Kunst

Auf Speicher gefundenes Bild soll von Caravaggio sein

Kunstexperte Eric Turquin (r.) und Auktionär Marc Labarbe vor dem Werk "Judith und Holofernes".

Kunstexperte Eric Turquin (r.) und Auktionär Marc Labarbe vor dem Werk "Judith und Holofernes".

Foto: dpa

Paris. Ein auf einem Dachboden in Südwestfrankreich gefundenes Bild soll von dem italienischen Maler Caravaggio stammen. Nach Meinung mehrerer Experten weise das Werk Eigenschaften auf, die typisch für die Technik und Bildsprache des Künstlers (1571-1610) sind.

Es habe dieses besondere Licht und diese ganz eigene Energie seiner Malerei, sagte der französische Kunsthistoriker Eric Turquin. Das Werk soll zwischen 1600 und 1610 entstanden sein und bildet Judith und Holofernes ab, Figuren des Alten Testaments. Sein Wert wird auf 120 Millionen Euro geschätzt.

Das großformatige Ölgemälde wurde vor zwei Jahren nach einem Wasserschaden auf dem Speicher eines Hauses in der Nähe von Toulouse entdeckt und am Dienstag in Paris der Presse präsentiert.

Über die Echtheit werde es wohl mehr Kontroversen als Konsens geben, wie oft bei Caravaggio, warnte der Experte. Für ihn trage das Bild, das dem Louvre drei Wochen zur Expertise vorlag, eindeutig die Handschrift des Künstlers.

Es sei ein Original des lombardischen Meisters, auch wenn es keine unwiderruflichen Beweise gebe, erklärte in einem Gutachten auch der Caravaggio-Spezialist und ehemalige Chef der Kunstbehörde der Stadt Neapel, Nicola Spinosa. Einige Fachleute hingegen weisen das Werk Louis Finson zu, einem flämischen Maler und Schüler Caravaggios.