Kabarett-Kritik

Furioses Pointen-Feuerwerk auf dem Theaterschiff in Hamburg

Bodil Strutz, Daniel Heinz und Michael Frowin in „Das Ziel ist im Weg“.

Bodil Strutz, Daniel Heinz und Michael Frowin in „Das Ziel ist im Weg“.

Foto: Henning Heide

„Das Ziel ist im Weg“ heißt das neue Kabarett-Programm auf dem Theaterschiff in Hamburg – ein mitreißender zweistündiger Abend .

Hamburg.  Eine Hütte am Jakobsweg, draußen tobt ein Gewitter, Lars (Daniel Heinz), Marion (Bodil Strutz) und Dirk (Michael Frowin) sind gestrandet und müssen eine Nacht gemeinsam auf engstem Raum verbringen. Das ist die Ausgangssituation von „Das Ziel ist im Weg“, einem neuen Kabarett-Programm, das Frowin gemeinsam mit Philipp Schaller geschrieben hat.

„Ein kabarettistischer Hüttenkoller“ heißt der mitreißende zweistündige Abend im Untertitel, mit dem das Theaterschiff seine neue Spielzeit eröffnet. Die unterschiedlichen Typen sind schnell ausgemacht: Lars, Pastor und Dorfbürgermeister, ist eine ausgemachte Nervensäge, Marion eine überspannte Lehrerin und Dirk, von Beruf Spulenwickler, ein etwas schlichteres Gemüt, allerdings mit messerscharfem politischem Verstand. Deshalb fällt ihm die Rolle zu, die Pointen zu setzen, wenn es um aktuell Politisches geht und gegen Politiker aller Parteien ausgeteilt wird. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner etwa wird als „Puffmutter im Freudenhaus der Lobbyisten“ abgewatscht.

Corona ist natürlich auch Thema, das Wort darf aber nicht mehr verwendet werden, weil Marion sonst „durchdreht“, synonym wird es zur „Herausforderung“. Klimakatastrophe, Müllberge auf den Malediven und Talkshows sind weitere Themen an diesem furios gespielten Abend, bei dem die drei Akteure Pointe auf Pointe setzen. Kurze Verschnaufpausen gibt es nur, wenn das Trio ein Lied einstreut. Das Premierenpublikum ist begeistert, ein gelungener Theaterschiff-Neustart.

„Das Ziel ist im Weg“ weitere Vorstellungen: 15., 17.9., 7.,8.,22. und 23.10, Theaterschiff

( oeh )

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