Kopf kontra Körper

Sie bedient sich der Methoden der Comic-Zeichner: Die Autodidaktin Manja Vogelsang zeigt ihre neuen Bilder in der Hamburger Botschaft

Aus gebieterischem Abstand grüßt der Fernsehturm herüber. Manchmal stürzen sich von dort Bungee-Springer hinunter. Nicht weit entfernt hat sich eine portugiesische Kolonie gebildet. In einem Ladenlokal wurde früher Schlachterzubehör verkauft. Dann zog eine Bar ein und wieder aus. Vorigen August kam Unternehmensberater Thomas Holthoff vorbei, mit Kulturplänen im Kopf. Er mietete den 150 Quadratmeter großen Raum mitsamt der Empore für seine Aktionen und die Arbeitsplätze von ein paar Freunden. Sie vertreiben sich oben in der "Hamburger Botschaft "die Zeit mit Musik, Film und Design, während Holthoff sich darum kümmert, dass unten ständig das Leben pulst. Mal gehen Modepräsentationen über die Bühne, oder Foto-Shootings werden veranstaltet. Private Partys wechseln sich ab mit Kunstausstellungen wie der von Manja Vogelsang. In den Zeichnungen der Hamburger Autodidaktin schlägt sich nieder, was sie erlebt, gedacht, gelesen und empfunden hat. Die vergebliche Suche nach einer schreienden Katze im nächtlichen Garten oder die starke Ausdruckskraft afrikanischer Skulpturen mit den fremden Gesichtern lösen in ihr den bildnerischen Reflex aus. Wie die Comic-Zeichner vergrößert sie das Bedeutsame, den Kopf, gegenüber dem Körper. Mit dem Kindchen-Effekt kommt die gewünschte Leichtigkeit in ihre Bilder. Bilder von Manja Vogelsang, 21.6.−28.6., täglich 18.00−22.00, Hamburger Botschaft (U Feldstraße), Sternstraße 67, täglich 18.00−22.00, Eintritt frei