Restitution

Erben eines jüdischen Ehepaars erhalten NS-Raubkunst zurück

Hardy Langer, Vertreter der Erbengemeinschaft, spricht von einem "Akt der Gerechtigkeit".

Hardy Langer, Vertreter der Erbengemeinschaft, spricht von einem "Akt der Gerechtigkeit".

Foto: dpa

Im November 1938 durch die Gestapo in München geraubt, sind die neun Kunstwerke nun an die rechtmäßigen Erben eines jüdischen Ehepaars zurückgegeben worden. Der Vertreter der Ebengemeinschaft sprach von einem "Akt der Gerechtigkeit".

München. Die Erben eines jüdischen Ehepaars haben neun Nazi-Raubkunst-Werke zurückerhalten. "Das ist ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Geschichte", sagte der bayerische Kunstminister Bernd Sibler (CSU) bei der Übergabe der Werke am Montag in München.

Hardy Langer, der stellvertretend für die Erbengemeinschaft die Werke entgegennahm, bedankte sich für "diesen Akt der Gerechtigkeit".

"Der Tag bedeutet uns sehr viel", sagte Langer nach der Veranstaltung. Die Werke wollen die Erben als Ganzes an einen Sammler verkaufen, so dass "die Geschichte weitergegeben werden kann", so Langer.

Im Rahmen einer staatlichen Kunstraubaktion hatte die Geheime Staatspolizei (Gestapo) im November 1938 fünf Gemälde, drei Farbstiche und eine Holztafel mit Elfenbeinreliefs aus dem Besitz des jüdischen Ehepaars Julius und Semaya Davidsohn beschlagnahmt. 1955 gelangten die Werke in den Besitz der Bayerischen Gemäldesammlung, des Bayerischen Nationalmuseums und der Staatlichen Graphischen Sammlung.

Das Ehepaar lebte seit 1917 in München. Die Nationalsozialisten deportierten beide nach Theresienstadt, wo Julius Davidsohn im August 1942 starb. Seine Frau wurde einige Monate später im April 1943 ermordet.

Es handelt sich um die 15. sogenannte Restitution der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen seit 1998. Dadurch soll insbesondere NS-Raubkunst an die Nachkommen der rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben werden.