahn 1/Zirkusweg. Seit 1991 residierte der Club hier unter dem Logo mit dem großen M innerhalb einer schwarzen Sonne. Allerdings benannten die Mojo-Begründer Leif Nüske und Oliver Korthals ihren Club nach der ersten Abschiedsparty vor sechs Jahren in Mandarin-Kasino um. Sechs Jahre lang gab es in dem mehr und mehr verrottenden Haus aber immer noch Mojo-Club-Partys, der Geist darin lebt weiter. In diesem Jahr fällt der Tanztempel endgültig der Abrissbirne zum Opfer, um Platz für ein Bürohaus zu machen, unter dem ein neuer Mojo Club das Licht der Welt erblicken wird.

Für Korthals und Nüske ist der Mojo Club tatsächlich so etwas wie eine Religion. Sie sind Überzeugungstäter, die an schwarze Musik glauben und fasziniert von ihrer Vielfalt sind. Sie haben den Dancefloor-Jazz in Deutschland populär gemacht; sie waren Goldsucher des Grooves und haben ihre schönsten Fundstücke auf insgesamt 13 Mojo-CD-Samplern auch außerhalb des Clubs hörbar gemacht. Seit Jahren legt Oliver Korthals mit seinen Original Jazz Rockers regelmäßig in anderen deutschen Städten auf. Der Mojo Club ist somit Hamburgs musikalischer Exportschlager Nummer eins.

Einmal noch werden am Vorabend des 1. Mai, wenn die ganze Stadt nach Tanzvergnügen auf den Beinen ist, die Plattenteller rotieren und aus den Lautsprechern jene tanzbaren Grooves kommen, die den Mojo Club zu einer beispiellosen Erfolgsgeschichte gemacht haben. Korthals wird den Abend nicht allein bestreiten müssen, bei diesem Abschiedsabend wird Mad, der DJ des HipHop-Trios Absolute Beginner, ebenfalls auf dem großen Floor auflegen. DJ Master Quest und Skar werden im Hinterzimmer des Clubs Funk, Hip-Hop und Elektro spielen. Eng wird es in der Mandarin Lounge, dem ehemaligen China-Restaurant. Hier werden sich die acht Musiker von Mr. Moneypenny & The Soul Agents auf der kleinen Bühne drängeln. Dann heißt es für eine Zeit lang Abschied vom Mojo Club nehmen. Am Ende dieser Ära wird sich Coltranes "A Love Supreme" auf dem Plattenteller drehen. Ein eigentlich untanzbares Stück, aber Musik, die für das Mojo-Gefühl steht.

A Love Supreme, Do 30.4., 23.00, Mandarin-Kasino (U St. Pauli), Reeperbahn 1, Eintritt 12,-; www.mojoclub.de