Meisterwerke

"Glanzlichter" machen Lust auf neue Sempergalerie

Der Eingang zur Gemäldegalerie "Alte Meister" der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Der Eingang zur Gemäldegalerie "Alte Meister" der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Foto: dpa

Nach langer Sanierung steht die Dresdner Sempergalerie vor der Neueinrichtung. Eine kleine Meisterwerke-Schau gibt einen Vorgeschmack auf die künftige und veränderte Präsentation.

Dresden. "Sixtinische Madonna", "Schlummernde Venus" oder "Dresdener Altar": Die Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister ist in den nächsten Wochen auf wenige Highlights reduziert. Von Freitag an bis Anfang November sind unter dem Titel "Glanzlichter" 55 ihrer bedeutendsten Meisterwerke im Gobelinsaal und seinen Kabinetten versammelt.

Kurator Roland Enke spricht von einem "Extrakt" des rund 3800 Bilder umfassenden Gemäldebestandes auf Höchstniveau. Die Schau soll Lust machen auf die "neue" Sempergalerie, die bis Dezember im frisch sanierten Semperbau am Zwinger eingerichtet wird.

Der Rundgang führt vorbei an Werken der wichtigsten Künstler von der Frührenaissance bis zur Aufklärung, sagt Enke. Dazu gehören Lucas Cranach der Ältere, Albrecht Dürer, Jan van Eyck, Tizian, Peter Paul Rubens, Rembrandt van Rijn, Nicolas Poussin, El Greco, Diego Velázquez, Sandro Botticelli oder Bernardo Bellotto. Auch die "Sixtinische Madonna" von Raffael, Giorgiones "Schlummernde Venus", Jan Vermeers "Bei der Kupplerin" und Albrecht Dürers "Dresdener Altar" sind noch einmal umgezogen.

Die Schau zeugt auch von der Sammlungs- und Galeriegeschichte, die Auswahl der exquisiten Meisterwerke quer durch Schulen und Epochen ermöglicht höchsten Kunstgenuss auf kleinem Raum, wie Enke erklärt. Und gibt einen Vorgeschmack auf die künftige Präsentation. Der Titel verweise auch auf eine technische Frage in der Malerei. "Glanzlichter sind kleine weiße Punkte, die Licht reflektieren." Das zeigt sich auch im metergroßen Bild "Der Tod der heiligen Katharina" des Spaniers Bartolomé Esteban Murillo aus dem 17. Jahrhundert. "Es wurde lange Zeit nicht gezeigt."

Der Semperbau am Zwinger wird seit Herbst 2013 in Etappen renoviert, wobei jeweils die Hälfte der früher rund 750 Bilder umfassenden Dauerausstellung im Wechsel gezeigt wurde - erst im West- und danach im Ostflügel. Nun befindet sich die 49,8 Millionen Euro kostende Sanierung vor dem Abschluss. Das Ausstellungsgebäude aus dem 19. Jahrhundert wird nächsten Mittwoch (7. August) an die Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) übergeben.

In den Wochen danach erfolgt die Neuhängung und auch ein Teil der Skulpturensammlung zieht ein. Gut 300 Stücke von der Antike bis zur Barockzeit zeigen künftig, dass Malerei und Skulptur sich gegenseitig inspirierten. Bevor der Semperbau am 4. November noch einmal für einen Monat komplett geschlossen wird, geben "Glanzlichter" einen Vorgeschmack auf die neue Sempergalerie. Gemessen an der Bedeutung der Sammlung ist das laut Enke aber "nur ein schwacher Trost".